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Das Scheitern von Air Berlin: Einfach eine Nummer zu groß
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Mit dem "Mallorca-Shuttle" brachte Achim Hunold seine Fluggesellschaft einst groß raus. Doch schon bald wurde Air Berlin zum Parade-Beispiel dafür, wie man ein Unternehmen abwirtschaftet. Was bleibt?

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eckawol 15.08.2017, 17:56
50. There is no better way to fly,

hieß es mal bei einer LH - Werbung.
Jetzt kann diese nochmal unter Beweis stellen, ob diese Werbung noch zutriff bevor die Air-Berliner zu
Ryanair, Easy Jet, Wizz , Norwegian gehen , wenn der BER mal richtig funktioniert.

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ruzorma 15.08.2017, 17:57
51. Als Anwohner des FRA

in Mainz und wissend um die Wichtigkeit all der Termine im Konzern- und Beraterumfeld bin ich sicher daß wir verkehrstechnisch auf einem völlig falschen Weg sind.

Wir brauchen verschiedene technische und organisatorische Neuerungen, damit Wohnen und Arbeiten nicht überall in apokalyptische verlärmte Betonlandschaften führt, in denen die Menschen nur noch vor den Trugbildern der Mulltimedia ihr Dasein fristen wollen.

Wir brauchen ein Wachstum hinein in mehr Schönheit, weniger Lärm, weniger Abfall und Abgas, weltweit, aber speziell der Flugverkehr ist eine extreme Lärm- und Abgasquelle.

Es ist nicht einzusehen daß die Kleinwagenfahrer als "Stinker" bezeichnet werden, während täglich weit über 1000 tieffliegende Passagiermaschinen die Luft nur wenige 100 Meter über den grünen Umweltzonen verlärmen und verqualmen.

Und all das wird offenbar als völlig normal hingenommen.

Wir brauchen ein Wirtschafts- und Lebensumfeld, in dem die Qualität für das menschliche Miteinander und eine lebenswerte Umwelt im Mittelpunkt stehen, anstatt in einer nie endenden Kompromisskette das Land und die Luft zu zerstören.

Air Berlin ist einfach nur der Name für eine seelenlose Billigfluglinie ohne Inspiration. Andere, wie Ryanair, stehen für einen noch mieseren Sparkurs.

Ich kann nur hoffen daß die verantwortlichen Regierungen in Europa, China, Japan und den USA auf die Idee kommen, den Flugverkehr umweltverträglicher zu machen, da will ich jetzt garkeine Einzelheiten bringen, aber jeder weiß worum es geht.

Viele Flugreisen und somit das Planungsverhalten der Menschen kommen überhaupt nur deswegen in Betracht, weil sie überaus günstig angeboten werden.

Der günstige Preis funktioniert, weil Lärm, Abgase, Mitarbeiterzufriedenheit viel zu gering geachtet werden.

Die Luftfahrtbranche ist auf einem Irrweg, ein Wachstum auf Basis der bestehenden Systeme ist nur eine einzige Umweltkatasptrophe.

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freddygrant 15.08.2017, 17:59
52. Gewinner gibt es bei diesem Slow Crash ...

... mit Sicherheit keinen. Air Berlin hat in den fast 40 Jahren
im Air Carrier nicht mal so viel falsch gemacht. Aber das
Problem war nicht am Markt, sondern wie so oft bei deutschen
Unternehmen auf der Kostenseite und durch Eigner und
Unternehmensleitung verursacht. Wenn dieiese mit zu großer
Selbstzufriedenheit und -bedienungsmentalität agieren, die
Mitarbeiter im Verdienst am unteren Rand der Branche hängen
und die Flugtickets trotzdem mehr als 50 % teurer als bei der
Konkurrenz sind ist solch ein Laden auf Dauer nicht zu halten
und zu finanzieren. Wie gehabt muss jetzt der Staat - also wir
alle - bluten, daß für die erhebliche Anzahl von Mitarbeitern eine
weiche Landung möglich wird. Was für eine tolle soziale
Marktwirtschaft!

