Forum: Wirtschaft
Europäische Geldpolitik: Immer den Amis nach
REUTERS

Am Donnerstag wird die EZB über ihren weiteren Kurs entscheiden. Nervosität macht sich breit: Kommt ein Ende der lockeren Geldpolitik in Sicht? Ein Blick in die USA könnte etwas Klarheit schaffen.

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peter.di 16.07.2017, 15:53
1. Sobald die EZB aus der "ultralockeren Geldpolitik" aussteigt

ist Italien pleite und die Euro-Krise wieder voll da. Eine solche Krise gibt es in den USA nicht, das es dort ein Land mit einer nationale Währung gibt (und auch niemand auch nur im Traum auf die Idee kommen würde mit anderen amerikanischen Ländern eine Gemeinschaftswährung (genannt vielleicht "Ameri") zu schaffen.)

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Rooo 16.07.2017, 15:55
2. 2 Gründe, warum die Löhne nicht steigen...

Es gibt vermutlich zwei Gründe, warum die Löhne nicht steigen. 1. ist die tatsächliche Arbeitslosigkeit höher als es die Arbeitslosenquote wiedergibt (jeder Student, der nur studiert, weil er keinen anständigen Job findet (z.B. als Bachelor), ist im Prinzip auch arbeitslos, aber wählt natürlich lieber die Alternative des Weiterstudierens. Ja, vielleicht könnte er auch kellnern, aber sorry Leute, das können gerne die Menschen mit IQ unter oder nahe 100 übernehmen. 2. Würden Lohnsteigerungen schnell dazu führen, dass sich ein neues Equilibirum ergibt, bei dem der Job dann im Ausland von jemand anderem gemacht wird oder durch eine momentan noch zu teure Maschine / einen Roboter / einen Algorithmus erledigt wird. Es gibt also keinen Spielraum für Lohnsteigerungen. Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Asien hat immer mehr gut ausgebildete Leute, die auch in Wohlstand leben wollen. Die Informationstechnologie und Mobilität der globalen Arbeitskräfte verhindert, dass man sich hier oder in den USA mit dem Arbeitgeber anlegen und höhere Löhne fordern kann, es sei denn, man ist einer der ganz wenigen IT-Cracks (und da meine ich nur die - geschätzt - oberen 20% innerhalb dieser Gruppe) oder [hier einen der wenigen Mangelberufe einfügen].

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freejack75 16.07.2017, 16:21
3. Vereinigte Staaten

@peter: äh, doch. Die vereinigten Staaten sind genau das was der Name sagt, und deren Einheitswährung ist der $.

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hru 16.07.2017, 16:25
4. Lieber Herr Müller,

vielleicht werfen Sie mal einen Blick auf die aktuellen Wechselkurse?
Was Sie da schreiben steht so im VWL Lehrbuch, aber derzeit haben wir trotz steigender Zinsen in den USA einen schwachen $. Nicht am historischen Höchstkurs aber deutlich gestiegen. Trump wirkt offensichtlich mehr als FED.
Wenn jetzt Drago die Zinsen angeht, was passiert dann? Nach Leerbuch steigt der € noch mehr, aber weiss das heute schon.

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53er 16.07.2017, 16:28
5. De westliche Politik

wandelt in den Spuren der seeligen Handtaschenschwingerin und zieht allen Gewerkschaften kräftig die Zähne (jüngstes Beispiel die Wackelpudding-Entscheidung des BGH) und greift damit massivst in den Arbeitsmarkt ein. In Deutschland wird jedes Unternehmen, das die Tarifbindung verläßt freudig beklatscht und die, den neoliberalen Ideologien verfallene, Volkswirtschaft fragt sich, warum ökonomisch einiges durcheinander gerät? Die Menschen haben schlicht kein Geld mehr, um es in einer funktionierenden Volkswirtschaft ausgeben zu können. Wer zusätzlich fürs Alter vorsorgen muss und ständig hört, dass Altersarmut sein Los sein wird, der hat auch wenig Lust zum Feiern. Es ist eine leise Abstimmung mit Füßen und sollte die Wirtschaft auf das einstimmen, was eintritt, wenn breite Altersarmut Realität werden sollte. Liebe Volkswirte, ihr habt´s mit Euren Theorien einfach zu weit und zu real getrieben. Die Folgen sind ebenso absehbar, wie unausweichlich.

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dirk1962 16.07.2017, 16:28
6. Wirtschaftssystem am Ende

Während meiner Schul- und Studienzeit würden noch Theorien zur Wirtschaft gelehrt, die scheinbar Alle nicht mehr greifen. Warum ist das so? Weil die. reale, wertschöpfende Wirtschaft inzwischen nichts mehr Wert ist. Statt dessen wird gefickt mit der Illusion, dass Geld sich automatisch vermehrt, wenn ich es nur oft genug umbuche. Ich vertrete schon einige Jahre den Standpunkt, dass unser Wirtschaftssystem längst am Ende ist. Uns fehlt einfach der Mut uns das einzugestehen und etwas Neues zu schaffen. Bevor jemand fragt, nein natürlich habe ich auch keine Patentlösung in der Schublade. Aber wir sollten endlich eine offene Diskussion beginnen, statt wie die Lemminge an Instrumente zu glauben, die nicht mehr greifen.

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hru 16.07.2017, 16:28
7.

Zitat von peter.di
ist Italien pleite und die Euro-Krise wieder voll da. Eine solche Krise gibt es in den USA nicht, das es dort ein Land mit einer nationale Währung gibt (und auch niemand auch nur im Traum auf die Idee kommen würde mit anderen amerikanischen Ländern eine Gemeinschaftswährung (genannt vielleicht "Ameri") zu schaffen.)
Die Währung gibt es übrigens, sie gilt für so unterschiedliche Länder wie New York, Alabama und Kalifornien. Und niemand kommt auf die Idee, dass Alabama eine eigene Währung braucht um abwerten zu können.

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fischblase 16.07.2017, 16:36
8.

Miete und Strom sowie Häuserpreise haben sich massiv verteuert, und sind in der Regel die großen Kostenfaktoren eines Haushalts. Aber wenn man das bei der Inflationsberechnung einfach außen vor lässt, hat man natürlich eine Inflation im gewünschten Rahmen.

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curiosus_ 16.07.2017, 16:42
9. Wenn Löhne und Gehälter nicht...

...steigen gibt es faktisch auch keinen Arbeitskräftemangel. Ganz simpel.

Wenn ich mir keinen Ferrari leisten kann gibt es deswegen noch lange keinen Ferrarimangel. Und wenn sich die Kneipe in der Stadt keinen Sternekoch leisten kann gibt es deshalb noch lange keinen Sternekochmangel.

Und wenn die Baufirma keinen Mindestlohn-Bauingenieur bekommt gibt es deswegen noch lange keinen Bauingenieurmangel.

Wie immer wieder - von vermeintlich denkfähigen Menschen! - von Mangel-Berufen gesprochen werden kann ist mir ein Rätsel.

Als einziges mangelt es an Arbeitskräften die für sinkende Löhne/Gehälter (im Vergleich zu den bereits länger festangestellt Beschäftigten) bereit sind zu arbeiten. Das ist aber kein Mangel im klassischen Sinne. Das ist neoliberales Neusprech.

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