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Dieselskandal: Inhaftierter Audi-Ingenieur siegt vor Gericht
picture alliance / Julian Strate

Seit mehr als vier Monaten sitzt Giovanni P. in Untersuchungshaft - er soll eine Schlüsselrolle in der Abgas-Affäre gespielt haben. Nun könnte er bald auf freien Fuß kommen.

INGXXL 13.11.2017, 15:14
1. Hier wurde doch nur ein Mitarbeiter

aus der 3. Führungsebene angeklagt. Ein typisches Bauern Opfer

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Jacky Thrilla 13.11.2017, 15:16
2. Siescher, siescher ...

Der Ingenieur hat vollkommen eigenmächtig und ohne das Wissen der höheren Managementebenen gehandelt.
Frei nach dem Motto: "Warum leckt sich der Kater seine Eier? Weil er's kann!". So hat der Ingenieur sich gedacht, dass man einfach - weil man's kann und ohne Auftrag von weiter oben - eine Abschaltautomatik/Steuerelektronik zum Beschumsen einbaut.
Wer das glaubt, glaubt alles.
Der Weihnachtsmann rauscht mit drölfzigfacher Lichtgeschwindigkeit durch die Gegend, um in einer Nacht, jedem Kind auf der Welt seine Geschenke zu bringen. Weil er's kann!
Es wird doch immer argumentiert, das Manager- und Vorstandsgehälter so hoch sind, weil diese Leute eben auch in der Verantwortung stehen. Anscheinend nur, wenn es darum geht, Boni zu kassieren, nicht aber, wenn es um Betrug geht.
Wann sitzt denn endlich mal einer vom Format eines Winterkorn ein? Ach so, an die kommt man ja nicht ran...
Was würden so Leute ohne den guten alten Sündenbock machen?!

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spon-facebook-10000132861 13.11.2017, 16:11
3. man sollte noch weiter oben ansetzen...

Gerüchten zu Folge war es die Politik selber, die auf die Idee kam, unrealistisch niedrige Grenzwerte vorzuschreiben (niedriger als in Innenräumen vorgeschrieben), um so ausländische Konkurrenz vom Markt fernzuhalten (da man gleichzeitig den eigenen Herstellern zu Verstehen gibt, dass man nicht genau hinschauen werde). Und dann ging das top-down. Warum sonst ist die Politik so ruhig? Alle anderen, auch die Ausländer, nachdem sie es begriffen haben, haben dann auch kräftig mitgeschummelt. VW ist sogar der sauberste aller Hersteller! Aber wenn man die Anderen jetzt anklagen würde, dann könnten weitere unliebsame Details ans Tageslicht kommen.

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Peter Meyer01 13.11.2017, 16:38
4. Schlupfloch

Zitat von spon-facebook-10000132861
Gerüchten zu Folge war es die Politik selber
Man streitet es heute ab, aber die Politik war es, die ein Schlupfloch gelassen hatte: Die Fahrzeuge mussten einen 'unrealistisch' tiefen Wert erfüllen. Im Labor. Bei einer genau definierten Drehzahl etc. Das taten sie dann auch. Über realen Straßenbetrieb war ja nichts vorgeschrieben. Und so hat man das zwischen Industrie und Politik absichtlich gestaltet, so konnten alle glücklich sein: Die Politik tat was für die Umwelt, die Industrie erfüllte es und konnte verkaufen, die Kunden konnten dickere Autos ordern als 2-Zylinder 500 kg Sparmobile.

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spontanistin 13.11.2017, 17:03
5. Erfüllungsgehilfe!

Ein Personal–, Produktions– oder Finanzvorstand dürfte kaum die Technikkompetenz benötigen, um technische „Verbesserungen“ eines Verbrennungsmotors kompetent beurteilen zu können. Aber der Technik– und Entwicklungsvorstand sollte schon wissen und beurteilen können, was da nun durch seine Entwickler optimiert wurde. Wozu braucht man ihn sonst? An jedem Motorprüfstand kann er sich die Abgaswerte demonstrieren lassen, die durch nachgeschaltete Abgasaufbereitungssysteme gesetzeskonform zu minimieren sind. Verbrennungsmotortechnik und Abgasaufbereitung ist weder Hexenwerk noch rocket science. Skrupellos und feige, eine tolle Kernkompetenz–Mischung unserer Topmanager.

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hman2 13.11.2017, 17:32
6.

Zitat von spon-facebook-10000132861
Gerüchten zu Folge war es die Politik selber, die auf die Idee kam, unrealistisch niedrige Grenzwerte vorzuschreiben (niedriger als in Innenräumen vorgeschrieben),
Das ist völliger Quatsch. Die aktuell geltenden Grenzwerte sind diejenigen, die in dem Brief von BMW an die "liebe Angela" drinstehen, und zwar ausdrücklich als "realistische Werte". Die EU-Kommission wollte strengere Grenzwerte, aber nach dem Brief von BMW setzte Merkel in Brüssel die heute geltenden, deutlich lascheren Werte durch. Der Brief war in einer ARD-Dokumentation zu sehen.

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hman2 13.11.2017, 17:34
7.

Zitat von Peter Meyer01
Man streitet es heute ab, aber die Politik war es, die ein Schlupfloch gelassen hatte: Die Fahrzeuge mussten einen 'unrealistisch' tiefen Wert erfüllen. Im Labor.
Dass der Wert alles andere als unrealistisch ist, sehen Sie daran, dass es wenige Autos gibt, die ihn tatsächlich erfüllen, sogar auf der Straße.

Die Grenzwerte sind problemlos (!) erfüllbar. Es gibt dabei keinerlei technische Probleme. Es kostet lediglich ein wenig Geld, aber sowas scheuen unsere Autobauer wie der Teufel das Weihwasser.

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claus7447 13.11.2017, 17:42
8.

Zitat von spon-facebook-10000132861
Gerüchten zu Folge war es die Politik selber, die auf die Idee kam, unrealistisch niedrige Grenzwerte vorzuschreiben (niedriger als in Innenräumen vorgeschrieben), um so ausländische Konkurrenz vom Markt fernzuhalten (da man gleichzeitig den eigenen Herstellern zu Verstehen gibt, dass man nicht genau hinschauen werde). Und dann ging das top-down. Warum sonst ist die Politik so ruhig? Alle anderen, auch die Ausländer, nachdem sie es begriffen haben, haben dann auch kräftig mitgeschummelt. VW ist sogar der sauberste aller Hersteller! Aber wenn man die Anderen jetzt anklagen würde, dann könnten weitere unliebsame Details ans Tageslicht kommen.
Anstatt Gerüchte zu verbreiten sollten Sie Tatsachen schreiben.

Die Politik in Europa ist ruhig ... aber ich verspreche: es kommt noch dicker. Die juristischen Mühlen in EU mahlen langsam .. aber sicher!

VW wird sich noch umsehen müssen. Der gesamte Konzern ist so in Verruf geraten - mich wundert, dass da noch Zuwächse im Verkauf zustande kommen. Aber wie lange noch. Von meiner Seite ist er gestorben. Und zwischen meinem ersten Käfer und letztem Passat sind immerhin lagen 40 Jahre .. aber dies ist vorbei

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