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Brückeneinsturz in Genua: Kaputtgespart
DPA

Selten wurde so dramatisch an der Erneuerung öffentlicher Substanz gespart wie zuletzt im Euroraum - und dort nirgendwo so viel wie in Italien. Auch diese Tatsache gehört auf die Liste möglicher Gründe für die Genua-Tragödie.

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frankfurtbeat 17.08.2018, 12:24
1. Es gibt endlos viel Geld ...

Es gibt endlos viel Geld. Man muss es nur richtig aufteilen und nutzen. So sieht es aus aber solange die Politik ohne Zustimmung der Bürger entscheidet was gut und schlecht für dieses Land ist dann werden die Gelder weiterhin zweckentfremdet. Es ist an der Zeit für eine wirkliche demokratische Staatsform à la Schweiz und ein faires Steuersystem ist seit xx Jahren überfällig!!!

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hannesmann 17.08.2018, 12:26
2.

Offensichtlich ist Herr Fricke mit den zugrunde liegenden Tatsachen nicht vertraut. Die Brücke befindet sich nicht im Besitz der italienischen Staates sondern eines privaten Unternehmens. Dort wurden wohl die Mauteinnahmen eher für Ausschüttungen einer Dividende als für Investitionen verwendet.

Versagt hat hier der italienische Staat wohl eher bei der Aufsicht. An der Sparpolitik, von der Italien allerdings weit entfernt ist, kann es wohl nicht gelegen haben. Aber die Realitäten passen eher nicht ins Weltbild des Herrn Fricke.

Ehe man in Italien immer neue Schulden macht, wäre es wohl angebracht die Schattenwirtschaft, das Versickern von Geldern bei der Mafia und eine ineffektive Verwaltung zu bekämpfen.

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vrdeutschland 17.08.2018, 12:29
3. Bitte noch mal

Die Brücke wurde von einem privaten Unternehmen betrieben. Was hätten dort die Aufstockung der öffentlichen Mittel bewirkt ?

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kajosch55 17.08.2018, 12:33
4. Und wo ist das Zauberwort?

PPP ist gemeint und genau diese perversen Konstruktionen werden gerade mal in einem kleinen Nebensatz erwähnt. Nicht immer ist Europa schuld, manchmal ist es einfach nur die ganz normale Geldgier, Und natürlich das mit PPP unbedingt verbundene Vitamin B und die Bestechlichkeit in beiden Richtungen, die aber leider nicht oder nur mit extrem grossem Aufwand beweisbar ist. Beweisbar ist später allerdings fast immer, dass PPP die denkbar teuerste Lösung für die Bürger und Steuerzahler ist.

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Haref 17.08.2018, 12:34
5. Ja, ja, die öffentlichen Investitionen...

Da hatten wir doch mal einen Finanzminister, nennen wir ihn mal 'die schwarze Null'. Insbesondere Investitionen wurden zurückgefahren, um dieses Ziel nicht zu gefährden. Wohin das führt, wenn erforderliche Investitionen nicht vorgenommen werden, sieht man im Bildungssektor (Investitionsstau über 30 Mrd. €), der Infrastruktur, am Anteil der befristeten Stellen im öffentlichen Sektor, etc.
Alles wurde 'nach hinten' verschoben. Nun haben wir einen Investitionsstau sondergleichen. Schade.

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carahyba 17.08.2018, 12:37
6. Sie werden sehen ...

Hr. Fricke, Sie als Tabubrecher werden an den Pranger kommen, nicht diejenigen, die für diese Kalamität verantwortlich sind.

Danke Ihn von Herzen für diesen Beitrag und SpOn, dass er so veröffentlicht wird.
Danke.

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sandiro 17.08.2018, 12:37
7. Bitter und vielleicht heilsam?

Es besteht ja der funken einer Möglichkeit dass jetzt in Deutschland endlich in Schulen und Lehrkörper investiert wird. Aber seien wir trotzdem nicht zu euphorisch, was 10 Jahre vernachlässigt wurde kann nicht bis heute in einem Jahr aufgeholt werden. Also weiter leiden und möglichst bald in den Ruhestand gehen.

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zeichenkette 17.08.2018, 12:37
8. Viel Spekulation

Sollte man nicht vielleicht doch erstmal abwarten, bis untersucht worden ist, was da eigentlich genau passiert ist und warum? Alternativ kann natürlich auch sofort jeder einfach sein eigenes Süppchen darauf kochen. Aber das ist irgendwie genau dasselbe wie mit der Infrastruktur: Man verkauft die politische Kultur für kurzfristigen Nutzen, bis hin zu ein paar mehr Klicks für die Werbeauswertung. Das ist alles so erbärmlich.

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curiosus_ 17.08.2018, 12:38
9. ??

Zitat von Thomas Fricke
Dass also in die Liste möglicher Erklärungen für das unfassbare Desaster dieser Woche auch gehört, wie manisch die Regierungen Italiens und anderer Euro-Krisenländer in den vergangenen Jahren dazu getrieben wurden, öffentliche Ausgaben zu kürzen. So sehr, dass jetzt die Infrastruktur auf beängstigende Art verfällt. Und Brücken einstürzen. Wenn der Verdacht sich auch nur ansatzweise bestätigt, müsste man dies als das einstufen, was es ist: der Bankrott eines wirtschaftspolitischen Dogmas.
Ihnen dürfte aber schon bekannt sein, dass die eingestürzte Brücke null Komma gar nichts mit "öffentliche Ausgaben" zu tun hat? Die italienischen Autobahnen werden von der Atlantia S.p.A. betrieben, eine italienische Privatfirma. Und die ist auch für die Wartung und Instandhaltung sowie die Betriebssicherheit (auch der eingestürzten Brücke) zuständig.

Wikipedia schreibt dazu:

Atlantia hatte im Jahr 2017 knapp 7 Mrd. € Einnahmen; 70 % davon stammten aus Mautgebühren. Atlantia hat die Erträge und die Profitabilität in den vergangenen Jahren gesteigert und die Ausschüttung an die Aktionäre erhöht. Die italienischen Mautgebühren gelten als die höchsten Europas.

Wie Sie darauf kommen, dass die EU-Austeritätspolitik eine Rolle gespielt haben könnte ist mir schleierhaft.

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