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EU-Kommission: Amazon soll 250 Millionen Euro Steuern in Luxemburg nachzahlen
REUTERS

Die EU-Kommission macht Druck auf Amazon und Luxemburg. Der Konzern habe in dem Land unlautere Steuererleichterungen von rund 250 Millionen Euro erhalten. Diese müsse die Regierung nun zurückfordern.

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Niteftef 04.10.2017, 12:15
1. Wird auch Zeit

Allerdings: Bei über 10 Milliarden Euro reinem Profit in dem Zeitraum, auf den das sich bezieht, kann Amazon über 250 Millionen Euro Steuern (2,5%) eigentlich nur lachen.

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jj2005 04.10.2017, 12:52
2. Peanuts

Zitat von Niteftef
Allerdings: Bei über 10 Milliarden Euro reinem Profit in dem Zeitraum, auf den das sich bezieht, kann Amazon über 250 Millionen Euro Steuern (2,5%) eigentlich nur lachen.
Stimmt. Ich kaufe selber bei Amazon, der Bequemlichkeit halber, aber das Sterben der Einzelhändler ist ein gesellschaftliches Problem, das nicht durch staatlich geförderte Wettbewerbsverzerrung zugunsten amerikanischer Grosskonzerne verschlimmert werden sollte. Mit 5% höherer Mehrwertsteuer auf alle Onlineverkäufe, und entsprechend niedrigerer MWSt auf Ladenverkäufe liesse sich das aber sicher in den Griff kriegen.

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bstendig 04.10.2017, 13:06
3. Dadurch lässt sic hauch nichts in den Griff kriegen.

Zitat von jj2005
Stimmt. Ich kaufe selber bei Amazon, der Bequemlichkeit halber, aber das Sterben der Einzelhändler ist ein gesellschaftliches Problem, das nicht durch staatlich geförderte Wettbewerbsverzerrung zugunsten amerikanischer Grosskonzerne verschlimmert werden sollte. Mit 5% höherer Mehrwertsteuer auf alle Onlineverkäufe, und entsprechend niedrigerer MWSt auf Ladenverkäufe liesse sich das aber sicher in den Griff kriegen.
Solange die Ladengeschäfte so flexibel wie Kruppstahl sind, kauf ich lieber "online" und hab das dringend benötigte Zeugs am nächsten Tag.

Versuchen Sie mal, ein Netzteil für einen Laptop zu bekommen in irgendeinem Ladengeschäft, welches sich "Computerfachhandel" nennt. Vergessen Sie es!

Die Lieferung über Amazon erfolgte am nächsten Morgen - direkt an meinen Arbeitsplatz beim Kunden.

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Poco Loco 04.10.2017, 13:20
4. Es geht ja nicht nur um den stationären Einzelhandel.

Auch für Onlinehändler ist Amazon mit seiner Monopolisierung, ein großes Problem. Dass der Konzern praktisch so gut wie keine Steuern zahlt, würde ich als extreme Wettbewerbsverzerrung beurteilen. Amazon kann deshalb Kampfpreise auf seine selbst angebotenen Produkte anbieten, das können andere nicht wenn ihnen ein erheblicher Teil des Gewinns, als Steuern abgezogen wird. Ausserdem nutzt A. ja auch die vom Steuerzahler finanzierte Infrastruktur und die ausgebildeten Mitarbeiter, um seine Geschäfte hier im Land zu machen. Mir ist ein Fall bekannt, da hat Amazon einen, sich gut verkaufenden Artikel eines Marketplace-Teilnehmers, in sein eigenes Sortiment übernommen, und dann den Preis ständig unter den der anderen Teilnehmern gehalten, das erfolgt vollautomatisch, bis die Konkurrenz mit den Dumpingpreisen nicht mehr mithalten kann. So ein agressives Geschäftsgebaren und diese Raubtierkapitalisten, dann auch noch von der Steuer zu befreien ist das allerletzte, was denken sich die Politiker eigentlich dabei, wenn es in 10 Jahren nur noch diese Monopolisten gibt, wollen die das wirklich?

