Forum: Wirtschaft
EU-Finanzminister: Deutschland und Frankreich machen Front gegen Trumps Steuerreform
Polaris/laif

Berlin und Paris wollen prüfen, ob die Steuerreform von US-Präsident Trump Steuerdumping ist. Zugleich hat die EU eine schwarze Liste mit Steueroasen beschlossen, auf der weder die USA noch ein EU-Staat stehen.

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Nordstadtbewohner 05.12.2017, 18:06
1.

"Berlin und Paris wollen prüfen, ob die Steuerreform von US-Präsident Trump Steuerdumping ist."

Seit wann wird in Paris und Berlin entschieden, ob die Steuern in den USA zu hoch oder zu niedrig sind? Das entscheidet für die USA die gewählte amerikanische Regierung und nicht die Regierungen in Berlin und Paris.

Gute Steuern sind nicht zwangsweise hohe Steuern. Im Gegenteil: Hohe Steuern und Abgaben wie in Deutschland (laut OECD existiert hierzulande die höchste Steuern- und Abgabenlast) schränken die Freiheit des Menschen als Individuum stark ein. So kann in Deutschland ein Arbeitnehmer nicht frei entscheiden, wie er sich für das Alter absichert.

In Paris und Berlin sollte von daher eher geprüft werden, wie man hierzulande die Steuerlast senkt, und zwar indem man die Verschwendung von Steuergeldern stark einschränkt.

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seyffensteyn 05.12.2017, 18:17
2. Ich verstehe die Aufregung nicht,

denn wenn ein Staat günstigere Steuerzahlungen anbietet,ist das doch völlig in Ordnung.Auf die Idee einer Steuersenkung kommen unsere Politiker gar nicht.Um alle daran teilhaben zu lassen,böte sich die Mehrwertsteuer an,da diese auch von allen beim Kauf von Waren entrichtet werden muß.
Stattdessen wird sich darüber aufgeregt,daß Herr Trump die Steuern senkt und das landeseigene Defizit weiter ausbaut.Soll er doch,da haben wir nichts mit zu tun.

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Palmstroem 05.12.2017, 18:22
3. Eine durchaus vernünftige Reform

Der durchschnittliche Steuersatz für Unternehmen liegt in der EU bei 22%. Spitzenreiter ist Irland mit nur 13%. Insofern gleichen die USA ihre Unternehmensbesteuerung nur an, was durchaus vernünftig ist.
Eines der Hauptziele der US-Reform der Firmensteuern ist die Steigerung der im Inland versteuerten Gewinne. Im Visier stehen diverse Tiefsteuerstandorte, die bisher erhebliche Gewinnteile von US-Konzernen steuerlich begünstigt hatten. Laut einer Studie von 2016 für das Steuerjahr 2012 profitierten sieben Tiefsteuerstandorte besonders stark von Gewinnverschiebungen von US-Firmen. Die genannten Standorte in der Reihenfolge der Beträge mutmasslicher Gewinnverschiebungen sind: die Niederlande, Irland, Luxemburg, Bermuda, die Schweiz, Singapur und Cayman-Inseln.

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Stillerbeobachter 05.12.2017, 18:35
4. Scheindiskussionen

