Forum: Wirtschaft
Deutschland gegen Euro-Bonds: Ökonomie mit Häkelschutz
DPA

Das deutsche Nein zu Euro-Bonds und gemeinsamer Verantwortung zeugt von einem Ökonomieverständnis, das in den Sechziger Jahren steckengeblieben ist - als jeder noch irgendwie für sich selbst sorgen konnte.

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luny 19.05.2017, 14:18
70. Falsch abgebogen

Zitat von mainemainung
Der erste Teil der Enteignung der deutschen Bürger war die Einführung des Euros - eine Herzensangelegenheit der Franzosen - danke auch an dieser Stelle. Der durch die Abwertung der DM erzeugte Exportüberschuss landet bekanntermaßen nur in wenigen Brieftaschen. Jetzt geht es weiter mit Eurobonds, da darf der Steuerzahler noch mal was drauf legen. Toll. Die EU war gut solange es nur eine Wirtschaftsgemeinschaft war und nur wenige Mitglieder hatte. Jetzt kann man den Verein vergessen. Ich beneide die Briten.
Hallo Mainemainung,

wenn man sich verfahren hat, ist die einzige Lösung, dahin zurück-
zukehren, als man noch auf dem richtigen Weg war.

Ihrem Beitrag stimme ich zu. Der richtige Weg war die EWG mit
freiem Waren- und Personenverkehr.

Alles, was danach forciert wurde, ging in die falsche Richtung.

LUNY

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Herbert B. 19.05.2017, 14:22
71. "Opa"?

Seit wann schreiben Pimpfe die noch feucht hinter den Ohren sind von der Häkelrolle und dem "Opa". Ich verbitte mir als Senior diese alberne Bezeichnung. Deutschland zahlt schon genug in alle möglichen Organisationen und Institutionen ein. Wir leisten großzügigste Entwicklungshilfe. Unsere Bürgschaftsverpflichtungen gehen in die Milliarden. Nein, Frau Merkel und Herr Schäuble liegen auch deshalb in den Umfragen (ARD und ZDF) weit vor Eurobond-Schulz.
Intern: Und wenn alle Stricke reißen, nach der Bundestagswahl wird sich - so denn das Thema aktuell wird- "Mutti" sich nach der Volksstimmung äh Gesellschaftsstimmung erkundigen und notfalls doch Eurobonds genehmigen.
"Was hindert mich jeden Tag dazu zu lernen"

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nomac 19.05.2017, 14:22
72. Danke!

Danke für diesen eingängigen Artikel. Es überrascht mich immer wieder, mit welcher ökonomischen Inkompetenz in Deutschland über den Euro und damit auch über die Zukunft der EU gesprochen wird. Selbst Ökonomen räumen nur im Privaten Fehler ein und geben nur dort zu, dass ihre Modelle z.T. lächerlich simpel (im Unterschied zu komplex) sind. Lieber ausländische Kollegen verunglimpfen als inadequates Wissen in Frage zu stellen...

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luny 19.05.2017, 14:23
73. Niemand hat die Absicht

Zitat von HaioForler
Ja. Und dass es hoffetnlich nie zu einer Schuldengem,einschaft dazu kommen möge. Hat man uns doch bei Euro-Einführung gesagt oder? Haben die Schmiermäuler und Wendehälse wieder gelogen?
Hallo HaioForler,

die Aussage, daß es innerhalb der EUR-Zone keine Schuldengemein-
schaft geben wird, können Sie getrost im Ordner unter

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen"

ablegen.

Sie können diese Aussage natürlich auch sofort in den Papierkorb
werfen.

LUNY

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muellerthomas 19.05.2017, 14:26
74.

Zitat von luny
Hallo Muellerthomas, das ist richtig, allerdings sind die Leistungsbilanzüberschüsse innerhalb der EUR-Zone ungleich verteilt. Diesen Zustand mittels EUR-Bonds "reparieren" zu wollen, ist eher eine Maßnahme, die zwar eine Baustelle beendet, dafür aber zahlreiche andere eröffnet. Die EUR-Zone wurde von den Bürgern (mehr oder weniger) nur akzeptiert, weil eine Haftungsunion ausgeschlossen wurde. Ich denke nicht, daß die Bürger der EUR-Zone ihre Meinung geändert haben, mit Ausnahme der mutmaßlichen Profiteure = der "notleidenden" EUR-Staaten und deren Bürger. LUNY
Ja, allerdings erwirtschaftet Italien durchaus auch einen Leistungsblanzüberschuss und Spanien ebenso. Abgesehen davon ist es nicht erstrebenswert, dauerhaft LB-Überschüsse zu erzielen und schon gar nicht in den Größenordnungen wie Deutschland dies seit 2003/04 macht.

