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EZB-Anweisung: Deutsche Bank muss Ausstieg aus Investmentbanking durchrechnen
REUTERS

Das Investmentbanking ist immer noch die wichtigste Sparte der Deutschen Bank - doch sie muss kalkulieren, wie teuer die Abwicklung der Sparte wäre. Eine entsprechende Anweisung hat die Bankenaufsicht der EZB erteilt.

acitapple 16.04.2018, 09:05
1.

Ich finde man sollte generell darauf achten, dass Banken nicht zu groß werden. Man sollte meinen die Politik hätte aus der letzten Krise gelernt. Daher finde ich das Trennbankensystem sehr attraktiv. So könnte man die DBk in Privat- und Geschäftskunden und in Investmentbank aufteilen. Wobei mir die DBk eher weniger Sorgen macht. Richtig übel wird's, wenn man nach Italien, Frankreich und Spanien schaut. Dort schlummern so einige Banken mit Negativpotenzial.

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spadoni 16.04.2018, 09:48
2. Richtig so

Die Deutsche Bank hat sich jahrelang mit unkalkulierbaren Spekulationen im Investmentbanking total übernommen und auch an Zinsmanipulationen teilgenommen. Dadurch mussten empfindliche Abschreibungen und Strafen hingenommen werden. Was ist nur aus der ehemaligen Vorzeigebank der Deutschen geworden?

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Sixpack, Joe 16.04.2018, 10:19
3. Richtige Entscheidung der EZB, längst überfällig....

DB ist die größte Risikobank Europas und für das gesamte Finanzsystems. Weit größer als die Südländer zusammen. Gut, das dies jetzt mal in die Öffentlichkeit kommt. Vielleicht hört das Südländerbasching aus Deutschland jetzt endlich mal auf und schaut man in den Spiegel! Obwohl ich da wenig Hoffnung habe. Vielleicht verstaatlicht Finanzminister Scholz die DB noch. Wäre die beste Lösung.

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hefe21 16.04.2018, 11:09
4. Spassige Agentur

Zitat von spaceagency
die Dituation der DeBa ist katastrophal schlecht und wird wie immer in Deutschland nicht diskuttiert. Wenn eine Bank an einem Sonntag einen Chefwechsel vollzieht und eine Woche danach von der EZB die Aufgabe bekommt die eigene Abwicklung durchzurechnen sollten die Alarmglocken läuten. Achtung beim letzten Stresstest war sie Russlandgeschäfte eingerechnet die SCHLECHTESTE Bank des Kontinents und ohne die Russlandgeschäfte zweitschlechteste nach der Monte dei Paschi. Sie hockt auf einem Derivatensumpf und wurde bis vor einem Jahr als gefährlichste Bank der Welt bezeichnet vom IWF nicht rettbar durch Deutschland weil der Schaden ein vielfaches des deutschen BIP betragen würde im Notfall. Im Gegensatz zu Italien (Intesa und Unicredit) gibt es in Deutschland keine leistungsfähige Alternative und das Bankwesen ist das schwächste aller G7 Staaten. Man kann natürlich in deutschtypischer Weise aussitzen und an die eigene Grösse glauben aber diese Bank wird noch einige Probleme schaffen und dagegen sind die heute 150 Milliarden betragenden faulen italienischen Kredite ein Kinderspiel. Ich wünschte mir einen Investigationsjournalismus in Deutschland und nicht ein berichtender Gesinnungsjournalismus. Über grosse Probleme wird nur im Nachhinein berichtet. Aufdecken war einmal. Dieses dramatische Thema wäre eine offene ständige Rubrik wert
.."dagegen sind die heute 150 Milliarden betragenden faulen italienischen Kredite ein Kinderspiel. " Waren das nicht vor nicht allzu langer Zeit noch geschätzte 360 Milliarden? Alles abgebaut? Mit Mikroben, oder mit Staatsanleihen, die zur unmittelbaren Refinanzierung ans EZB-Ankaufsbüro weitergereicht wurden?
.."aber diese Bank wird noch einige Probleme schaffen .." - dass die Deutsche Bank noch weitere Probleme schaffen wird, wollen wir nun doch nicht hoffen, die vorhandenen genügen ja vollauf.
Und ja, die Investigativkraft der deutschen Presse in wirtschaftlichen Belangen ist mit gedämpft freundlich umschrieben, aber da müssen eben die leistungsfähigen Schwyzer aushelfen - wie wärs mit einer schonungslosen Deutschbankbilanzanalyse aus dem Schwarzgeldmutterland? Roger (Köppel) oder was?

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oidahund 16.04.2018, 11:25
5.

Da scheint die SZ nicht sonderlich gut informiert zu sein. Ich weiß aus jahrelanger eigener Berufserfahrung, dass solche Anforderungen von Seiten der Bankenaufsicht immer wieder gestellt werden - nicht nur für das Investmentgeschäft. Auch für das Kreditgeschäft finden solche Szenario-Rechnungen auf Anforderung immer wieder statt. Was passiert, wenn die Branche auf die das Haupt-Portfolio an Krediten entfällt den Bach runter geht, was passiert, wenn Staatsanleihen (ausgewählter Staaten oder insgesamt) erheblich bonitätsmäßig abgewertet werden usw.. Das gehört zu einem ordentlichen Risk-Management dazu und das wird eben regelmäßig geprüft. Viel Rauch um wenig Fakten.

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spon_leser2892 16.04.2018, 11:48
6. 46 Billionen Derivatevolumen

46 Billionen Euro. So groß ist das Volumen aller Derivate in den Büchern des Instituts. Es ist eine riesige Summe, 15-mal so groß wie die Wirtschaftskraft Deutschlands! Und weil kaum einer versteht, was Derivate sind und welche Gefahren sie bergen, ist die Angst groß, dass die Frankfurter damit unkalkulierbare Risiken eingegangen sind. Diese Angst kann selbst zur Gefahr werden. Verliert die Bank das Vertrauen ihrer Kunden und Geschäftspartner, ziehen diese ihr Geld ab, dann droht das Aus.
Da sich viele Derivategeschäfte gegenseitig "aufheben" beträgt das Haftungsrisiko angeblich nur 542 Milliarden - Das ist dann "nur" noch etwa ein Sechstel der Wirtschaftskraft Deutschlands – und nur ein theoretischer Maximalbetrag.

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n.wemhoener 16.04.2018, 16:09
7.

Zitat von spon_leser2892
46 Billionen Euro. So groß ist das Volumen aller Derivate in den Büchern des Instituts. Es ist eine riesige Summe, 15-mal so groß wie die Wirtschaftskraft Deutschlands! Und weil kaum einer versteht, was Derivate sind und welche Gefahren sie bergen, ist die Angst groß, dass die Frankfurter damit unkalkulierbare Risiken eingegangen sind. Diese Angst kann selbst zur Gefahr werden. Verliert die Bank das Vertrauen ihrer Kunden und Geschäftspartner, ziehen diese ihr Geld ab, dann droht das Aus. Da sich viele Derivategeschäfte gegenseitig "aufheben" beträgt das Haftungsrisiko angeblich nur 542 Milliarden - Das ist dann "nur" noch etwa ein Sechstel der Wirtschaftskraft Deutschlands – und nur ein theoretischer Maximalbetrag.
542 Milliarden Euro Haftungsrisiko ?

Nach den Abgaben der Zahlenjongleure dieses feinen Geldhauses müssen wir uns gar keine Sorgen machen. Sie haben das Derivate-Nettorisiko auf 20,3 Milliarden heruntergerechnet (Stand 2014).

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