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Familienkrieg um Aldi-Nord: "Begehrlichkeiten, die Goldtöpfe anzuzapfen"
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Diffamierungen, hasserfüllte Briefe, Dispute vor Gericht: Die Erben der Aldi-Gründer bekämpfen einander, wie es früher undenkbar war. Ein Gericht schafft nun etwas Ruhe. Doch die Kluft in der Familie Albrecht ist tief.

Hartmut Schwensen 08.12.2017, 23:13
1. Jede Generation ...

... sollte wieder von vorne anfangen. Was genau hat eine Babette Albrecht geleistet außer glücklich geheiratet zu haben? Was ihre Kinder? Auch hier kann man von Warren Buffet lernen: Die Kinder sollten sich selber ihren Reichtum erarbeiten oder sich in Bescheidenheit begnügen gemäß ihrer Fähigkeiten, sie sind schon durch ihre Gene und das Netzwerk privilegiert genug. Den Rest bestimmt die Evolution.

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agt69 08.12.2017, 00:53
2. Völlig unverständlich

Ich frage mich wirklich, woran es liegt, dass es so viele Unternehmer nicht schaffen, Nachfolgeregelungen zu treffen, mit denen alle zufrieden sind. Die Kinder bekommen jährlich 25 Millionen Euro netto. Damit steht ihnen alles offen. Sie könnten eigene Unternehmen gründen, bei ALDI mitarbeiten oder sich einfach nur auf die faule Haut legen und das Leben genießen, ohne sich je im Leben finanzielle Sorgen machen zu müssen. Aber nein, statt dessen machen sie sich ihr eigenes Leben zur Hölle und das ihrer Familien. Alles ist geprägt von Neid, Streit, Misstrauen und teuren Prozessen. Die Albrechts mögen noch so geschickte Unternehmer gewesen sein, aber als Familienväter haben sie völlig versagt. Na ja, wenigstens sind die Anwälte glücklich...

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dasfred 08.12.2017, 03:28
3. Berthold wußte was er wollte

Dieser Artikel erinnert mich an einen Verwandten, der vor Jahrzehnten schon sicher war, dass Frau und Tochter nach seinem Tod das angesparte Kapital in kurzer Zeit durchbringen und sich dann nur noch mit der Witwenrente bescheiden müssen. Er hat daher dafür gesorgt, dass das Geld in eine lebenslange Rente umgewandelt wird. Er wird sicher auch in Betracht gezogen haben, dass schon viele Familien Unternehmen in der zweiten oder dritten Generation dem Zerfall preisgegeben wurden. Die aufgesetzte Apanage für Frau und Kinder ist selbst aus Sicht reicher Familien als durchaus üppig anzusehen und dient ja dazu, den Kindern die Zeit zu geben, so lange zu lernen, bis sie die Verantwortung für ein Unternehmen dieser Größenordnung voll umfänglich wahrnehmen können. Als Vater wusste er, wie weit er Frau und Kindern trauen kann.

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katjastorten 08.12.2017, 05:14
4. Geld oder Familie

Selbst wenn Aldi nicht mehr wäre, weil die Babette Linie das Geld verprasst, was wäre daran schlimm? Aldi ist nun mal von den beiden Brüdern aufgebaut, die über ihren Tod hinaus nicht loslassen wollten.
Gönnt Euch schönes Leben liebe Aldifamilie, lasst soziale Gerechtigkeit walten und geht mir einer schwarzen Null in den Tod. Soll die nächste Generation wirklich ihr eigenes Geld erarbeiten!

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mazzmazz 08.12.2017, 06:24
5. Gierige Erben?

Vermutlich nicht ausschließlich.
Die Alten wollen bewahren, die Jungen wollen Neues tun.
Je mehr Geld und Leute da sind, umso mehr muss man werben und Kompromisse schließen.
Ganz ehrlich: ich würde mich auch nicht unbedingt vom Onkel gängeln lassen wollen.

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holy64 08.12.2017, 07:10
6. Bei diesem Artikel.

fällt mur nur ein: weg mit den ganzen Stiftungen oder zumindest so gesetzlich umbauen, dass wirklich nur Kultur und Soziales gefördert wird.

