Forum: Wirtschaft
Energiekonzern: Solarworld-Gläubiger billigen Verkauf deutscher Werke
DPA

Mithilfe eines Investors aus Katar hat Solarworld-Gründer Frank Asbeck Teile des insolventen Konzerns zurückgekauft. Die Fabriken können damit weiterproduzieren. Doch Hunderte Arbeitsplätze fallen weg.

salomohn 11.08.2017, 19:05
1. Kann nicht klappen

Die Idee ist gut und ich würde mich über die Arbeitsplätze in Deutschland freuen. Am Ende hakt es bei den Firmen, die den Kunden die Anlagen verkaufen. Sie halten ihre Margen hoch und verteuern die Solarworld-Produkte unnötig. Bei einem Installateur wird so die Chinaanlage mit niedrigerem Gewinn verkauft als die deutsche. Hauptsache irgendwas verkaufen. Die Leute sägen am eigenen Ast, so geht die Spirale immer weiter nach unten und die Qualität sinkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Landkaertchen 11.08.2017, 22:10
2. Keine dreckigen Bemerkungen über Asbeck und ...

der Wunsch nach viel Glück für die noch Beschäftigen. Der seltene Fall, dass in den Medien emotions-neutral über kritische Abläufe in der Wirtschaft berichtet wird.

Das es rasseln wird, wenn Subventionen zurück gefahren werden, war von Anfang an klar. Im Gegensatz zur Kohle im Ruhrgebiet hat man sie hier eher wieder zurück gefahren. Dass das Opfer kostet, ist nicht schön. Aber unnütze Subventionen kosten auch Opfer: Stille opfer. Nämlich da, wo statt dessen das Geld aus Steuermitteln sinnvoller angelegt wäre, aber nicht investiert werden kann.

Grundsätzlich hat die Subvention einiges bewirkt. Erstens ist das Geld im Land geblieben und nicht einfach weg. (Für alle, die denken, dass jeder Subventionseuro im Nirwana verschwinden könnte. Geld, umgesetzt in Werte, verschwinden am heftigsten in Kriegen.) Zweitens gibt es jetzt Industrie auf diesem Gebiet. Wenn auch kleiner als zwischendurch mal gepusht. Und drittens richtet der Markt dann im Detail. Subventionen reichen immer nur bis zu Zweitens. Wie heftig Drittens dann wirkt, hängt davon ab, wie intelligent, optimal die Subventionen geflossen sind. Und genau da darf man Kritik ansetzen. Optimal ist wohl etwas Anderes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ir² 12.08.2017, 14:04
3.

Die Herstellung von PV-Modulen ist Low-tech, auch wenn die technikfernen Medien das als high-tech verkaufen wollen. Die großzügige Förderung in Deutschland ab dem Jahre 2000 (EEG) hat dafür einen gewaltigen, subventionsgetriebenen Markt entstehen lassen. In der Startphase, bei exponentiellen Wachstumsraten, konnten Deutsche Hersteller gewaltige Gewinne erzielen. Dass das aber nur ein Strohfeuer sein konnte war allen Ökonomen schnell klar, denn als die Chinesen anfingen ihre gewaltige Produktionskapazitäten hochzufahren, war für die Europäischen Hersteller schnell das Ende der Fahnenstange erreicht; ab jetzt ging es nur noch bergab. Das Märchen der „Anschubfinanzierung“ wurde auch schnell von der Wirklichkeit eingeholt, die Sonne schickt zwar keine Rechnung, genau so wenig wie die Kohle, aber die Energiewandlung kostet Geld – dauerhaft mehr Geld als die aus Gas, Kohle oder Uran. So stieg und stieg und stieg die EEG „Anschubfinanzierung“ bis heute auf immer neue Höhen an, ohne dass PV Strom auch nur in die Nähe der Wirtschaftlichkeit gelangt. Daran wird auch Asbecks 3. Versuch nichts ändern!

Beitrag melden Antworten / Zitieren