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katiamobil 15.08.2017, 18:03
53. "Manager" im Egowahn

Wieder ein Beispiel dafür das unfähige aber unfassbar von sich selbst überzeugte Menschen (Manager sind sie keine, dafür sollte man außer Kontakte in die Politik ganz andere Fähigkeiten besitzen) immer und immer wieder scheitern. Leider ziehen sie soviel andere Menschen mit nach unten, verbrennen Geld im ganz großen Stil und stolpern danach mit breitem selbstgefälligem Grinsen in das nächste Großprojekt.....und diejenigen die ihnen den nächsten Job verschaffen für den sie ebenso total überfordert sind, sind vom gleichen Schlag.

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Abel Frühstück 15.08.2017, 18:03
54.

Zitat von INGXXL
Air Berlin ist nicht gerade billig. Fliege manchmal von Köln oder Dus nach Berlin. Meist mit Ryanair für 19.99 manchmal auch mit Germannwings ist etwas teurer nie mit AB kostet immer nindestens das Doppelte. Also ab in die Pleite braucht keiner
Ihr Beitrag zeigt, warum das ganze System pervertiert ist. Ein Flug soll 20 Euro kosten, sonst braucht den Carrier keiner. Diese Maßstäbe sind doch völlig verdreht.

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epicentre 15.08.2017, 18:06
55.

Zitat von DMenakker
Ach so, wenn eine Airline pleite ist, kann man umbuchen. Klar doch, vor allem, wenn man selbst bezahlt. Oder wer sollte den einspringenden Fluggeselschaften denn die Ticket bezahlen? 3 Und Reiseveranstalter auf Mallorca? Was ist das? Außer Sie haben pauschal gebucht, aber das wird zum Glück ja immer weniger. Genau dafür ist der Überbrückungskredit da. Wer für länger als 3 Monate im Vorraus gebucht hat bekommt die Möglichkeit sein Ticket zurückzugeben, oder dafür sorgen, dass ggf. jemand anders gegen kleinen Aufpreis das Ticket villeicht doch akzeptiert, oder für die anderen, die evtl. pauschal oder kurzfristig individuell gebucht haben, dass sie ihre Tickets auch regulär abfliegen können. . Eines ist nämlich sicher. Eine unkontrollierte Pleite würde nahezu ausschlieslich zu Lasten der kleinen Urlauber gehen, und das mitten in der Hauptsaison, in der noch ein paar große Bundesländer mitten in den Ferien sind. Obwohl ich nicht betroffen bin und auch sonst als alter FDP-ler mit der Airline nichts zu tun habe und Staatssubventionen generell sehr kritisch gegenüber sthehe, DIESE 150 Mio waren sehr sinnvoll angelegt.
Ich sehe diesen Zuschuss nicht... Arcandor hatte 20 mal mehr Mitarbeiter und auch eine Touristik-Sparte (Thomas Cook). Die beantragte ca. halbe Milliarde Überbrückung wurde auch nicht genehmigt. Sorry, aber das ist mit dem Gerade um Urlaubszeit alles Wahlkampftaktik.
Jede Insolvenz ist irgendwie chaotisch und jede Firma hat Zulieferer, Kunden, langfristige Verträge. Ich sehe den Unterschied nicht zwischen Air Berlin und jeder beliebigen Handels- oder Baufirma.
Ab gesehen davon... Wer seid spätestens 2015 mit AB geflogen ist, sollte eigentlich damit rechen, dass das jederzeit ein one-way-ticket sein kann.

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Holda 15.08.2017, 18:21
56. Gewollt!

