Forum: Wirtschaft
Betrug auf Amazon und Co.: Wie der Staat die Steuertrickser im Netz stoppen will
REUTERS

Durch Umsatzsteuerbetrug prellen Online-Händler den Fiskus um Milliarden. Dafür wollen Bund und Länder jetzt Plattformen wie Amazon in Haftung nehmen. Ein sinnvoller Schritt, der aber nicht ausreicht.

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xtraa 30.11.2017, 18:05
1. Erstmal Amazon selbst Steuern zahlen lassen

Das ist wieder mal typisch, da wird eine Gesetzeslücke für Händler geschlossen, alles ok damit, aber die Plattformen wie Amazon selbst zahlen 3 Euro Steuern im Jahr bei Milliardenumsätzen. Dabei ließe sich diese Lücke auch ganz einfach schließen.

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nic 30.11.2017, 18:12
2.

Sehr gut, dass das angegangen wird. Aber warum nicht einfach das US Modell übernehmen anstatt zu komplizieren und dann doch Schlupflöcher offen lassen?

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olli0816 30.11.2017, 18:17
3. Das problem ist weitreichend

Nicht nur die UST ist ein Problem, auch mangelhafte oder gefälschte Ware sind gerne im Angebot. Ich hatte dieses Jahr zwei Käufe auf Amazon, wo ich kleine elektronische Geräte oder Magnete gekauft habe. Bei dem einen war keine Rechnung dabei und da ich die absetzen wollte (war für mein Geschäftsnotebook), habe ich diese angefordert. Das war eine falsche Micky Maus Rechnung und nach der Frage, warum da keine MwSt. draufsteht, habe ich keine Antwort mehr darauf bekommen. Die zweite hat ihr Zeug aus China versendet (stand nicht auf der Plattform, waren mal eben 6 Wochen anstelle der 3 Tage Lieferzeit) und wieder keine Rechnung. Der Betrag von 3 € war mir zu gering, da tätig zu werden. Dieses Verhalten hat zwei signifikante Nachteile für die EU-Wirtschaft: Es entgehen Steuern, die diese Unternehmen zahlen müssten. Diese Unternehmen ruinieren zusätzlich die einheimische Wirtschaft, da sie automatisch z.B. in Deutschland einen 19% Preisvorteil haben. Mir ist es absolut rätselhaft, warum die EU da nicht durchgreift. Der Mittler (Amazon, etc.) sollte dafür haftbar gemacht werden. Wenn man schon dabei ist, gleich die Steuervermeidungstaktik über Luxemburg aktiv angehen. Beides geht gar nicht.

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beob_achter 30.11.2017, 18:24
4. Zitat: Vorgehen als mögliches Vorbild für Europa

Sonst äffen wir doch alles nach, was die Amis zuvor erfunden haben.
Wieso tut sich Europa so schwer damit, das Problem in den Griff zu bekommen?

Wenn jeder Finanzbeamte (m/w) 5 Artikel bei A. selbst und/oder bei diesen ominösen Marketplace-Händlern bestellt, entsteht eine respektable Datenbank, aus der man die Machenschaften leicht erkennen kann.

In den offensichtlichen Fällen von Gesetzesverstößen schreiben die beteiligten Beamten (m/w) dann die Lieferanten offiziell an und sammeln die Antworten - so sie denn eintreffen.
Wer nicht antwortet wird gemahnt, und es wird ein Druck aufgebaut, der sich bis in die A.-Zentrale herumsprechen wird.

Wenn alle EU-Länder solche Aktionen durchführen, liegt in wenigen Wochen so viel Material vor, daß selbst die EU-KOM ihren Hintern deutlich anheben muß!

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zensurgegner2017 30.11.2017, 19:11
5.

Ich frage mich wieviele Multimilliarden die Konzerne in Lobbyismus investieren, damit der tumbe Politiker/Bürger den Käse auch nocht glaubt

Am allermeisten Steuern werden LEGAL weggetrickst, sei es durch abgeführte Lizenz/Patent/Rechte/Kreditkosten an die eigene Schwester in den Bahamas/Fidji/Schweiz/Lux/Nl...dort meist mit NULL zu versteuern, oder aber man kauft die Pappkartonagen /Cafemischungen...viel zu überteuert von der eigenen Auslandsschwester ein.

DA wird am allermeisten Steuern weggetrickst.
Was kann man dagegen unternehmen: Eine weltweite Mindeststeuer auf ALLE Einkommensarten, die Staatd der das nicht will, wird international isoliert
Und schon wären die meisten Staatsschuldenprobleme Geschichte

Aber so was wäre ja konstruktiv

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nomac 30.11.2017, 19:14
6. Lächerlich

Wenn man mit Firmen im EU-Raum Handel betreiben will, geht nichts ohne die Umsatzsteueridentifikations-nummer, die jeder EU-weit einsehen und damit kontrollieren kann. Amazon und Ebay und ihr Lobbyverein wissen davon nichts? Das ist einfach so kackendreist, dass einem die Spucke wegbleibt. Denn so ahnungslos kann niemand sein, der sich als Geschäftsmann/-frau bezeichnet.

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zensurgegner2017 30.11.2017, 19:20
7.

Zitat von beob_achter
Sonst äffen wir doch alles nach, was die Amis zuvor erfunden haben. Wieso tut sich Europa so schwer damit, das Problem in den Griff zu bekommen? Wenn jeder Finanzbeamte (m/w) 5 Artikel bei A. selbst und/oder bei diesen ominösen Marketplace-Händlern bestellt, entsteht eine respektable Datenbank, aus der man die Machenschaften leicht erkennen kann. In den offensichtlichen Fällen von Gesetzesverstößen schreiben die beteiligten Beamten (m/w) dann die Lieferanten offiziell an und sammeln die Antworten - so sie denn eintreffen. Wer nicht antwortet wird gemahnt, und es wird ein Druck aufgebaut, der sich bis in die A.-Zentrale herumsprechen wird. Wenn alle EU-Länder solche Aktionen durchführen, liegt in wenigen Wochen so viel Material vor, daß selbst die EU-KOM ihren Hintern deutlich anheben muß!
Sie leben eben zumindest in dem Verständnis der Problematik im letzten Jahrhundert.
Sie gehen mit Axt und Beil gegen Internetunternehmen vor, die alle paar Monate den Firmannamen/Sitz/Rechtsform ändern (können)
Und dann "schreiben" Sie auch noch Unternehmen an? Welche denn?
Welche Anschrift nehmen Sie, die rechtsWIRKSAM ist?
Und wieviele Fristen setzen Sie?

EJemand, der tricksen will, der lacht über solch lahmen Vorschläge von Vorgestern

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Poco Loco 30.11.2017, 19:23
8. Wenn man auf Ebay od. Amazon verkauft...

....wird man fortwährend dazu aufgefordert, die Preise zu senken. Wenn ich mich an die Preisvorschläge halten würde, zudem die MwSt. davon abziehe, dann läge der Verkaufspreis unter dem EInkaufspreis, also ein Verlustgeschäft. Amazon u. das Finanzamt verdienen mehr an meinem Produkt, als ich der die ganze Arbeit finanziert und tätigt. Das zeigt, dass die Plattformbetreiber geradezu zum MwSt.-Betrug auffordern, nur damit sie selbst mehr Umsatz machen bzw. noch mehr Provisionen einstreichen können.

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oldseaman1947 30.11.2017, 19:41
9.

Schäuble als Bremser ist ja nun endlich Geschichte.

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