Forum: Wirtschaft
Erfolgreiches Modelabel vor dem Aus: Der schmutzige Kampf um Naketano
EPA-EFE

Das plötzliche Ende der Kultmarke Naketano ist bis heute ein Rätsel. Die Gründer schweigen. Doch Auslöser könnte die Klage eines früheren Geschäftspartners sein, der sich erstmals zu Wort meldet.

Seite 5 von 5
tizian 08.04.2018, 20:15
40.

Ich will mir die Wertung gar nicht anmaßen, ob Herr Meier hier nicht auch selbst schuld hat. Mag formal so sein, aber wenn ich jemandem richtig vertraue... wer weiss, so von der Hand zu weisen ist seine Argumentation nicht. Und wenn es so aussichtslos wäre, hätte es den neuen Verhandlungstermin wohl kaum gegeben.

Was mich aber wirklich erschreckt ist, dass die möglicherweise Ertappten dann einfach die Firma in den Sand setzen. Wenn Meier nach einigen Foristen gierig ist, was sind dann die beiden Restgesellschafter? Im besten Fall ist das kindisch, mich erinnert es im schlimmsten Fall an sowas wie "verbrannte Erde".

Beitrag melden
pacocoeln 08.04.2018, 22:21
41. Gründer sind unendlich hilflos und dankbar - vordergründig

Wer - wie so viele - nicht mit eigenen Mitteln und (banktauglichen) Sicherheiten starten kann, braucht Hilfe. Hier von Meier mit hohem Verlustrisiko und sogar ohne kontrollierende 51% Anteil gewährt - das spricht für sein Vertrauen und bestätigt seine Version der Geschichte. Bei absehbaren (aber noch nich eingetretenem) durchbruch zum Erfolg versuchen die Gründer ihn dann billig loszuwerden. Gier und Undankbarkeit sind hier ziemlich eindeutig bei den Gründern festzumachen.
Gedankenspiel: Wenn 90% der Gründer nicht überleben, dann ist das Ausfallrisiko grob gesagt 9 x 1,2Mio. Das erfolgreiche Investment muss also 10,8 Mio. Abwerfen nur um keinen Verlust zu machen als Business Angel. Wer schon mal kreditunwürdig einen Bankkredit oder eine Bürgschaft gebraucht hat kennt das Spiel. Der Rest der allwissenden und meinunsstarken Foristen könnte sich mal etwas gedeckt halten.

Beitrag melden
Sepp1966 09.04.2018, 09:50
42. Richtig

Zitat von hansa_vor
Ganz einfach, ohne ihn gäbe es diese Krauterbude nicht. Was sie da an Rechtfertigungen sehen wollen kann ich nicht erkennen, ohne seine Kohle würden die beiden Hansels heute noch "Ommas" Strickpullover per WWW .....
Ohne die Krauterbude, wie sie es nennen, hätte Herr Meier 1.3 Mio weniger auf dem Konto. Als Patentanwalt bekomme ich immer wieder mit, wie "Investoren" Erfinder um ihre Erfindungen bringen möchten. Zum Teil werden 80% Firmenanteile gefordert. Ach ja, und was die Markenrechtsverletzungen betrifft. Wenn die "unternehmerischen Analphabeten", wie Sie sie bezeichnen, unter einem anderen Namen auftreten, hat Herr Meier nichts in der Hand. Unabhängig hiervon würden den beiden anderern Gesellschaftern immer noch 2/3 des Unternehmens gehören. Sie könnten dann Lizenzen vergeben, die Marken an Dritte verkaufen, etc. Die Frechheit ist nicht, dass zwei Jungunternehmer den durch Arbeit erwirtschaften Gewinn nur eingeschränkt mit Herrn Meier teilen wollen, sondern dass Herr Meier "moralische Gründe" vorgibt zu klagen, es Herrn Meier jedoch tatsächlich nicht um sein Mentorentum geht, sondern nur darum, mit der Leistung anderer möglichst viel Geld zu verdienen und dagegen habe ich persönlich etwas. Denn das hat mit Unternehmertum nichts zu tun. Oder finden Sie es richtig (und moralisch vertreterbar), ohne eigene Leistung aus 12.500,00 EUR 1,3 Mio Eur zu generieren?

Beitrag melden
gartenkram 09.04.2018, 10:26
43. Na ja

Der gute mann ist unternehmer und kommt nicht auf die idee, selber eine beurteilung des wertes zu beauftragen und/oder im vertrag eine entaprechende nachzahlung einzubauen? Bisschen schwach für einen langzeitunternehmer, noch dazu, wenn es um millionenveträge geht. Dahäkt sich mein mitleid aber in sehr überschaubaren geenzen.