Zitat von moby_HH
Bei H. Mehdorn wird gerne übersehen, dass eigentlich jedes Unternehmen nach seinem Weggang (beinahe) ruiniert war: das war bei Heidelberger so, bei Air Berlin, der Bahn... der "große" Sanierer hatte es eigentlich immer geschafft, die Unternehmen kaputtzusparen. Immer wurde kurzfristig saniert, aber alle langfristig notwendigen Investitionen wurde abgewürgt, so dass die Unternhemen zwar kurzfristig gut da standen, ein paar Jahre nach Mehdorns Abgang, als dann die Folgen der verfehlten Sparpolitik durchschlugen, sämtliche langfristigen Ziele eigentlich komplett verfehlt wurden. So wurde aus dem häufig blauäuigg als Retter gefeierten Sanierer Mehdorn durch blinde, kurzfristige Sanierungswut eigentlich der Totengräber vieler Hoffnungen und Unternehmen.
Mehdorns Blutspur beginnt schon bei MBB. Die für Personalberufung verantwortlichen Aufsichtsräte wussten, mit wem man es zu tun hatte. Und genau deswegen wurde Mehdorn immer wieder berufen: weil er ein Raubautz war, der ohn jedes weitere Nachdenken und ohne Rücksicht auf Menschen einen Auftrag durchzog.
Bei der Bahn ging es um viel Geld: Mehdorn sollte die Bahnprivatisierung perfekt machen, an der sich so etliche Herren im Hintergrund eine goldene Nase zu verdienen hofften. So auch das S21-Ding. Heinz Dürr hatte die Idee, die einst "volkseigenen" Bahngelände privat an "Investoren" verkaufen zu können und die Allgemeinheit dafür auch noch bezahlen zu lassen. (Es sollten ALLE Bahnhöfe in D verbuddelt werden!)

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Silversurfer2000 15.08.2017, 18:23
57. Predatory Pricing der Lufthansa

Lufthansa ist - warum auch immer - von keinem Kartellamt dafür bestraft worden, dass die "predatory pricing" machen. D. h. auf Strecken, die Air Berlin innerdeutsch geflogen ist, z. B. München-Hamburg, hat LH die Preise gesenkt. Dort wo Air Berlin nicht (mehr) aktiv war, z. B. Köln-Hamburg, kostet heute ein LH-Ticket doppelt so viel. In jeder anderen Industrie ist dies komplett verboten. Aber in der Luftfahrt hat sich LH damit ein innerdeutsches Monopol für Linienflüge geschaffen.

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sachsuli 15.08.2017, 18:25
58. Nicht konsequent

Zitat von DMenakker
.... Obwohl ich nicht betroffen bin und auch sonst als alter FDP-ler mit der Airline nichts zu tun habe und Staatssubventionen generell sehr kritisch gegenüber sthehe, DIESE 150 Mio waren sehr sinnvoll angelegt....
Na da muss man sich doch wirklich fragen, ob Sie den Gedanken einer freien Marktwirtschaft richtig verstanden haben. Wer sein Unternehmen in die Insolvenz führt, darf eben kein zusätzliches Geld vom Staat erhalten.
Ihr Argument, dass mit dieser Finanzhilfe, die Käufer von Tickets, die vorab kauften, entschädigt werden sticht nicht. Wer sich ein Ticket kauft, sollte eben nicht nur bei "cheap seat" buchen, sondern wenn man Sicherheit will, nicht auf den Pfennig schauen.
Was die vorab gebuchten Reisen von Pauschaltouristen angeht, so steht hier der Veranstalter in der Verantwortung, Punkt und Ende.
Geld an Pleite gegangene Unternehmen, ob Bank, Drogeriemarktkette oder aber Fluglinie darf es nicht geben.

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cybernic 15.08.2017, 18:30
59. Verstehe nicht, warum hier viele so über Air Berlin lästern

Aus meiner Sicht boten sie ein gutes Preis-Leistungsverhältnis: nicht zu billig und damit halbseiden wie z.B. Easyjet oder Ryanair und doch eine preisgünstige Alternative zu LH. Diese Fluggesellschaft jetzt grundsätzlich so in die Pfanne zu hauen, halte ich für idiotisch. Sicher gab es Managementfehler und die Ausrichtung auf zu viele und falsche Strecken; aber gerade in Europa war es eine sehr sinnvolle Ergänzung zu klassischen Flugangeboten.

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