Ich stehe Eurobonds durchaus kritisch gegenüber - die hier vorgebrachten Argumente sind mit wenigen Ausnahmen (wie gewohnt Curiosus_) nicht stichhaltig.

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sport1 19.05.2017, 14:28
75.

Eurobonds sind der Freibrief für alle Staaten außerhalbs Deutschlands sich weiterhin grenzenlos zu verschulden.
Und wer bezahlt die Pleitestaaten dann? Natürlich wir doofen deutschen Steuerzahler. Unfassbar ist die Meinung des Autors....aber egal, er hat ja womöglich seine Schäfchen im Trockenen.

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botellus_maximus 19.05.2017, 14:28
76. Geben Sie allen Ihren Nachbarn eine Bankbürgschaft?

Wer würde allen seinen Nachbarn eine unbegrenzte Bankbürgschaft geben, damit dann jeder in der Nachbarschaft mit der gemeinsamen Bonität viel höhere Kredite aufnehmen kann, als er alleine bekommen würde? Klingt unvernünftig, gar verrückt? Ist es auch.

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saftfrucht 19.05.2017, 14:34
77.

Zitat von muellerthomas
Es wurde niemand dazu verpflichtet. Wie kommen Sie zu solchen Behauptungen?
Community Reinvestment Act.

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ollowain13 19.05.2017, 14:36
78. WIR sind nicht "die deutsche Wirtschaft"

Die deutsche Bundesregierung tut verdammt gut daran, eine gemeinsame Haftung für Schulden der Eurozone, die automatisch gleichbedeutend damit wäre, dass D und eine sehr überschaubare Gruppe anderer Länder für die Schulden der ganzen Eurozone 1:1 bezahlen müsste, abzulehnen.

Sie monieren, dass die deutsche Wirtschaft ja so exportabhängig ist, dass wir darauf angewiesen seien, dass es den anderen Ländern gut geht, damit die weiterhin unsere Produkte kaufen. Sie unterschlagen dabei, dass mit "wir" in dem Fall die überwiegend aus Großkonzernen bestehende deutsche Exportwirtschaft gemeint ist und eben NICHT der deutsche Bürger, der als Steuerzahler die Haftung für die Eurobonds übernehmen müsste. Es sind schon genug Verbrechen am Steuerzahler begangen worden, indem er für sinnlose Zockereien der Banken zur Kasse gebeten wurde. Jetzt nochmal dasselbe für die deutsche und europäische Großindustrie? Kommt überhaupt nicht in Frage!

Bleibt noch die Frage, ob der deutsche Steuerzahler es vermeiden kann, für die Schulden anderer Euro-Länder in Haftung genommen zu werden. Antwort: Ja, möglich wäre das schon, wenn die Politik endlich eingestehen würde, dass der Euro eine extrem teure Todgeburt ist. Eine Gemeinschaftswährung von wirtschaftlich so unterschiedlich erfolgreichen Ländern kann nicht funktionieren, ohne dass sie einen Haufen Probleme für alle Beteiligte mit sich bringt. Die einen müssten volkswirtschaftliche gesehen abwerten, können aber nicht. Die anderen müssten eigentlich aufwerten, können aber auch nicht und in der Zwischenzeit verballert die EZB die allerletzten Reserven der Eurozone für Schrottanleihen, und befeuert so gleich die nächste Blase mit Ansage. Die Konsequenz müsste sein: Der Euro hat nicht funktioniert, also wird er wieder zugunsten der nationalen Währungen abgeschafft. Jedes Land kann dann wieder wirtschaften, wie es für das Land und seine Bürger am günstigsten ist. Damit ist sowohl dem deutschen als auch dem griechischen Bürger am meisten gedient und es würden auch weitaus weniger Feindbilder quer über die Eurozone aufgebaut. Auf gar keinen Fall darf das Desaster nun auch noch vergrößert werden, indem D die Haftung für die gesamte Eurozone übernimmt.

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syssifus 19.05.2017, 14:37
79. Gemeinsamkeiten

"Nur gemeinsam sind wir arm" würde ich die Spruchblase umändern.Vor der EU derzeitiger Prägung, war Deutschland wirtschatlich nicht ärmer,sondern reicher.Ob Deutschland zu guter Letzt wirklich profitiert,wird sich zeigen wenn die Target-II Forderungen platzen,bzw.nicht einzutreiben sind.

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