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Fachkräftemangel: Bahr will Pflegekräften Zuwanderung erleichtern
DPA

In Deutschland fehlen Altenpfleger und Krankenschwestern, Gesundheitsminister Bahr will nun ausländischen Fachkräften den Zugang erleichtern. "Die Hürden zu hoch", kritisiert der FDP-Mann.

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uezegei 22.04.2013, 08:27
1. Doch ein Einwanderuungsland?

„Wir sind kein Einwanderungsland“ - Politik - Tagesspiegel

Deutschland ist kein Einwanderungsland, so war das Credo.
Ob Herr Bahr sich da mal nicht wieder mit seinen Koalitions-"Partnern" überwirft ?

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temp1 22.04.2013, 08:35
2. ich Dich nicht verstehen, aber alles gutt ... nicht, mama ?

Das ist ein sprachliches Problem, daß schon jetzt mehr also offensichtlich im Gesundheits- und Pflegesektor ist.
Da liegen alte, schwerhörige Menschen, oft zu schwach um sich deutlich zu artikulieren, bedürftig, daß Kommunikation leicht geht, weil die Kraft und Fähigkeiten für komplizierte Kommunikation fehlt. DAS können die meisten ausländischen Pflegekräfte nicht leisten !!!

Wenn ich in Krankenhäusern und Pflegeheimen mit den Pflegekräften spreche, die aus Urkraine oder Pakistan kommen, dann wird auch mir als junger Mensch bewußt, wie anstrengend es ist, bis die verstanden haben, was ich ihnen sage und noch mehr bis ich verstanden habe, was sie antworten wollen. Dazu kommt noch der große Zeitdruck in diesem Berufsfeld, der keine Zeit läßt, Dinge mehrfach zu wiederholen, bis man weiß, daß man sich verstanden hat.

In diesem Umfeld als schwer kranker Mensch zu sein und vollkommen abhängig zu sein ist noch verzweifelter und verunsichernder, wenn man noch nicht einmal weiß ob die Pflegekräfte richtig verstanden haben, man deren Antwort nicht versteht, Da bleibt bestenfalls die regelkonforme 0815-Befriedigung der in den Listen aufgeführten standardisierten körperlichen Bedürfnisse des Menschen, egal wessen der einzelne gerade bedarf.
Es ist schon jetzt in vielen Stationen eine KATASTROPHE

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Progressor 22.04.2013, 08:35
3. Mal langsam

Die FDP ist eine Partei des freien Marktes. Nach diesen Vorstellungen bildet sich der Lohn für eine Tätigkeit nach Angebot und Nachfrage. D.h. wenn es zu wenig Altenpfleger und Krankenschwestern gibt, müsste die Tätigkeit besser entlohnt und/oder die Arbeitsbedingungen verbessert werden. So weit die grundsätzliche Logik die wir bei jeder Gelegenheit vor den Latz geknallt bekommen.

Aber, siehe da, sobald es ernst wird, ist von solchen marktradikalen Ideen nichts mehr übrig. Der Lohn und die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich sollen sich, wenn überhaupt, erst ändern, wenn sich auf der gesamten Welt niemand mehr findet der bereit ist zu den bestehenden Bedingungen dafür zu arbeiten.

Ich habe dafür ein Adjektiv, das ich aber mal für mich behalte.

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cirkular 22.04.2013, 08:38
4. Chinesisch für Patienten

wird demnächst als VHS-Kurs angeboten, damit sich die Patienten mit ihren Pflegern verständigen können.

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felisconcolor 22.04.2013, 08:39
5. Es gäbe

Zitat von sysop
In Deutschland fehlen Altenpfleger und Krankenschwestern, Gesundheitsminister Bahr will nun ausländischen Fachkräften den Zugang erleichtern. "Die Hürden zu hoch", kritisiert der FDP-Mann.
genügend Pflegekräfte. Wenn die Arbeit mal anständig bezahlt würde.
Wenn es nach einem Herrn Bahr geht, wird aus einem mies bezahlenten Job, ein Job an der Grenze zur Ausbeutung.
Die letzten deutschen Pflegekräfte werden es ihnen danken.
Und die zu pflegenden auch.
Wenn ich jetzt schon mit bekomme, wie teilweise Pflegekräfte ohne richtige Kenntnis der deutschen Sprache mit den Bewohnern umgehen.
Hoffentlich erschiesst mich jemand wenn ich mal pflegebedürftig werde.
Was hier geschieht ist eine Ohrfeige für die Menschen die Deutschland mal aus dem Dreck geholt haben.
Aber das interessiert ja die Politiker nicht die Deutschland wieder dahin zurück schicken wollen.

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Ingmar E. 22.04.2013, 08:40
6.