Beitrag melden
mirroroffline 09.04.2018, 15:01
44. Vertrauen ist gut, Verträge sind besser.

Herr Meier hat einfach schlecht verhandelt. Wenn zum Zeitpunkt 2013 die Auftragslage und der Vorsteuergewinn nicht eindeutig feststand, dann hätte man vertraglich eine Nachforderung vereinbaren können, die den Jahresabschluss berücksichtigt hätte. Solche Vertragsklauseln kennt man auch aus Immobiliengeschäften, in den en zum Beispiel zum Zeitpunkt des Verkaufs eine Bebauungsplanänderung in der Schwebe ist und Landwirtschaftliche Nutzfläche zu Bauland wird. Dem Verkäufer steht dann eine Nachzahlung zu. Wenn man dies eben vertraglich regelt. Vertrauen ist eine sehr gute Basis, es ersetzt keinen sauberen Vertrag. Denn wenn man aus einer Klamottenklitsche eine erfolgreiche Marke macht, kann sich auch das Geschäftsgebaren der Partner ändern. Sprich: wenn es um Millionen geht, ist die Moral sicher löchriger als wenn es um Gesellschaftsanteile von 12.500 € geht. Auch das gehört zur Menschenkenntnis und ist nur allzu menschlich. Fazit: wirklich nicht gut verhandelt und einfach nicht nachgehakt. Mitleid ist auch fehl am Platz, denn aus 12.500 € wurde ein stattliches Sümmchen.

Beitrag melden
quer-denker-123 09.04.2018, 16:25
45. Was für ein schlechter Journalismus

Dass Herr Meier nicht Meier heißt, dass die anderen beiden Beteiligten aber mit Vor- und Zunamen genannt werden, spricht für sich.
Damit ist klar, vor wessen Karren sich die Verfasserin des Artikels hat spannen lassen.
Und so bleibt nur der Schluss, dass sich hier Verkaufsreue eingestellt hat. Und das sicher nicht wegen eines Zoobesuches sondern wohl eher wegen der nach Verkauf veröffentlichen Zahlen.
Bei dieser Verzinsung des Eigenkapitals habe ich da aber wenig Mitglied mir dem anonymen Herrn “Meier”.

Beitrag melden
derjoey 09.04.2018, 17:56
46.

Zitat von alfreddneumann
Eine Millionen plus 300.000 Euro - Manche bekommen den Hals nicht voll. Klar er hat der Firma geholfen, war deren Mentor und hat vor der Pleite bewahrt aber dafür wurde er mehr als fürstlich belohnt. [...]
Als Investor muss man mit dem einen Erfolg allerdings auch mehrheitlich Misserfolge mitfinanzieren. Mit 12.500 Euro ein Drittel der Firma erhalten zu haben bedeutet außerdem meist, dass man sehr früh investiert hat, wo das Risiko noch besonders hoch war, weil man nicht abschätzen kann, wohin die Reise geht. Bürgschaften bedeuten noch viel mehr Risiko, da hätte der Investor seine 1,25 Millionen im schlimmsten Fall auch komplett als Miese verbuchen können.

Der Artikel geht zudem nur am Rande auf die Leistungen des Investors ein, der allerdings ganz offensichtlich ein aktiver Gesellschafter war, also nicht nur "dummes Geld" gegeben hat. Für seine beratende Tätigkeit hätte er bei einer anderen Firma vielleicht auch nicht schlecht verdient.

Beitrag melden
derjoey 09.04.2018, 18:18
47.

Zitat von Sepp1966
Tatsächlich gehen derartige Investoren immer davon aus, das 9 von 10 Investitionen pleite gehen. Bei einer Einlage von 12500 ergeben sich insgesamt 125000 Eur Einlagen. Bei einem Gewinn von 1,3 Millionen ein riesiges Risiko. Die Leistung von Herren wie Herrn Meier besteht nur darin, Geld bereitzustellen (natürlich erst nach Prüfung diverser Businesspläne durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, etc.). Das eigentliche Risiko besteht in dem eventuellen Verlust der Einlage.
Über die Leistungen des Investors über das Geld hinaus wurde wenig im Artikel geschrieben. Was allerdings erwähnt wurde war die Bürgschaft, und damit stieg das Risiko beträchtlich (1,25 Mio. für die Bank-Bürgschaft). Außerdem ist nicht gesagt, dass der Investor alle seine Beteiligungen derart strickt, man kann also nicht einfach die 12.500 Euro mal zehn nehmen (davon abgesehen, dass man überhaupt erst einmal vielversprechende Startups in einer frühen Phase finden muss, die gibt es ja auch nicht wie Sand am Meer).

