Forum: Wirtschaft
Drohende Altersarmut: Fast jede zweite Rente liegt unter 800 Euro
DPA

Wer in Deutschland in den Ruhestand geht, der droht nach Angaben der Linken immer öfter in Armut abzurutschen. 48 Prozent der Rentner bekommen demnach schon jetzt weniger als 800 Euro im Monat.

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zora81 12.07.2018, 09:04
1. Traurig

Es ist natürlich schrecklich für diejenigen, die ihr Leben lang gearbeitet haben. Eine weitere Gruppe der zukünftigen Rentner, die von der Altersarmut betroffen sind, ist meine Elterngeneration. Viele Freunde meiner Eltern waren selbstständig und haben nicht oder nur wenig eingezahlt oder haben Bafög-Schulden, aufgrund derer sie nicht mehr in Vollzeit gearbeitet haben, um sich vor einer Rückzahlung zu drücken. Geheiratet wurde nicht, weshalb auch keine Aussicht auf Versorgungsausgleich bzw. Witwen/Witwerrenten besteht, was die Renten der noch älteren Generationen ja zumindest noch teilweise abpuffert. Da ich so viele kenne, die nie oder kaum in die Rentenkassen eingezahlt haben, bin ich für eine Verpflichtung eines jeden Bürgers zur Einzahlung eines Rentenbeitrags! Bei der Verpflichtung zur Krankenkasse haben auch alle gestöhnt und letztendlich klappt es doch jetzt und ist völlig selbstverständlich geworden. Es kann nicht sein, dass Selbstständige und Beamte, die jahrelang nichts einzahlen dann im Alter von der Allgemeinheit finanziert werden müssen.

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spiegel-bn 12.07.2018, 09:08
2. "Rente" ist nicht gleich "Rentner"

In Deutschland werden alleine aus der gesetzlichen Rentenversicherung 25,7 Millionen Renten ausbezahlt. Es gibt aber "nur" 17,5 Millionen Rentenempfänger.
Viele Rentner erhalten also mehr als eine Rente.
Das heißt aus der Höhe einer einzelnen Rente kann man nicht darauf schließen, wiviel ein Rentner wirklich an Rente(n) bekommt.
Das es bei vielen trotzdem nicht reicht, will ich ja garnicht bezweifeln, aber die Zahlen sollten wenigstens richtig dargestellt werden!

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Zottelbär 12.07.2018, 09:12
3. Fragwürdige Statistik

Die anderen Einkommen müssen unbedingt berücksichtigt werden. Erhalten z. B. Beamte, die früher einige Jahre als Angestellte in die Rentenversicherung eingezahlt haben, eine kleine Rente, deren Betrag übrigens grundsätzlich von der Pension abgezogen wird, um eine „Überversorgung“ zu verhindern, verfälscht dies die Statistik natürlich völlig.

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Tharsonius 12.07.2018, 09:13
4. Is Klar.....

Zitat:"Das Ministerium betonte, dass die Rentenhöhe für sich genommen nur eingeschränkt Hinweise auf die Einkommenssituation im Alter liefere. Grund dafür sei, dass weitere Einkommen nicht berücksichtigt würden - etwa die anderer Haushaltsmitglieder."

Vor allem weil so viele Rentner noch mehr als ihren Ehepartner/Lebensgefährten haben und sicherlich dann bei den Nachkommen wohnen. *ironie-off*

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fredotorpedo 12.07.2018, 09:14
5. sehr schief dargestellt

Die Koppelung von "Rente unter 800€" und "Altersarmut" ist sehr verfälschend. In den sehr vielen Fällen war es früher, bzw. in zu Beginn meiner Arbeitszeit so, dass der Mann arbeitete und die Frau sich um die Kinder kümmerte. Logisch, dass alle diese Frauen jetzt oft eine Rente unter 800€ erhalten. Nicht logisch ist die Folgerung, dass ihnen die Altersarmut droht.
In meinem Fall erhält meine Frau eine Rente unter 400€, unser Haushaltseinkommenist aber deutlich höher. Ich würde uns eher als wohlhabend und ncht als arm bezeichnen. Auch für den Fall, dass ich vor meiner Frau sterbe, wird es ihr noch sehr gut gehen. Und ich denke, das ist in vielen anderen Fällen auch so.
Wenn man also vernünftig über dieses Thema berichtet, dann sollte man auch differenzieren und jeweils die gesamte Einkommenssituation berücksichtigen. Es gibt auch viele Rentner, die haben eine niedrige Rente aber zusätzliches Einkommen aus Erbschaften. Auch die könnte man raus rechnen.

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funny-smartie 12.07.2018, 09:14
6. basiert auf Daten der Deutschen Rentenversicherung ...

....

