Forum: Wirtschaft
EU-Gericht: Intel scheitert mit Klage gegen Milliarden-Bußgeld
REUTERS

Der Chiphersteller Intel ist mit seiner Klage gegen die milliardenschwere EU-Kartellstrafe gescheitert. Das EU-Gericht bestätigte die Rekordgeldbuße wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung in Höhe von 1,06 Milliarden Euro.

Seite 1 von 2
privado 12.06.2014, 10:54
1. Nicht ärgern...

Zitat von sysop
Der Chiphersteller Intel ist mit seiner Klage gegen die milliardenschwere EU-Kartellstrafe gescheitert. Das EU-Gericht bestätigte die Rekordgeldbuße wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung in Höhe von 1,06 Milliarden Euro.
...liebe Freunde von Intel. Wenn das TTIP in Kraft ist, holt ihr euch das Geld schnurstracks über ein geheimes Schiedsgericht zurück. Dann bekommt ihr das Mehrfache vom europäischen Steuerzahler zurück :-).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-1402714339 12.06.2014, 10:57
2. In Wahrheit noch viel krasser

Das System war ja nicht nur auf die EU beschränkt sondern weltweit das gleiche.

Nur zur Erinnerung, hier geht es um den Zeitraum in dem Intel mit dem leistungsschwachen und stromhungrigen Pentium4 gegen den technisch ausgereifteren, sparsameren und schnelleren Athlon64 von AMD antrat. Den wiederum konnte der geneigte Käufer aber nirgends wirklich bekommen weil sowohl DELL als auch Media Saturn als auch Acer etc. pp. vom Intelsystem abgeschmiert waren.

Für mich grund genug bis heute ausschließlich Systeme mit AMD inside zu kaufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
j.vantast 12.06.2014, 10:58
3. Das ist bald Vergangenheit

Wenn es erst einmal das Freihandelsabkommen mit Investorenschutz gibt, dann hat die EU nichts mehr zu sagen. Dann werden solche Dinge im Hinterzimmer ausgekungelt und die Konzerne haben freie Bahn.
Dann wird das Gegenteil der Fall sein. Intel wird die EU verklagen und das Ganze auch gewinnen. Die Rechtsprechung wandert in die Hand der Wirtschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mariahellwig 12.06.2014, 11:09
4. Weitermachen wie bisher

An den Praktiken hat sich auch nach dem Urteil nichts geändert. Intel drängt nach wie vor sämtliche Mitbewerber über Rabattmodell aus dem Markt.
Das Ergebnis ist bei jedem Elektronikdiscounter zu sehen: Man hat die Wahl zwischen einem Intel-Gerät und einem Intel-Gerät. Von HP, Acer oder Sony.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wassup 12.06.2014, 11:27
5. Verklagt endlich Apple!

Als Apple Besitzer kann man nur Software vom Apple Store beziehen. Auch der Musikmarkt wird von Apple dominiert und kontrolliert. Während Apple Milliarden schäffelt, knappen viele Künstler in Deutschland am Existenzminimum.
Ist das etwa mit dem Kartellrecht vereinbar?
Ist das sozial?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mans Heiser 12.06.2014, 11:45
6.

Zitat von Wassup
Als Apple Besitzer kann man nur Software vom Apple Store beziehen. Auch der Musikmarkt wird von Apple dominiert und kontrolliert. Während Apple Milliarden schäffelt, knappen viele Künstler in Deutschland am Existenzminimum. Ist das etwa mit dem Kartellrecht vereinbar? Ist das sozial?
Ja, das hat ja gerade soviel damit zu tun. Würde Apple nun nur iOS platzieren und Hersteller implizit dazu nötigen, keine Androidgeräte anzubieten, wäre das eine ähnliche Situation. Sonst müsste man auch gleich VW verklagen, weil man keine Ersatzteile von BMW einbauen kann...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
j.oder 12.06.2014, 12:23
7. Was denn nun ?

Rabatte, Zahlungen oder Schmiergeld für die "Nicht Blöden" ?
Juritische Laien nehmen auch gern das Wort "Bestechung", "Korruption", "Verar...ung" etc.. Aber OK, andere Frage ans Publikum, die "1,06 Milliarden Euro-Frage", wer kriegt eigentlich das Geld bzw. , wird sind ja in der EU, andere Fragestellung: wohin wird es versickern ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sunny_crocket 12.06.2014, 12:52
8. Bußgelder sind unzureichend

1. Zur Strafe gegen Intel: Richtig so! Eine Milliarde ist Intel zwar nicht so wahnsinnig viel, aber es tut auf jeden Fall weh.

2. Kartell-Betrug scheint in der Wirtschaft mittlerweile so eine Art "Volkssport" zu sein. Wenn man sich zu einem Kartell verabredet oder seine Marktposition missbraucht, scheinen Geldstrafen heute als Risiko einkalkuliert zu werden, so wie das Zocken an den Börsen: Verluste werden mit einkalkuliert. Auch bei Kaffeebohnen und Kartoffeln gab es schon Bußgelder von Kartellbehörden.
Meiner Ansicht nach, ist es daher längst überfällig, dass man dazu übergeht verantwortliche Manager/Geschäftsführer/CEOs mit Gefängnisstrafen zu belegen. Ich glaube, die Vorstellung 2 oder 3 Jahre in den Knast zu müssen, schreckt diese Leute mehr, als die Vorstellung eine Strafe in Millionen- oder Milliardenhöhe bezahlen zu müssen, zumal diese Strafe nicht aus der privaten Kasse bezahlt wird, sondern alle Anteilseigner belastet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
j.vantast 12.06.2014, 13:01
9. Schön wäre es ja

Zitat von sunny_crocket
Kartell-Betrug scheint in der Wirtschaft mittlerweile so eine Art "Volkssport" zu sein. Wenn man sich zu einem Kartell verabredet oder seine Marktposition missbraucht, scheinen Geldstrafen heute als Risiko einkalkuliert zu werden, so wie das Zocken an den Börsen: Verluste werden mit einkalkuliert. Auch bei Kaffeebohnen und Kartoffeln gab es schon Bußgelder von Kartellbehörden. Meiner Ansicht nach, ist es daher längst überfällig, dass man dazu übergeht verantwortliche Manager/Geschäftsführer/CEOs mit Gefängnisstrafen zu belegen. Ich glaube, die Vorstellung 2 oder 3 Jahre in den Knast zu müssen, schreckt diese Leute mehr, als die Vorstellung eine Strafe in Millionen- oder Milliardenhöhe bezahlen zu müssen, zumal diese Strafe nicht aus der privaten Kasse bezahlt wird, sondern alle Anteilseigner belastet.
Tja, nur sind derlei Vergehen keine Straftaten sondern Ordnungswidrigkeiten. Das persönliche Risiko für die Verantwortlichen ist daher lächerlich gering.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2