Zitat von Sepp1966
Menschen, wie Herr Meier, sind keine naiven Gutmenschen, sondern Investoren, deren Invest möglichst viel abwerfen soll basierend auf der Leistung der tatsächlichen Risikoträger, nämlich der Unternehmer. Herr Meiers moralische Vorstellungen sind vorgeschoben. Es geht ihm darum, dass er möglichst viel vom Profit abschöpfen will. Mehr nicht!
Ich denke auch, dass die moralische Revanche-Keule vorgeschoben oder selbst eingeredet ist, aber unabhängig davon ist es selbstverständlich das vorwiegende Interesse eines Investors, sein Risikokapital zu verfielfachen. Das ist nunmal die Quintessenz des Jobs, es handelt sich um keine Stiftung oder einen gemeinnützigen Verein. Und außerdem scheinen ja auch die Gründer gierig gewesen zu sein, denn warum haben die nicht fair mit offenen Karten gespielt (sofern es sich tatsächlich alles so zugetragen hat, versteht sich)?

Beitrag melden
peterpullin 10.04.2018, 08:24
48. Kaffeesatz

ich unterstelle nun einfach mal dass das gutachten (mit allen drei partnern abgestimmt) als grundlage für den verkauf erstellt wurde. ausgeführt von verkäuferseite - und das war "geschönt". wer (vertrauen vorausgesetzt) das gutachten beauftragt hat ist egal. somit hat herr meiermüllerschmidt sich nichts zu schulden kommen lassen. er ist profi. und weiss worauf er achten muss. im familien- und freundschaftsbereich sollte so ein vorgehen ( mit kurzem querlesen, z.b. gelieferte bwa ) ok gehen. jeder kennt die abweichungen - und das war ihm wohl egal. plus minus 10 oder 15% hatte er eingepreisst. doch hier geht es um anderes, hart am betrug.
dieses hacken auf investoren finde ich schäbig. es gibt sooo viele beispiele von unternehmen die nie entstanden wären ohne solche hilfe. also muss sich das rechnen damit die nächsten wieder eine chance haben.

das will der artikel sagen. es gibt oft mehrere wahrheiten....

Beitrag melden
spmc-12355639674612 10.04.2018, 19:03
49. Der Rest der Allwissenden

Zitat von pacocoeln
Wer - wie so viele - nicht mit eigenen Mitteln und (banktauglichen) Sicherheiten starten kann, braucht Hilfe. Hier von Meier mit hohem Verlustrisiko und sogar ohne kontrollierende 51% Anteil gewährt - das spricht für sein Vertrauen und bestätigt seine Version der Geschichte. Bei absehbaren (aber noch nich eingetretenem) durchbruch zum Erfolg versuchen die Gründer ihn dann billig loszuwerden. Gier und Undankbarkeit sind hier ziemlich eindeutig bei den Gründern festzumachen. Gedankenspiel: Wenn 90% der Gründer nicht überleben, dann ist das Ausfallrisiko grob gesagt 9 x 1,2Mio. Das erfolgreiche Investment muss also 10,8 Mio. Abwerfen nur um keinen Verlust zu machen als Business Angel. Wer schon mal kreditunwürdig einen Bankkredit oder eine Bürgschaft gebraucht hat kennt das Spiel. Der Rest der allwissenden und meinunsstarken Foristen könnte sich mal etwas gedeckt halten.
Sie haben ja vollkommen recht. Der Rest der hier schreibenden Allwissenden, also solche Typen wie ich, war tatsächlich noch nie kreditunwürdig und hat in dieser Situation einen Bankkredit oder eine Bürgschaft gebraucht. Das liegt daran, dass die Allwissenden ihre Verträge ordentlich aufsetzen oder einen guten Anwalt damit beauftragen und natürlich dafür sorgen, dass sie nicht einfach so über den Tisch gezogen werden können. Es ist doch vollkommen klar - und durchaus auch legitim - dass die hier beschriebenen Gründer ihren stillen Teilhaber in dieser Situation loswerden wollten. Sie brauchten ihn finanziell ja nicht mehr. So ist das halt im Kapitalismus. Wenn dem Herrn Investor das nicht gefällt, muss er halt damit leben, seine Geschäftspartner falsch eingeschätzt zu haben. C'est la vie!

Beitrag melden
Seite 5 von 5
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!