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Erneuerbare Energien: Deutschland verfehlt das EU-Ziel deutlich
DPA

Die EU verlangt einen Anteil an erneuerbaren Energien von 18 Prozent bis 2020. Deutschland entfernt sich von diesem Ziel immer weiter, zeigt eine Studie. Experten kritisieren den steigenden Energieverbrauch.

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nordlys 20.09.2017, 08:41
1. Ach ja?

Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Frankreich - alle diese Länder erreichen diese Quote? Ich kann das leider nicht mehr Ernst nehmen. Irgend etwas stimmt da nicht, so wie auch die Luftqualität in Schlesien sicher nicht besser ist als in Stuttgart - seltsamerweise gibt es dort aber keine Diskussion um Fahrverbote oder blaue Plaketten.

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hassowa 20.09.2017, 08:44
2. Trotz gigantischer Kapazitäten

an Photovoltaik und Windkraft in Deutschland, bewegt man sich nicht von der Stelle. Im Sommer gab es Tage, da konnte der gesamte Strombedarf Deutschlands durch Solarstrom abgedeckt werden. Diese Widersprüchlichkeiten zeigen, dass die Idee, einen Industriestaat mit Wind- und Solarenergie zu betreiben, eine totale Sackgasse ist.

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Master_of_Darkness 20.09.2017, 08:46
3. Ziele zu ambitioniert?

Vielleicht sollte man einfach mal überlegen, ob die Ziele zu ambitioniert sind. Im Stromsektor sind die Anteile der Erneuerbaren wegen der EEG-Subventionen so hoch. Im Wärmemarkt basiert der EE-Anteil zu großen Teilen auf Bioenergien (Holz und Pellets) und im Verkehrssektor sind es Biokraftstoffe. Den Wärmemarkt und Verkehrssektor schnell auf (erneuerbaren) Strom umzustellen, geht nicht so einfach oder ist teuer. Aber die Gläubigen von WWF & Co. sowie die Erneuerbaren-Lobbyisten des BEE (und anderer Verbände) sagen, man müsse einfach noch mehr von dem machen, was in der Vergangenheit schon nicht funktioniert hat.

Nur noch eine Frage der Zeit, bis bei der Politik die Erkenntnis reift, dass die Ziele zu ehrgeizig sind.

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meinerlei 20.09.2017, 08:54
4. Merkels Populismus

Das Verfehlen der Klimaziele ist umso bemerkenswerter, als die hastig hingestümperte 'Energiewende' zwischen 500 Milliarden und einer Billion Euro (1.000.000.000€) kosten wird. Bei weitsichtiger Planung hätte sich Deutschland international als Vorreiter positionieren können. Jeder Haushalt zahlt jetzt Monat für Monat kräftig drauf, für Jahrzehnte. Und das alles, um den GRÜNEN nach Fukushima schnell den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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kleinsteminderheit 20.09.2017, 09:01
5. Einseitige Sicht

Hier werden große Anstrengungen und erstaunliche Erfolge kleingeredet. Dass wir in der Stromerzeugung einen so hohen und zudem kontinuierlich steigenden Anteil an erneuerbaren Energien haben, hätte noch vor 10 Jahren niemand für möglich gehalten. Dies wird sich mittelfristig auch auf die Bereiche Verkehr und Wärme auswirken. Für diese Erfolge müssen die Bürger schon jetzt tief in die Tasche greifen. Will man den Wandel beschleunigen, wird man sehr schnell an Grenzen der Akzeptanz stoßen und den Populisten eine Steilvorlage liefern.

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mabrueck 20.09.2017, 09:02
6. Bisher nur Stromwende, keine Energiewende

Würde man konsequent nur noch Wärmepumpen einsetzen und verstärkt auf Elektromobiltiät, würde enorm viel mehr Strom verbraucht, aber weniger Endenergie. Durch den höheren Stromverbrauch hätte die EEG-Umlage eine größere Verteilungsbasis und würde sinken. Strom würde günstiger, was den Prozess noch einmal beschleunigen würde. Die Energiewende, welche die Sektoren Wärme und Verkehr mit einbezöge, käme dann von selbst. Die hohen Strompreise (und günstigen Gas-Preise) verhageln derzeit noch die "Wärmewende" - dies liegt allein an den politischen Regelungen wie Steuern und Umlagen, nicht am "heiligen Markt".

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Pless1 20.09.2017, 09:05
7. Es ist noch viel schlimmer

Im Grunde wird die Energiewende gerade komplett abgewürgt. Die Ausschreibungen, die die Erneuerbaren eigentlich wettbewerbsfähig machen sollten, gehen aufgrund eklatanter handwerklicher Fehler vollkommen ins Leere. Die bevorzugte Vergabe an Bürgerenergieprojekte ist vom Grundsatz her sicher gut gemeint, aber grottenschlecht umgesetzt. Aktuell gehen die Zuschläge fast ausschließlich an solche Bieter - zu extremst niedrigen Preisen. Klingt erst einmal gut, aber der Haken an der Sache: Diese Projekte werden vermutlich nie realisiert, da werden erst einmal Claims gesichert - ohne BImsch-Genehmigung, ohne gesicherte Finanzierung.

Sigmar Gabriel weiß schon, warum er ins Außenamt geflüchtet ist...

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misterknowitall2 20.09.2017, 09:05
8. @hassowa

Artikel nicht gelesen? Der Stromsektor ist nicht das Problem, da erreichen wir satte 40%. Der wärmesektor ist das Problem und der Verkehr. Aber erstmal über Wind und Sonne meckern. Insofern ist ihr Kommentar ziemlicher Unsinn.

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hedele 20.09.2017, 09:06
9. Underperformer

@nordlys: Es stimmt schon. Die Richtlinie 2009/28/EG
vom 23.* April 2009 nimmt die völlig unterschiedlichen Startpositionen zum Referenzwert 2005 in den Blick und gibt individuelle Quoten vor, die zu erreichen sind, damit sich alle Mitgliedstaaten einer optimalen Bandbreite annähern. Alle müssen wenigstens zweistellige Anteile der Erneuerbaren erreichen. Aber während man vom Spitzenreiter Lettland, das bei 32,6 % gestartet ist, nur 40% erwartet, muss das Schlusslicht Malta, das 2005 noch sage und schreibe 0,0% Erneuerbare hatte, bis 2018 immerhin 10% erreichen.
Da ist es schon für Deutschland etwas peinlich, trotz hervorragender Wirtschaftsdaten zu den Abgemahnten zu gehören.

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