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Diskriminierung am Arbeitsplatz - Ihre Erfahrungen?

85% Frauen im Unternehmen, aber 0% Frauen auf der Chefebene: Mit dieser simplen Rechnung hat eine Gema-Angestellte jetzt einen Prozess gegen ihren Arbeitgeber gewonnen. Es ist eine Premiere in Deutschland - was sind Ihre Erfahrungen mit Diskriminierung im Job?

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Günther_Glamsch 26.11.2008, 18:26
1.

Zitat von sysop
85% Frauen im Unternehmen, aber 0% Frauen auf der Chefebene: Mit dieser simplen Rechnung hat eine Gema-Angestellte jetzt einen Prozess gegen ihren Arbeitgeber gewonnen. Es ist eine Premiere in Deutschland - was sind Ihre Erfahrungen mit Diskriminierung im Job?
Ich habe eine weibliche Vorgesetzte und empfinde das als angenehm. Wenn man sich nicht allzu dämlich anstellt, kann man sie leicht um den Finger wickeln. Ein paar nicht übertriebene Komplimente reichen da schon und zaubern ein Lächeln in ihr Gesicht.

Ihr Vorgänger war ein gestandenes Mannsbild. War auch ganz nett, aber mit Komplimenten allein kam man da nicht weiter.

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werner51 26.11.2008, 18:41
2.

Zitat von sysop
85% Frauen im Unternehmen, aber 0% Frauen auf der Chefebene: Mit dieser simplen Rechnung hat eine Gema-Angestellte jetzt einen Prozess gegen ihren Arbeitgeber gewonnen. Es ist eine Premiere in Deutschland - was sind Ihre Erfahrungen mit Diskriminierung im Job?
Kein Problem hier. Frauen sind (mindestens) so gut wie Männer. Und wenn ich - bei vergleichbarer Qualifikation - die Wahl habe, dann achte ich schon darauf, daß auch Führungspositionen in etwa pari besetzt werden.
Bevorzugung einer Frau nur weil sie eine Frau ist, die lehne ich allerdings ab. Das AGG wäre in diesem Fall zu Gunsten der Männer anwendbar.

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torgum 26.11.2008, 18:44
3. tja

Das Problem mit einigen Damen in den Führungspositionen ist, dass sie das Gleichbehandeln nicht als Gleich behandeln, sondern es dann gleich übertreiben müssen. Das führt dann auch schonmal soweit, dass Kollegen ausgebremst werden, um nicht in die Situation zu kommen, dass er vielleicht mal mehr drauf haben könnte, als sie...

letzteres ist mir passiert ....zum Glück ist das nun vorbei...

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Wallenstein 26.11.2008, 18:46
4. Gleiches Recht auch für Männer!!!!

Alle reden von Gleichberechtigung für Frauen.

Wie sieht es denn unterhalb der Chefebene aus?
Anscheinend werden dort der Frauen bevorzugt - im Fall der Gema stehen dort 85% in Lohn und Brot.

Ich bin sehr für Gleichberechtigung, aber bitte dann auf allen Ebenen und nicht nur über die Chefetage diskutieren.

Es gibt mehr arbeitslose Männer als Frauen, und der Weg in den Chefsessel fängt bekanntlich in unteren Ebenen an.

Mehr Männer in die unteren Ebenen. Mehr Frauen in die oberen Ebenen. Das ist Gleichberechtigung.

Meine Erfahrung ist, dass Frauen grundsätzlich bessere Berufsmöglichkeiten haben, nicht zu letzt, weil sie für gleiche Arbeit weniger Geld bekommen. Schon aus diesem Grund bin ich für gesetzliche Gleichstellung bei der Lohnzahlung, dann nämlich rentiert es sich für Arbeitgeber nicht mehr Männer außerhalb der Chefetagen als Menschen zweiter Klasse zu behandeln.

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Frank2000 26.11.2008, 18:54
5. Vorurteil und Realität

Bis auf marginale Ausnahmen sind Frauen schon längst vollkommen gleichberechtigt in Deutschland. Der jetzige Krieg, der von eingen Frauen mit Hilfe der Gerichte gefochten wird, geht um etwas anderes:

um die "Verfraulichung" der Gesellschaft.

In meiner Branche (Software) können Frauen beliebig hoch kommen, da hier permanenter Mangel an qualifizierten und hochqualifizierten Kräften besteht. Wenn es dann aber hart auf hart kommt, machen die FRAUEN einen Rückzieher und nicht etwa die Arbeitgeber. Das Prestige und das hohe Einkommen eines Posten möchte frau schon gerne mitnehmen. Aber den Druck, die langen Arbeitszeiten, die Verantwortung... sprich die HÄRTE des Jobs will man nicht haben.

Statt dessen wird jetzt ein anderer Weg beschritten: man ist zwar sachlich den Mitbewerbern unterlegen, klagt sich aber durch die Gerichte. das hat gleich zwei Vorteile:

a) frau bekommt Kohle, ohne dafür zu arbeiten

b) als ungenannter Masterplan im Hintergrund verfolgt frau noch das Ziel, die sozialen Faktoren bestimmter Führungsposten verändern zu wollen. So im Sinne von: Personalchefin möcht´ ich schon gern sein, aber Entlassungen wird es bei mir nicht geben - statt dessen gibt´s dann Mediationsrunden und autogenes Training.

