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Euro-Krisenland: Portugals Finanzminister Gaspar tritt zurück
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Er ist der Architekt von Portugals Sparpolitik in der Euro-Krise - jetzt schmeißt Finanzminister Vitor Gaspar hin. Der Ökonom stand unter Druck, seit das Verfassungsgericht den Haushalt des Landes für verfassungswidrig erklärt hatte.

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agua 01.07.2013, 19:27
1.

Zitat von sysop
Er ist der Architekt von Portugals Sparpolitik in der Euro-Krise - jetzt schmeißt Finanzminister Vitor Gaspar hin. Der Ökonom stand unter Druck, seit das Verfassungsgericht den Haushalt des Landes für verfassungswidrig erklärt hatte.
Gaspar wollte im Oktober 2012 zurücktreten,wurde aber gebeten weiterhin durchzuhalten.Vor einigen Wochen las man in der Zeitung,dass die Regierung denke,dass Gaspar seinen Job erledigt habe und nun etwas Neues folgen müsse.Von daher erstaunt der Rücktritt nicht.Wer portugiesisch kann und interessiert ist an Vitor Gaspars Brief,kann diesen in "noticias ao minute",wo er in voller Länge abgedruckt ist,lesen.Nun bleibt zu sehen,welche neuen Kapitel aufgeschlagen werden.Eigentlich sollte die gesammte derzeitige Regierung zurücktreten.Gaspar ist Banker.

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Progressor 01.07.2013, 20:48
2. Wie lange dauert denn das noch?

Die Euroland-Defizitländer müssen doch nun endlich mal kapieren, dass man ihren Austritt wünscht. Wenn das nicht in ihre Birnen reingeht, wird man sie ökonomisch umbringen.

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carahyba 01.07.2013, 22:17
3. Eingeständnis des totalen Scheiterns ...

Zitat von Progressor
Die Euroland-Defizitländer müssen doch nun endlich mal kapieren, dass man ihren Austritt wünscht. Wenn das nicht in ihre Birnen reingeht, wird man sie ökonomisch umbringen.
Der Rücktritt ist lediglich das Eingeständnis, dass sein neoliberales Programm total gescheitert ist, nun gibt er die Schuld seinem Chef und der portugiesischen Öffentlichkeit, die ihn in seinen (neoliberalen) Bemühungen (spare, sparen, sparen ...) nicht genügend unterstützt hätten.

Erst wenn man sich am falschen Ende totgespart hat, kann man wieder investieren, so interpretiere ich seinen Abschiedsbrief.

Dass die Banken pleite sind, obwohl vom Staat gerettet, aber nicht saniert wurden und das Hauptproblem sind, darüber kein Wort im Brief. Kann man von einem Banker ja auch nicht erwarten.

Dafür lasten nun die Schulden der Banken bleischwer auf dem Staat.

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Tom 2012 01.07.2013, 22:34
4. Portugal in der Eurokrise

Mit dem Sparprogramm wollte die portugiesische Regierung die in den letzten 10 Jahren von rund 80 auf mehr als 200 Milliarden Euro gestiegene Staatsverschuldung in den Griff bekommen. Angesichts der tiefen Wirtschaftskrise im Land werden die internationalen Geldgeber, vor allem die Euroländer, wohl einer Lockerung der Sparauflagen zustimmen müssen, möglicherweise sogar einem teilweisen Schuldenerlass. Durch die Rückkehr zu einer eigenen Währung würde Portugal leichter wettbewerbsfähig werden, doch das Land soll offensichtlich in der Eurozone gehalten werden, koste es, was es wolle.

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agua 02.07.2013, 10:48
5.