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Tharsonius 04.10.2017, 13:21
5. Unterscheiden ist angesagt

Zitat von bstendig
Solange die Ladengeschäfte so flexibel wie Kruppstahl sind, kauf ich lieber "online" und hab das dringend benötigte Zeugs am nächsten Tag. Versuchen Sie mal, ein Netzteil für einen Laptop zu bekommen in irgendeinem Ladengeschäft, welches sich "Computerfachhandel" nennt. Vergessen Sie es! Die Lieferung über Amazon erfolgte am nächsten Morgen - direkt an meinen Arbeitsplatz beim Kunden.
Sie haben durchaus recht, aber es kommt auch ganz darauf an was man benötigt. Wissen sie wieviele Unterschiede es beim Zubehör für Hardware gibt? Solange man den Herstellern nicht auf die Finger klopft und zur Vereinheitlichung und standartisierten Ausführungen verdonnert wird sich das auch nicht ändern. Kein fachgeschäft kann sich die Vielzahl von Zubehör aller halbwegs bekannten Herstellern auf lager legen, zumal die Hersteller in kurzen Abständen mit neuheiten aufwarten.

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jj2005 04.10.2017, 13:43
6. Ladengeschäfte

Zitat von bstendig
Solange die Ladengeschäfte so flexibel wie Kruppstahl sind, kauf ich lieber "online" und hab das dringend benötigte Zeugs am nächsten Tag. Versuchen Sie mal, ein Netzteil für einen Laptop zu bekommen in irgendeinem Ladengeschäft, welches sich "Computerfachhandel" nennt. Vergessen Sie es!
Wenn es für Sie so wichtig ist, so ein Teil unverzüglich auf dem Tisch zu haben, dann zahlen Sie sicher auch gerne 5% Mehrpreis. Ein Grossteil der Bevölkerung ist aber aus den verschiedensten Gründen (Bildung, fehlende Hardware mangels Geld, Alter, Gewohnheit) vom Onlinehandel ausgeschlossen. Deswegen ist der Laden um die Ecke gesellschaftlich wertvoll und verdient Schutz vor unlauteren Wettbewerbsverzerrungen. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Lebensmittelmarkt oder die Bäckerei, die oft im unfairen Wettbewerb mit Einkaufszentren auf der grünen Wiese stehen. Unfair, weil letztere Verkehr und damit Emissionen aller Art generieren und dafür nichts bezahlen müssen.

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bullet69 04.10.2017, 13:53
7. So ein Quatsch

5% mehr MwSt für den Online Handel und 5% weniger für MwSt für den stationären Handel zu fordern. Bewegen Sie eher Ihren Wohlstandahintern aus dem Sofa anstatt online zu klicken. Das wäre ein Beitrag für Ihre Region, Stadt oder Gemeinde.

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theodtiger 04.10.2017, 13:58
8. Ermutigend

Die EU schafft hier mit dem Wettbewerbsrecht , was einzelne Staaten nicht können oder wollen - nämlich den Einstieg in eine angemessene Besteuerung von Internetkonzernen. Steuerrechtliche Versuche der EU Kommission sind bisher leider am Widerstand der Mitgliedstaaten wegen der notwendigen Einstimmigkeit gescheitert.

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Proggy 04.10.2017, 14:36
9. Nicht Amazon sondern Juncker

Die Regierung Luxemburgs hat unter der Führung von Jean-Claude Juncker seit 2003 Amazon (und nicht nur Amazon) illegale Staatshilfen in Form von Steuervorteilen gewährt.
Die persönliche Verantwortung des Fürsprechers dieser Praktiken, J-C. Juncker wird in den Ermittlungen der EU-Kommission etwas zu klein gehalten. Wer ermittelt schon gerne gegen den Chef.
Jede Firma hätte diese Vorteile angenommen - so ist das eigentlich eine Ermittlung gegen Juncker und seine damaligen Regierungsmitglieder. Die wirklich Verantwortlichen wieder einmal nicht zur Rechenschaft gezogen - Amazon darf zahlen und das war es dann.

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