Ich habe keine Detailkenntnis was die US Steuerreform beinhaltet, was mich aber aufregt ist das reflexartige Geheul der üblichen Verdächtigen. Jeder der etwas Erfahrung mit Steuersätzen hat, weiß dass es auf die Höhe der Unternehmenssteuern (Körperschaftssteuer) nur sehr bedingt ankommt. Dieses ständige Gezeter über "Steuergeschenke" an Unternehmen geht vollkommen an der Wirklichkeit und am Problem vorbei. Niedrige Körperschaftssteuersätze führen mitnichten zu niedrigeren Einnahmen des Fiskus - im Gegenteil. Sie machen die Anwendung von Steuervermeidungsstrategien (Gewinnverlagerung etc.) uninteressant und ineffektiv. Das Problem der schwindenden Steuereinnahmen lässt sich nicht mit höheren Körperschaftststeuersätzen lösen - das Problem liegt in der lückenhaften Besteuerung der Privateinkünfte (d.h. in der Einkommensteuer). Da sind hohe Körperschaftssteuersätze völlig kontraproduktiv. Wenn die Gewinne erst einmal ins Ausland verlagert wurden, sind sie in der Regel auch für die Einkommensteuer verloren - hier sparen unsere Milliardäre Steuern, nicht auf der Ebene der Unternehmen. Leute die diese Themen angehen (so bspw. Macron mit seiner Idee der höheren Immobilienbesteuerung aber der Senkung der Körperschaftssteuer) werden von selbsternannten linken "Experten" als Milionärsfreunde verunglimpft. Letzteren fehlt (kein Wunder) leider jedoch jegliches Verständnis dafür wie Wirtschaft und Steuern funktionieren. Auch eine Körperschaftsbesteuerung von 50% wird keinen einzigen Euro in die Staatskasse mehr spülen - die Unternehmen werden dann einfach keine Gewinne ausweisen (das machen unsere Großkonzerne in ihren Steuerbilanzen ohnehin nur sporadisch), die Gewinne landen in irgendwelchen Steueroasen als "Lizenz- und Know-How Gebühren" und am Ende in den Privattaschen der Eigentümer. Daran kann linke Rhetorik einfach nichts ändern. Anstelle dessen sollte man sich Gedanken darum machen, wie man vermeidet dass riesige Immobilienbesitze praktisch steuerfrei geführt werden können, riesige Erbschaften ebenfalls. Dass zwar jeder EUR eines 450 EUR Jobs mit Steuern- und Sozialabgaben belastet wird, die mehrfachen Einkünfte in Form von Zinserträge aber ohne Sozialversicherungsbeitragslasten verbleiben. Dass eine Rentenerhöhung zwar bei den gutgestellten Rentnern tatsächlich zu einer fühlbaren Verbesserung führt, bei den Niedrigrenten aber voll mit dem Grundeinkommen zu verrechnen ist. Die grosse Umverteilung von unten nach oben läuft permanent über die Sozialversicherungsbeiträge (die einzige mir bekannte Steuer mit degressiven Charakter), da braucht es gar nicht nur irgendwelche Milliardäre auf den BVI´s
Diese Zusammenhänge lassen sich aber anscheinend wahlkampftechnisch nicht richtig ausschlachten, daher unterbleibt die Diskussion besser gleich.

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rant.biden 05.12.2017, 18:40
5. Yes they can

Ah, es ist eine Wohltat, zu lesen, wie die deutschen etatistischen Linken das Greinen kriegen, weil die Amis einfach die fiskale Klauerei einschränken, weil sie bei den Steuern das machen, was sie auch bei ihren Waffen machen: Nach der Devise handeln „Staat halt‘s Maul!“ Wer meine Beiträge kennt, weiß, welch scharfer Feind Putins und seiner Kreaturen ich bin. Aber diesen traditionalistischen Deutschen, die meinen, das Volk müsse verwaltet und die Erfolg-Reichen müssten zum Dank für die geschaffenen Arbeitsplätze populistisch-gleichmacherisch zur Kasse gebeten werden, derart den Mittelfinger zu zeigen, ist ein Hochgenuss. Die USA waren schon immer das Land, in das es jeden zog, der etwas werden wollte. WEIL die Amis es dir nicht wieder wegnehmen, wenn du es hast. Und jetzt werden NOCH mehr Arrivierte aus Deutschland, Russland und anderswo dorthin pilgern. Und irgendwann machen dann die Gerechtigkeitsapostel von AfD und Linkspartei das Licht aus.