Nicht berücksichtigt hierbei sind auch folgende Personengruppen:

* in der Zwischenzeit "Verbeamtete", die aus ihrer Vorbeamtenzeit angestellt waren bzw. Rentenversicherungsbeiträge zuvor gezahlt haben und nun aus dieser Zeit eine verminderte Rente beziehen

* ehemalige Selbstständige, die aufgrund der damaligen Politik "haste ein Meisterbrief brauchste nicht in die Rentenkasse einzahlen sondern privat vorsorgen" entsprechend gehandelt haben und auch aus der Zeit der Rentenversicherungsbeiträge ebenso eine geminderte Rente beziehen

* und natürlich die Bezieher der Witwenrenten, wobei die Witwerrente aufgrund früherer Lebenssituation (Mann geht arbeiten, Frau bleibt daheim) eher geringer ausfällt als die Witwenrente

Alles trägt zu dieser Diskreptanz bei, wobei es aus meiner Sicht wirklich ca. 20% der Rentnerinnen "nur" unter 800 Euro insgesamt beziehen. Über diesen Personenkreis muss man sich Gedanken machen.

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Leser161 12.07.2018, 09:16
7. Zeitbombe

Unabhängig von der Gerechtigkeitsthematik: Einen Teil seiner Stabilität gewinnt unser politisches System davon das die alten Menschen verlässlich die grossen Parteien wählen. Das könnte sich ändern, wenn ein Grossteil der Alten in Armut lebt. Sie könnten sich dann den Radikalen zuwenden.

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unbekannt5555 12.07.2018, 09:17
8. Ursache und Wirkung nicht beleuchtet

Gerade gelesen: Frauen zahlen durchschnittlich nur 27 Jahre Beiträge ein, Männer 40 Jahre. Wer wenig und kürzer zahlt bekommt eine geringere Rente. daran ist nichts unfair. Unfair ist, wenn diese Leute jetzt alle durch Steuern subventioniert werden sollen. Denn Steuern kommen aus Arbeit, sogesehen zahlen dann hier auch die Beitragszahler für die nicht Beitragszahler. Ansonsten stimme ich #1 zu

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muunoy 12.07.2018, 09:19
9. Die Zahlen sagen gar nichts aus

Zitat von zora81
Es ist natürlich schrecklich für diejenigen, die ihr Leben lang gearbeitet haben. Eine weitere Gruppe der zukünftigen Rentner, die von der Altersarmut betroffen sind, ist meine Elterngeneration. Viele Freunde meiner Eltern waren selbstständig und haben nicht oder nur wenig eingezahlt oder haben Bafög-Schulden, aufgrund derer sie nicht mehr in Vollzeit gearbeitet haben, um sich vor einer Rückzahlung zu drücken. Geheiratet wurde nicht, weshalb auch keine Aussicht auf Versorgungsausgleich bzw. Witwen/Witwerrenten besteht, was die Renten der noch älteren Generationen ja zumindest noch teilweise abpuffert. Da ich so viele kenne, die nie oder kaum in die Rentenkassen eingezahlt haben, bin ich für eine Verpflichtung eines jeden Bürgers zur Einzahlung eines Rentenbeitrags! Bei der Verpflichtung zur Krankenkasse haben auch alle gestöhnt und letztendlich klappt es doch jetzt und ist völlig selbstverständlich geworden. Es kann nicht sein, dass Selbstständige und Beamte, die jahrelang nichts einzahlen dann im Alter von der Allgemeinheit finanziert werden müssen.
Ihr Kommentar zeigt ziemlich deutlich, wie Manipulation durch Populismus funktioniert. Gefragt wurde, wie viel staatliche Rente man bekommt. Antwort war, dass jeder zweite Rentner weniger als 800,-EUR im Monat bekommt. Sie schließen daraus, dass Selbständige und Beamte jahrelang nichts einzahlen und im Alter von der Allgemeinheit finanziert werden müssen. Für Beamte stimmt Ihre Schlussfolgerung sogar. Nur muss die Allgemeinheit Beamte bereits in jungen Jahren finanzieren, was irgendwie in der Natur der Sache bei Staatsbediensteten liegt.
Ich als Selbständiger zahle für die Allgemeinheit, werde aber niemals von dieser etwas zurück bekommen. Auch ich werde eine staatliche Rente von unter 800,-EUR im Monat erhalten, da ich früher als Angestellter insges. nur 122 TEUR in das staatliche Rentensystem eingezahlt habe. Dennoch wird mein größtes Problem im Alter Deutschlands Extrembesteuerung sein. Ich werde also auch im Alter die Allgemeinheit finanzieren müssen, nicht umgekehrt. Überlegen Sie mal, woran das liegen könnte.
Die Anfrage der Partei Die Linke war ausschließlich populistischer Natur. Und Sie sind darauf reingefallen. Die korrekte Frage wäre gewesen wie hoch denn so die Alterseinkommen der Menschen über 67 sind.
So wie die Linke jetzt gefragt hat, ist selbst ein Privatier mit einem Vermögen von mehreren Millionen Euro, der von jährlichen Kapitalerträgen und / oder Netto-Mieterträgen in 6-stelliger Höhe lebt, aber noch nie in das staatliche Rentensystem eingezahlt hat, von Altersarmut bedroht.

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