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Demokratie in der Demografie-Falle: Landluft macht unfrei
DPA

Die zunehmenden Gegensätze zwischen Metropolen und Peripherie bringen enorme Spannungen mit sich. Sie haben das Potenzial, die Demokratie zu unterminieren.

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goethestrasse 05.08.2018, 12:03
1. Lebensqualität

Die Lebensqualität auf "dem Dorf" ist für die meisten besser als in der Stadt. Urbane Szeneviertel sind "das Paradies" nur für Singles, Patchworker und Non-comformisten. Leider sind dies die Stimmungs- und Meinungsmacher in der Republik. Es gibt auch einen Kosmos ausserhalb der Kurzstecken-Zone.

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jozu2 05.08.2018, 12:05
2. Land ist überrepräsentiert

Wo bitte, Herr Müller, sind ländliche Gegenden überrepräsentiert? ÖPNV, Ärzte und Internet sind doch die besten Beispiele, dass ländliche Gegenden gerne vergessen werden - so sehr, dass sich jetzt die Politik einschaltet.

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tobby27 05.08.2018, 12:10
3. So, so, das Land ist überrepräsentiert...

Deswegen sind die Zeitungen voll von Themen wie Wohnungsmangel - bei uns sind Wohnungen preisgünstig zu haben; kostenfreiem Nahverkehr - bei uns kann man froh sein, wenn der Bus zwei Mal am Tag kommt; Flüchtlingskriese - alleine in meiner unmittelbaren Nachbarschaft leben drei syrische Familien und alle werden von uns radikalen Landeiern integriert und unterstützt; und Feinstaubdiesel. Ärzteüberversorgung? Klar ganz wichtiges Thema in den ländluchen Gebieten, in denen Du 1h Fahrtzeit hast um mal einen Facharzt zu finden. Störerhaftung? Super wichtig wenn Du froh sein kannst überhaupt mal einen Anschluss zu bekommen...

Die ländlichen Regionen werden vielmehr ignoriert. Das führt zur Abwanderung - und der Verschärfung der Stadtprobleme - und zu einer Gefahr, dass die, die sich ungehört fühlen dann tatsächlich radikalen Spinnern ihre Stimme geben.

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garb 05.08.2018, 12:17
4. Die unfreie Landluft

Die Landbevölkerung als Gegner der offenen Gesellschaft ist die These des Artikels. Hier in einer ländlichen Gegend nahe Luxemburg ist davon nichts zu spüren. Aber keine Angst vor der Landbevölkerung, das erledigt sich ja bald von selbst. Keine Ärzte, kein Internet, wenig Jobs, da laufen die Jungen weg. Dann einfach noch weniger Geld in die ländlichen Gebiete schieben, das Wahlrecht ändern und dann ist es aus mit der konservativen Landbevölkerung. Dann können sich auch endlich große Agrarfabriken im Westen breit machen. Das ist natürlich schade für den Städter, er hätte ja gerne eine heile Welt auf dem Lande wo seine Lebensmittel herkommen.

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mikelinden 05.08.2018, 12:17
5.

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben" (Alexander von Humbold) - erstaunlich aktuell.

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willi.thom 05.08.2018, 12:20
6.

Ich sehe dieses Stadt-Land-Problem nicht, bzw. nicht so, wie der Autor. Man muß als erstes unterscheiden zwischen Stadt /Metropole, Umland und Land. Mal zieht es junge Familien ins Umland, dann geht das Pendel wieder in die andere Richtung. Auf dem Land wohnen Menschen, die ans Land, an den Boden gebunden sind. Die werden dort auch wohnen bleiben. Zweitens zieht es nach wie vor immer mehr Menschen in die großen Städte und verschärfen dort das Wohnproblem. Der Gegensatz zwischen Stadt und Land existiert in China sehr massiv, aber nicht in Deutschland. Wir haben hier eher das Problem, vor allem im Osten, daß Dörfer und kleine Städte aussterben und es ökonomisch sinnvoller wäre, Gemeinden aufzulösen und die wenigen Bewohner umzusiedeln. Die Demokratie wird durch Politiker wie Frau Merkel aus der Uckermark unterminiert, denn sie stellt ihre Politik als alternativlos dar, was in höchstem Maße undemokratisch ist.

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tadano 05.08.2018, 12:22
7. Das Problem liegt in den Wahlsystemen

In den USA hat der Kandidat gewonnen der weniger Stimmen bekommen hat. In Europa kann jedes noch so kleine Land sein Veto einlegen. Wenn Europa immer einstimmig entschieden muss bedeutet das im Grunde Stillstand.

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mikn1000 05.08.2018, 12:26
8. Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten

Man kann ein Situation akzeptieren, verändern oder die Verlassen. Wie der einzelne Mensch entscheidet, ist diesem selbst überlassen.

Und Grundmotivation des Menschen ist zu überleben. Also Essen zu haben, ein Zuhause, etc. Dafür benötigt der Mensch ein Einkommen oder kommt mit der Sozialhilfe zurecht. Gibt es keine Möglichkeit ein Einkommen in der Region zu realisieren, so gehen die Menschen. Die Digitalisierung fördert Monopole. Also gehen die Menschen dorthin wo die Großfirmen sitzen. Das konzentriert halt in den Ballungszentren.

"Demokratie" auf Dörfern funktioniert letztlich auch nur eingeschränkt. Entweder man zieht im Dorf mit oder man ist isoliert. Und dann liegt es wieder bei jeden Menschen, ob er das akzeptiert, ändert oder halt das Dorf verlässt. Und kaum denkt eine Gruppe anders, gilt das Dorf als gespalten.....

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Darwins Affe 05.08.2018, 12:27
9. Zweischneidige Demographie

1) Natürlich entschied historisch letztlich die Demografie. Und da sieht`s generell in Europa zappenduster aus.
2) Aber vielleicht ist das alte Denken (möglichst viel Land, möglichst viel Bevölkerung) überholt. Neue Technologien könnten bis zu 50% der Arbeitsplätze ersetzen und so den Wohlstand mehren.
3) Was hat multikulturell mit liberal zu tun? Die Ghetto-Bewohner in den Grossstädten werden doch wohl nicht gar die FDP wählen.
4) Nicht überall profitieren die Zentren vom Zuzug: In Berlin gibt’s inzwischen 25% Hartzler.

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