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artvandelayexportimport 05.12.2017, 19:08
6. Haha

Da kann der Altmeier prüfen und prüfen, Berlin bestimmt bestimmt nicht den amerikanischen Steuersatz. Größenwahn?

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spassfactor 05.12.2017, 19:11
7. Deutschland und Frankreich machen Front................

Dies ist mal wieder ein Lachnummer ersten Grades, die von Trump-Hass erfüllten Medien nur zu gern aufgegriffen wird. Wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, war noch vor gar nicht langer Zeit, der mediale Widerstand gegen die mutige US-Steuerreform von grossem Kopfschütteln getrieben unter Hinweis auf die Tatasche, dass ja die US Unternehmen faktisch bereits heute reale Steuerlast von weit weniger als 20%, sogar unter 10% ausweisen - wenn ich mich recht erinnere. Nun geht die Geschichte plötzlich andersherum: Eine "Steuersenkung" von 15% auf 20% bedeutet eine Gefahr für europäische Unternehmen und ist u.U. als Steuerdumping einzustufen. Bei der Geschwindigkeit mit der der Widerstand gegen den bevorstehenden Schritt des US-Kongresses die Argumentation wechselt, kann einem schon den Atem rauben. Aber getreu dem hochgeliebten Motto von Politikern "Was stört mich mein dummes Gewäsch von gestern" geht es halt nun andersherum. Nein, der kühle Beobachter dieser bizarren Szene erkennt natürlich, dass es mal wieder um knallharte finanzielle Interessen europäischer Regierungen in Hochsteuerjurisdiktionen geht. Wenn es demnächst möglich ist in den USA kräftige Gewinne zu produzieren, die nur mit 20% legal besteuert werden, ist der Anreiz für viele Unternehmen u.U. gross Gewinne IN DEN USA zu erwirtschaften und damit ohne immer wieder diskutierte "Steuertricks" die Unternehmenssteuerlast drastisch zu senken. Das könnte mit der Abwanderung von gewinnträchtigen Geschäften aus Europa einhergehen und damit das Steueraufkommen in einigen europäischen Ländern gefährden. DESHALB will man nun mit Hilfe eingeschworener Medien gegen dieses Unterfangen vorgehen. Der normale Weg in einem gesunden Wettbewerb zu bestehen, schliesst sich für diese europäischen Politiker natürlich aus: Denn drastische Steuerreduktionen in Frankreich und Deutschland würden ja das Steueraufkommen möglicherweise reduzieren und damit "zum Sparen" zwingen. Igitt, welch grausame Vorstellung!

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Roximoxi 05.12.2017, 19:24
8. Doppelmoral

Und die europäischen Länder stehen nicht drauf. Und die US Statten Delaware und Co. wo all das Schweitzer Geld hingeht auch nicht. Die übliche feige Rasselbande in der EU mir dem zu erwartenden politisch korrekten aber feigen Handlungsmustern. Mein Gott ist das widerlich. Senkt Eure Steuern auf ein ertragbares Noveau und das Geld bleibt im lande. garantiert. Und wenn dann irgendwann mal alle Steueroasen ausgetrocknet sind und man sein Geld nicht mehr in Sicherheit bringen kann, wer will raten wo dann die Sätze hingehen ? Ich sage mal gegen 100%. Wetten !

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ecki in mexico 05.12.2017, 19:26
9. Was ist das Gegenteil von Dumping? Loading?

Deutschland sollte lieber schauen, dass die Steuern in Deutschland gesenkt werden, anstatt sich darum zu kuemmern, ob andere Staaten ihre Buerger nach deutschem Verstaendnis auch ausreichend ausnehmen. Staatliche Leistungen, insbesondere die massiven Sozialleistungen muessen zurueckgefahren, Buerger in Eigenverantwortung genommen und Steuern und Sozialabgaben massiv gesenkt werden - und zwar fuer alle, nicht nur kleine und mittlere Einkommen.

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