Forum: Wirtschaft
Finanzmärkte: Die Börse kann Erdogan und Trump nicht zügeln
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Ob Türkei, USA oder Italien - immer wieder dämpfen die Finanzmärkte den Eifer populistischer Politiker. Aber taugt die Börse als Retterin der Demokratie?

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syracusa 24.08.2018, 12:43
1. Börsen sind grundsätzlich demokratiefeindlich

Die Börsen sind grundsätzlich demokratiefeindlich. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die Börsen ganz maßgeblich dafür gesorgt, dass halbwegs demokratisch legitimierte Regierungen durch marktradikal-neo"liberale" Diktaturen abgelöst wurden. Chile ist dafür nur ein Beispiel unter vielen. Viele der heutigen Probleme, nicht zuletzt auch die der arabischen Diktaturen, gehen darauf zurück. Und übrigens haben die USA mit dem CIA dabei in aller Regel auch kräftig nachgeholfen (für alle Putin-Trolle: das rechtfertigt keineswegs die Verbrechen der Putin-Oligarchie).

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Emderfriese 24.08.2018, 12:51
2. Egal

"Die Börse" als bestimmende Institution gibt es eigentlich nicht. Es gibt die "Wirtschaft", die von einigen Wenigen beherrschte Ökonomie. Und diesen Wenigen ist es zunächst einmal egal, ob sie in einer "Demokratie" oder in einer autoritären Staatsform leben. Es geht dieser "Wirtschaft" nur um günstige Bedingungen zum "wirtschaften", d.h. zum Gewinne machen. Dabei ist es allerdings häufiger so, dass eine autoritäre Regierung, eine demokratische Regungen wie Gewerkschaften, soziales Engagement und Aufklärung unterdrückende, vorteilhafter ist. "Die Börse" ist dabei nur Nebensache und Spielwiese des Kapitals.

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bjbehr 24.08.2018, 13:03
3. Von Geldmanegen und Gruselkabinetten

Diese Börsen und Finanzmärkte dieser Welt - nichts als menschenverachtende Casinos. Weder können Finanzmärkte zu irgendwelchen Deutungen von irgendwas tendieren noch Regierungen abstrafen noch können Börsen schwächeln oder Freudensprünge vollführen. Alleine schon dieses vermenschlichende Vokabular ist haarsträubend, da diese Gruselkabinette genau das suggerieren sollen und der Mensch, dumm wie er war, ist und immer sein wird, stets aufs Neue darauf hereinfällt. Die Welt wäre um einiges besser, gäbe es diese Geldmanegen nicht.

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kajosch55 24.08.2018, 13:06
4. Interessantes Thema.

Allerdings mit einem bitteren Geschmäckle, Die Börsen respektive die großen Kapitalisten haben sich bekanntlich aktiv für die Nationalisten und Faschsten im letzten Jahrhundert eingesetzt. Und auch die Diktatoren der Nachkriegszeit waren wohl eher nützlich als geschäftsschädigend. Sieht man dann noch aktuell in Richtung Osten, gibt es jedenfalls keine sichtbaren Ressentiments gegen die Urbans, Poroschenkos und Putins. Nein, die These dass die Börse ein Stabilitätsanker der Demokratie ist lässt sich nicht belegen. Eher im Gegenteil.

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syracusa 24.08.2018, 13:06
5.

Zitat von Ossifriese
"Die Börse" als bestimmende Institution gibt es eigentlich nicht. Es gibt die "Wirtschaft", die von einigen Wenigen beherrschte Ökonomie.
Nein, das ist falsch. Selbständige Handwerker, genossenschaftlich organisierte Betriebe uswusf. sind allesamt Teil der Wirtschaft und stellen sich dem Wettbewerb im Markt, sie sind aber eben ganz und gar nicht "die Börse", sondern haben dieser sogar diametral entgegen gesetzte Interessen. "Die Börse" ist ganz wesentlich der Bereich des Finanzkapitals, das heute leider die Volkswirtschaften maßgeblich bestimmt.

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echoanswer 24.08.2018, 13:11
6. So ein Unfug

Die Börse hat mit Demokratie nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, sie ist deren Ruin, weil sie ein Arbeiten für das Gemeinwohl, das gemeinschaftliche Denken und Arbeiten ad absurdum führt. Nur wer skrupellos und Menschen verachtend betrügt taugt für die Börse und das schnelle Geld.

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Kurt-C. Hose 24.08.2018, 13:14
7.

"Es wäre dringend nötig, die Finanzströme besser zu kanalisieren und die Menschen vor allzu irren Kapriolen zu schützen. Und sei es, um den autoritären Polterern einen Grund für ihr Poltern zu nehmen"
Aha und das "kanalisieren" übernimmt dann bitte wer? Der Vorsitzende des Weltfinanzpolitbüros Fricke? Was für ein Schwachsinn.

Außerdem reagieren, auch wenn Journalisten nicht anders können als das so zu beschreiben, nicht "die Finanzmärkte" sondern immer einzelne Investoren. Und auch da reagieren nicht immer alle gleich.
Wenn Hunderte Investoren zu ähnlichen Einschätzungen kommen, könnte es sein, dass sie mit ihrer Einschätzung richtig liegen. Müssen sie aber nicht. Auch das zeigt der Markt regelmäßig. Aber die Idee, den Markt ausser Gefecht zu sezen, weil seine Reaktionen den Populisten Argumente liefern, gehört wirklich zum Dümmsten, was auf SPON seit langem zu lesen war.

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roninger2000 24.08.2018, 13:17
8. Im Sommerloch

ein bisschen sinnreich quatschen.
„Das könnte im deutschen Interesse dafür sprechen, den Türken zu helfen.“
Und ein paar Abschnitte vorher sagt er:
„Tatsächlich haben Regierungen wegen der Globalisierung auf vieles nicht mehr so viel Einfluss.“

Manchmal wäre es besser nichts zu schreiben u. keine Meinung zu haben.

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Emderfriese 24.08.2018, 13:17
9. Alle

Zitat von syracusa
Nein, das ist falsch. Selbständige Handwerker, genossenschaftlich organisierte Betriebe uswusf. sind allesamt Teil der Wirtschaft und stellen sich dem Wettbewerb im Markt, sie sind aber eben ganz und gar nicht "die Börse", sondern haben dieser sogar diametral .....
Warum ist meine These falsch, wenn Sie sie gleich danach bestätigen?: "...'Die Börse' ist ganz wesentlich der Bereich des Finanzkapitals, das heute leider die Volkswirtschaften maßgeblich bestimmt."
"...Selbständige Handwerker, genossenschaftlich organisierte Betriebe uswusf. ..." sind dem Finanzkapital ebenso unterworfen wie auch die übrige Bevölkerung.

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