Zitat von carahyba
Der Rücktritt ist lediglich das Eingeständnis, dass sein neoliberales Programm total gescheitert ist, nun gibt er die Schuld seinem Chef und der portugiesischen Öffentlichkeit, die ihn in seinen (neoliberalen) Bemühungen (spare, sparen, sparen ...) nicht genügend unterstützt hätten. Erst wenn man sich am falschen Ende totgespart hat, kann man wieder investieren, so interpretiere ich seinen Abschiedsbrief. Dass die Banken pleite sind, obwohl vom Staat gerettet, aber nicht saniert wurden und das Hauptproblem sind, darüber kein Wort im Brief. Kann man von einem Banker ja auch nicht erwarten. Dafür lasten nun die Schulden der Banken bleischwer auf dem Staat.
Diese Schulden belasten auch den Steuerzahler.Denken wir nur an den Fall der BPN!Es ist ein Eingeständnis seines Scheitern.Ist aber ebenso ein Schachzug der Regierung,weil Gaspar war die Hauptfigur,die beim Sparprogramm in den Vordergrund gestellt wurde.In der Öffentlichkeit war immer Gaspar derjenige,der neue Maßnahmen verkündete.Seine Nachfolgerin hätte eigentlich im Zusammenhang mit den Verträgen(swap)zurücktreten sollen,anstatt nun den Posten von Gaspar einzunehmen.Es wird sich mit seinem Rücktritt nichts ändern.Die nächsten Pläne sind schon fertig.

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sichersurfen 02.07.2013, 11:35
6. Austritt möglich, aber unerwünscht

Zitat von Progressor
Die Euroland-Defizitländer müssen doch nun endlich mal kapieren, dass man ihren Austritt wünscht. Wenn das nicht in ihre Birnen reingeht, wird man sie ökonomisch umbringen.
Oh, da blieben ja kaum Länder übrig. Wer wünscht denn den Austritt dieser vielen Länder. Habe ich da etwas verpaßt?

Sie dürfen sicher sein, kein Land tritt aus. Im Gegenteil es kommen Länder hinzu.

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testthewest 02.07.2013, 12:32
7.

Zitat von sysop
Er ist der Architekt von Portugals Sparpolitik in der Euro-Krise - jetzt schmeißt Finanzminister Vitor Gaspar hin. Der Ökonom stand unter Druck, seit das Verfassungsgericht den Haushalt des Landes für verfassungswidrig erklärt hatte.
"Sie verlangen, dass das Land den von Gaspar durchgesetzten Sparkurs verlässt und mehr für die Belebung der Wirtschaft unternimmt."

Das ist eben ein gefährlicher Irrtum. Der Staat hat nicht die Wirtschaft "anzukurbeln". Das müssen die Bewohner des Landes selber tun, indem sie Waren herstellen, die ein anderer Mensch kaufen will.
Alle Staatsprogramme, welche einfach nur Geld ausgeben, sind ein Strohfeuer - so wie die Entwicklung dieser Länder nach Euro-Einführung ein Strohfeuer war. Einfach substanzlos.

Der Staat kann bestenfalls nur als Art bank fungieren, wenn eine Kreditknappheit verhindert, dass Unternehmer neue (erfolgversprechende) Ideen umsetzen können. Alles andere ist schlecht, denn selbst die Not ist eine wertvolle Triebfeder die die Wirtschaft beleben kann.

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testthewest 02.07.2013, 12:34
8.

Zitat von carahyba
Der Rücktritt ist lediglich das Eingeständnis, dass sein neoliberales Programm total gescheitert ist,

Es ist sicher nicht gescheitert. Aber wer meint, Jahrzehnte der Misswirtschaft in einem Bruchteil der Zeit aufzuholen und umzudrehen, der verlangt selbst vom Kapitalismus zu viel.

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Medienkenner 02.07.2013, 13:38
9. optional

Wäre Portugal nicht in die EURO-EU eingetreten, ginge es dem Land heute besser; es hätte z.B. seinen (Escudo-)Währungskurs an geänderte ökonomische Bedingungen anpassen können. Ich sach ja, die EURO-Einheitswährung für zig verschiedene Länder mit unterschiedlichstem wirtschaftlichen Entwicklungsniveau ist reinster Schwachsinn, der dahinter sich verbergende politische Dominanzanspruch einer EU-Junta ebenso.

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