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Ryker 08.12.2017, 07:42
7. Einerseits, andererseits...

Einerseits finde ich es durchaus lobenswert, wenn Schwerreiche ihren Kindern einen "bescheidenen Lebensstil" verordnen. Schließlich macht Geld allein nicht glücklich und wer wünscht sich nicht, dass der eigene Nachwuchs integer, sittlich und moralisch hochstehend usw. usf. ist? Aber ist es andererseits nicht irgendwie auch asozial sein eigenes Vermögen immer und immer weiter auf Kosten anderer (anders geht es ja wohl nicht) zu vergrößern, nur um auf einem immer und immer größeren Haufen Geld zu sitzen? Wer sich Yachten, dicke Autos, teure Klamotten kauft, der bringt die Kohle wenigsten wieder in den Kreislauf.

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olliver_123 08.12.2017, 07:44
8. Schön zu sehen

Dass auch der größte Reichtum allein nicht glücklich macht. Angesichts dessen, dass alle Beteiligten ohnehin mehr Geld haben, als sie ausgeben können, stellt man sich als Normalbürger aber schön die Frage, was die Motive hinter solchen Strietereien sind. Können ja eigentlich nur persönliche Befinden sein, mit denen sich hier gegenseitig das süße Leben verbittert wird.

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Knossos 09.12.2017, 08:51
9.

Zitat von Hartmut Schwensen
... sollte wieder von vorne anfangen. Was genau hat eine Babette Albrecht geleistet außer glücklich geheiratet zu haben? Was ihre Kinder? Auch hier kann man von Warren Buffet lernen: Die Kinder sollten sich selber ihren Reichtum erarbeiten oder sich in Bescheidenheit begnügen gemäß ihrer Fähigkeiten, sie sind schon durch ihre Gene und das Netzwerk privilegiert genug. Den Rest bestimmt die Evolution.
Auch diese Perspektive ist nicht ganz stichhaltig / ist moralistisch. Schließlich gibt es gegenüber niederem Einkommen keinen Ertragsvorsprung von über ~ 6:1 bis max. 8:1, der leistungsabhängig oder ethisch gerechtfertigt sein könnte. Und schon gar keine rationale Plausibilität darin, daß sich Milliarden Werktätige den ganzen Tag für etwas abplacken müssen, mit dem sich Einzelne dann den Allerwertesten abwischen. (Auch wenn uns Monarchien und Oligarchien seit 5000 Jahren etwas anderes weismachen.)

Belastbarer ist doch die Frage, warum Menschen mit Euro 350 000 monatlich immer noch nicht befriedigt sind, während ihnen kaum entgangen sein kann, daß anderswo Manche an fehlender Grundversorgung dahinscheiden, und bereits in unmittelbarer Umgebung 160 Stunden Arbeit mit kaum über 1000 EUR entgolten werden.

Anhaltend blinde Gier, die in Komplexen gegenüber den restlichen 2000 Milliardären begründet liegen dürfte. Leuten, die 350 Riesen schon mal für einen einzigen Abend ausgeben.
DAS ist der Irrwitz, der sowohl zu Vorbild wie zu Nacheiferer zu Denken geben sollte.

Hernach läßt sich noch vergegenwärtigen, daß jeder einzelne der 2000 modernen Autokraten mit einem Bruchteil seines Vermögens das Artensterben wenigstens der höher entwickelten Mitgeschöpfe aufhalten könnte, gemeinhin jedoch nicht entfernt daran denkt.
Eine neoliberale Attitüde, die dem Menschsein in dessen Grundfesten entgegensteht. Gesunder menschlicher Psyche ohnedem.

Daß es nicht hilfreich ist, Krankheiten zu tabuisieren, wissen wir nicht erst seit solchen wie Syphilis oder AIDS.
Die seelische Krankheit hinter übermäßigem Reichtum vor dem Elend der Welt wird in globales Visier geraten. Nur vermutlich ökologisch nicht mehr rechtzeitig.

Und das wird keinem Leben auf Erden mehr nutzen. Außer evtl. Kakerlaken und Mikroben, solange sie noch Organisches zu Futtern finden.

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