Zitat von sysop
In Deutschland fehlen Altenpfleger und Krankenschwestern, Gesundheitsminister Bahr will nun ausländischen Fachkräften den Zugang erleichtern. "Die Hürden zu hoch", kritisiert der FDP-Mann.
In vielen Ländern ist das eine akademische Ausbildung. Aus Polen und Tschechien hätten schon längst Leute kommen können, es will aber keiner kommen, zu dem Lohn.
Wer sein Land eh verlässt und paar hundert km wegzieht, dem ist es doch egal ob es paar hundert km mehr oder weniger sind. Warum sollte so eine Pflegekraft hier einwandern, wenn sie in anderen europäischen Ländern besser bezahlt wird? Und als Migrant in der Gesellschaft willkommen ist.

Wir können nicht mit dem dicken Portemonnaie in der Hand denen die Pflegekräfte wegkaufen, damit unsere Alten und Kranken preiswert versorgt sind, während deren Kranke und Alte dadurch immer schlechter versorgt werden. Das ist nicht ethisch korrekt.

Vielmehr muss der Entwicklung der Zeit Rechnung getragen werden. Es gibt anteilsmäßig immer mehr Abiturienten, denen muss man in der Pflege auch Angebote machen können, durch akademische Ausbildung, durch entsprechende Bezahlung.
Bei einem Anteil von 10% Bachelorabsolventen am Pflegepersonal sinkt die Sterblichkeit der Patienten um 6%, und dieser Effekt setzt sich in einer anderen Studie bis 60% Anteil so fort. Darüber hinaus gibts nur noch keine Studien.
Es ist nicht nur der Arzt der einem als Patient das überleben sichert, sondern mit gleichem Anteil auch die qualitative Pflege, optimalerweise mit akademischer Ausbildung.

Das kostet, aber andererseits überlebt man dadurch auch mit ner höheren Chance. Das letzte Hemd hat keine Taschen und mehr Lebenszeit mit seinen Liebsten, oder dass genügend Personal vorhanden ist, wenn man Schmerzen oder Luftnot hat und Hilfe braucht, ist doch mehr wert als ein größeres Vermögen vererben zu können.
Diese Gesellschaft könnte problemlos den Pflegekräften das doppelte zahlen, wir sind objektiv betrachtet irre reich. Man muss das Geld nur bei den richtigen Leuten abholen.

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Annika Hansen 22.04.2013, 08:43
7. ...

Zitat von sysop
In Deutschland fehlen Altenpfleger und Krankenschwestern, Gesundheitsminister Bahr will nun ausländischen Fachkräften den Zugang erleichtern. "Die Hürden zu hoch", kritisiert der FDP-Mann.
Man muss nur die Kranken- und Altenpfleger ordentlich bezahlen und ihnen gute stressfreie Arbeitsbedingungen bieten und schon erledigt sich der Pflegenotstand von selbst. Vielleicht kommt dann auch das abgewanderte medizinische Pflegepersonal aus Österreich, der Schweiz und allen anderen Ländern wieder, die bessere Bedingungen als Deutschland bieten.
Statt Ausländer anzuwerben für die man die Zugangshürden senken möchte, könnte man auch Arbeitslose (Deutschland hat genug davon) zu Pflegern und Pflegehelfern umschulen, immerhin hat man hier schon einmal den Vorteil, dass weder Sprach- noch Integrationskurse nötig sind. Wenn man aber weiter auf niedrigen Löhnen beharrt, wie lange glaubt Bahr wohl, werden die anzuwerbenden ausländischen Pflegekräfte in Deutschland bleiben, wenn sie erst einmal gemerkt haben, dass die Schweiz und Österreich viel besser zahlt?

Sobald sie der deutschen Sprache mächtig sind, werden sie weiterziehen. So ganz nebenbei: wer zahlt eigentlich für die Deutsch- und Integrationskurse? Der Steuerzahler oder die Arbeitgeber?

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minilux 22.04.2013, 08:54
8. und täglich grüsst das Murmeltier...

in den spätern 70ern die Koreanerinnen, in den 90ern Kolleginnen aus Weißrussland und aus Ex-Yugoslawien, derzeit aus Spanien, in China wird auch schon gefischt...
Eigentlich wäre es nett, wenn wir mal Fachleute hätten, die das Problem angehen, und nicht nur schlecht klebende Pflaster am Pflegesystem anbringen. Aber das ist wohl zu viel verlangt.
Und das, obwohl ich Bahr für einen der fähigsten Gesundheitsminister der letzten Jahzehnte halte

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gog-magog 22.04.2013, 08:55
9. Die wahren Hintergründe

Zitat von sysop
In Deutschland fehlen Altenpfleger und Krankenschwestern, Gesundheitsminister Bahr will nun ausländischen Fachkräften den Zugang erleichtern. "Die Hürden zu hoch", kritisiert der FDP-Mann.
Bahr will das niedrige Lohnniveau in den Pflegeberufen mit aller Gewalt halten. Viel wichtiger wäre es, den Beruf attraktiver zu machen durch höhere Einkommen. Aber dann würden ja die Betreiber weniger verdienen und die spenden bekanntlich gern und oft an ihre Mövenpicker-Partei.

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