Mal sehen, ob frau damit durchkommt, ich bezweifle es ja eher...

Der Vollständigkeit halber muss man einen weiteren Grund nennen, warum Frauen seltener auf Führungsposten sitzen: wegen der schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Ich selbst habe Elternzeit genommen, um die Karriere meiner Frau nicht zu schädigen - aber das ist sicher noch nicht selbstverständlich. Die tatsächliche Gestaltung des Familienlebens wird von vielen, sehr persönlichen Faktoren bestimmt.

Im Endeffekt hat das aber nicht der Arbeitgeber zu verantworten. Um es überspitzt auf den Punkt zu bringen: 50% Teilzeit mit davon 80% Telearbeit disqualifizieren eine Mitarbeiterin für höhere Posten. Da kann sie fachlich noch so gut sein.


MfG Frank

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empire2002 26.11.2008, 18:54
6.

Ich kenne mehrere Unternehmen, in denen 85% der Männer mit Anzug und Krawatte zur Arbeit erscheinen müssen, während die Frauen mit Fußball T-Shirts, kurzen Hosen und Badelatschen zur Arbeit kommen dürfen.

Wenn man als Mann vor Gericht klagt, bekommt man zu hören, daß der Kleidungsstil Sache des Unternehmens ist (Kündigungsgrund).

Von daher finde ich es sehr interessant, daß die Beförderung von Mitarbeitern nicht Sache eines Unternehmens ist, sondern hier nach dem Grundsatz der "Gleichberechtigung" gehandelt werden soll.

Scheint so, als ob in der deutschen Rechtssprechung nur Frauen diskriminiert werden können.

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Niamey 26.11.2008, 18:54
7. Diskriminierung am Arbeitsplatz

Zitat von werner51
Kein Problem hier. Frauen sind (mindestens) so gut wie Männer. Und wenn ich - bei vergleichbarer Qualifikation - die Wahl habe, dann achte ich schon darauf, daß auch Führungspositionen in etwa pari besetzt werden. Bevorzugung einer Frau nur weil sie eine Frau ist, die lehne ich allerdings ab. Das AGG wäre in diesem Fall zu Gunsten der Männer anwendbar.
Dem stimme ich zu. Was ich nicht verstehe, warum da so ein Trara um die Sache gemacht wird und ein Gericht sich damit beschäftigen muss. Hat die jemand gezwungen in das Unternehmen zu gehen? Nein! Und das der Kollege aus flexibler ist, hat er schon mit dem Umzug von München nach Berlin bewiesen. Ausserdem ist es in Unternehmen gängige Praxis, wie bei Vater Staat übrigens auch, bestimmte Posten nur mit Hochschulabgängern zu besetzen. Andere werden schon garnicht in die engere Auswahl gezogen! Und eine Hotelfachschule ist keine Hochschule. Zumindest noch nicht!

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MichaelSE 26.11.2008, 18:58
8.

Zitat von Wallenstein
Alle reden von Gleichberechtigung für Frauen. Wie sieht es denn unterhalb der Chefebene aus? Anscheinend werden dort der Frauen bevorzugt - im Fall der Gema stehen dort 85% in Lohn und Brot. Ich bin sehr für Gleichberechtigung, aber bitte dann auf allen Ebenen und nicht nur über die Chefetage diskutieren. Es gibt mehr arbeitslose Männer als Frauen, und der Weg in den Chefsessel fängt bekanntlich in unteren Ebenen an. Mehr Männer in die unteren Ebenen. Mehr Frauen in die oberen Ebenen. Das ist Gleichberechtigung.
Der Unterschied bei der GEMA ist, dass es sich hierbei hauptsächlich um Verwaltungsarbeit handelt. Da bewerben sich in der Regel nur wenige Männer - und unbesetzt lassen kann man Stellen deswegen nicht. Stellen in den unteren Ebenen werden auch generell ausgeschrieben (mit Bewerbungen und Auswahlverfahren). Da lässt sich nachweisen, warum einer bevorzugt wurde.

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FMK 26.11.2008, 18:58
9. Design Inference

Dieser Prozess ist eins der vielen Beispiele für die "Design Inference", also den Rückschluss, dass etwas kein Zufall ist, sondern "Design" - also Absicht.

William Dembski etabliert diesen Rückschluss in seinem Buch "Design Inference". Notwendig dazu sind a) Das ausschließen einer Regularität (i.e. eine Naturgesetzes) - hier ganz sicher. b) Das ausschließen einer normal großen Wahrscheinlichkeit - gut bei 1% kann man schon streiten. Normalerweise reden wir von mehreren Zehnerpotenzen und c) Ein klar erkennbares Muster. Hier sehr einfach: Nur Männer.

Wenn man also argumentiert, dass 1% eine sehr kleine Wahrscheinlichkeit ist, und a) und c) gegeben sind, kann man den Rückschluss auf Design ziehen.

Dieser Prozess ist ein perfektes Beispiel für die Anwendung der Design Inference im gesellschaftlichen Leben.

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