Forum: Wirtschaft
Ceta-Blockade: Wallonien bleibt hart
AFP

Das Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada droht am Widerstand der Wallonie zu scheitern. Die belgische Region hat ein Kompromiss-Angebot als "nicht ausreichend" abgelehnt. Spitzen der EU geben Durchhalteparolen aus.

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RenegadeOtis 21.10.2016, 12:44
160.

Zitat von ecce homo
Wie wäre es mal mit einem Beispiel für ein Vorteil? Ich sehe da nämlich nichts, was auf der Hand liegen würde.
Statt - wie seit Jahrzehnten üblich - privater Schiedsgerichte ohne Berufungsmöglichkeit werden die Schiedsgericht in einen quasi-öffentlichen Stand gehoben und müssen die Möglichkeit der Berufung seitens des Unterlegenen bieten.
Also, für den Fall dass Sie glaubten jetzt würden plötzlich die bösen Schiedsgerichte eingeführt: Die gibt's schon n paar Jahrzehnte.

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burgundy 21.10.2016, 12:45
161.

Verfolgt man die Diskussion um die Entscheidung der Wallonen im Forum, so fällt auf, dass einige Foristen ganz herablassend mit den Bedenken der Wallonen umgehen, indem sie ihnen mangelnde Bedeutung zuschreiben, andere wiederum fast hochmütig auf die Verfügbarkeit der CETA Vereinbarungen im Internet hinweisen, wieder andere auf praktische Vorteile von Handeltreibenden durch CETA hinweisen.

Kaum einer beschäftigt sich damit, WARUM die Wallonen den Vertrag in der jetzigen Form ablehnen. Und da sind wohl zwei Punkte herauszugreifen: Als vorwiegend agrarische Region sorgen sich die Wallonen um den Fortbestand ihrer derzeitigen Wirtschaftsstruktur und -kraft, also schlicht um ihre Existenz. Diese Sorgen dürften, nach eingehendem Studium der CETA Texte wohl berechtigt sein, so jedenfalls die wallonischen Politiker. Zum zweiten lehnen die Wallonen CETA nicht in Bausch und Bogen ab, sie wollen nur nicht, dass es in Bausch und Bogen unter Inkaufnahme von Kollateralschäden einfach durchgeht. Und sie möchten, dass die Ergebnisse der Nachverhandlungen, die entgegen aller optimistischen Beteuerungen von seiten Gabriels, Junckers, anderer EU - Grössen aber auch Forumsexperten, offensichtlich auf öffentlichen Druck hin doch notwendig waren, publik gemacht werden. Diese stehen eben nicht im Vertrag, der, wie oft betont wird, "schon seit Monaten im Internet steht".

Diese Transparenz steht nicht nur den Wallonen, sondern allen EU-Bürgern zu, insbesondere jenen, die sich mit dem Abkommen nicht wohl fühlen. Das zu ignorieren, führt sicherlich zu weiterem Verdruss an der EU Politik. Und zwar nicht bei potentiellen Handelspartnern, sondern bei der europäischen Bevölkerung, die die EU letztlich trägt und tragen muss. Was wiegt schwerer?

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