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Fluglinien, Banken, Ticketverkäufer: Diese Tricks verstecken Firmen in den AGB
DPA

Versand per Standardbrief? Macht 30 Euro. Solche dreisten Regeln in den Geschäftsbedingungen werden vor Gericht regelmäßig zerlegt. Doch bis das Urteil vorliegt, kassieren viele Firmen weiter.

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Dr. Kilad 01.09.2018, 15:14
10. Kein Einzelfall

Grundsätzlich gilt immer mehr, Rechtbekommen ist Geldangelegenheit. Wer nicht soviel Knete hat, wird allein schon durch die Gefahr einer Niederlage rechtlich benachteiligt. Und der Gesetzgeber? Der hat mit seiner "Musterfestklage" anschaulich bewiesen, dass ihm nur das Geld interessiert und nicht evtl. Kriminaltät der Geldbesitzer. Typisch kapitalistisch hat man auch die Prozesskostenhilfe bei Einkommensarmut immer weiter erschwert.

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John McC!ane 01.09.2018, 15:14
11. (at) Hans58

" Wer das "Kleingedruckte" nicht liest, kann hinterher nicht behaupten, es nicht gewusst zu haben" - so pauschal ist das schlicht falsch! Schon mal was von unwirksamen Überraschungsklauseln gehört? Steht im AGB-Gesetz - wenn man das nicht liest, kann man es natürlich nicht wissen! ;-)

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jabbel 01.09.2018, 16:53
12. Hat Herr Tenhagen unzuverlässige Quellen?

In Bezug auf Eventim arbeit Herr Tenhagen schlicht mit Unwahrheiten. Es wird behauptet, Eventim kassiert weiter, obwohl das BGH-Urteil vorliegt. Das Gegenteil ist der Fall. Eventim nahm die Gebühr für das Print-Ticket kurzfristig heraus, obwohl das Urteil noch nicht vorlag (sondern über die Medien verbreitet wurde). Dieses kann schnell im Online-Shop überprüft werden, indem man z.B. ein Musical-Ticket in den Warenkorb legt (kann später wieder gelöscht werden) und die Versandform Ticketdirect ansieht. Dort steht € 0,00.

Leider ist auch hier wieder der Fall, wenn erstmal eine negative Schlagzeile draußen ist, hat die betreffende Person/Unternehmen kaum eine Chance dieses umzukehren.

Bzgl. dieses ehemaligen Preises steht und stand nie etwas versteckt in AGB. In den AGB wird lediglich darauf hingewiesen, dass es bei einer ausgewählten Versandform zu einer Berechnung kommen kann. Preise werden immer direkt in der Transaktion oder in einer Preisliste angezeigt. Das für die Printvariante etwas in den AGB versteckt ist, ist ausgedacht. Vor diesem Hintergrund gibt es auch keinen Zusammenhang zwischen dieser Kolumne von Herrn Tenhagen (Diese Tricks verstecken Firmen in den AGB) und Eventim. Hier wurde auf Kosten Dritter etwas reißerisches ohne fundierte Quellen zusammengeschrieben.

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kindchen 01.09.2018, 18:22
13. Man könnte ...

... Firmen verpflichten, durch unrechtmäßige Klauseln eingenommenes Geld zurückzuzahlen, auch wenn der Kunde nicht klagt.

D.h., wenn gerichtlich festgestellt wird, daß eine Klausel ungültig ist, müßte die Firma offenlegen, wieviel Geld sie durch diese Klausel eingenommen hat und wäre verpflichtet, dieses Geld auf eigene Initiative allen betroffenen Kunden zurückzuzahlen, und zwar auch denen, die nicht geklagt haben.

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Hans58 01.09.2018, 18:45
14.

Zitat von John McC!ane
(at) Hans58 " Wer das "Kleingedruckte" nicht liest, kann hinterher nicht behaupten, es nicht gewusst zu haben" - so pauschal ist das schlicht falsch! Schon mal was von unwirksamen Überraschungsklauseln gehört? Steht im AGB-Gesetz - wenn man das nicht liest, kann man es natürlich nicht wissen! ;-)
Warum soll ich mich 2018 mit einem AGB-Gesetz noch befassen, welches seit 2002 nicht mehr existiert?

Anstelle des AGB-Gesetzes gelten die §§ 305-310 BGB
"§ 305c Überraschende und mehrdeutige Klauseln
(1) Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die nach den Umständen, insbesondere nach dem äußeren Erscheinungsbild des Vertrags, so ungewöhnlich sind, dass der Vertragspartner des Verwenders mit ihnen nicht zu rechnen braucht, werden nicht Vertragsbestandteil.
(2) Zweifel bei der Auslegung Allgemeiner Geschäftsbedingungen gehen zu Lasten des Verwenders.

Das habe ich gewusst als ich meinen Beitrag verfasste.

Mein Mitleid mit Personen, die einer Versandart in Höhe von 30 Euro für einen Brief zugestimmt haben, hält sich nach wie vor in Grenzen.

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CHSAprazivel 02.09.2018, 00:09
15. In Brasilien zB gilt

Dass jeder zu Unrecht einkassierte Betrag doppelt erstattet werden muss, da ist man schnell an der Schwelle, dass es sich nicht mehr lohnt, Kunden uebers Ohr zu hauen

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ulrics 02.09.2018, 05:57
16. Wehrt euch!

Ich tue es jedenfalls. Aktuell gegen die Werbung Gelbe Seiten.

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Affenhirn 02.09.2018, 07:55
17. @#12 jabbel Bitte genau lesen

Im Artikel steht nicht, dass Eventim due Gebühren nach dem BGH-Beschluss weiter kassiert. Dort steht, dass Eventim sie lediglich ausgesetzt, aber noch nicht abgeschafft hat. Sie werden also gemäß Bericht momentan gar nicht mehr kassiert. Es wäre aber spannend zu sehen, wann Eventim diese Gebühr nun tatsächlich komplett fallen lässt.

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Leser161 02.09.2018, 08:40
18. Recht darf kein Rechenexempel sein

Das ganze ist einfach ein Rechenexempel. Man befindet sich in einer Grauzone und da probiert man es einfach mal. Bis jemand versucht es anzugreifen kann man gut Geld machen. Und wenn man dann denn vor Gericht verliert ja gut dann hört man halt auf.

Die möglichen negativen Auswirkungen sind einfach viel zu gering, der potenzielle Gewinn sehr gross. Das darf meines Erachtens nicht sein. Wenn sich etwas als Unrecht herausstellt müssenn die Konsequenzen so sein, dass derjenige sich das nächste Mal genau überlegt ob er nochmal sowas versucht.

Strafen müssen abschreckend sein. Grauzonen müssen bereinigt werden bevor sie ausgenutzt werden.

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Kein Besserwisser 03.09.2018, 00:17
19. all das ist längst bekannt, aber die Regierung...

ändern nicht die Gesetze um diesen Umstand ein für allemal zu ändern. Warum wohl?! Es ist doch ein Unding, dass AGBs im Gegensatz zu gesetzlichen Regelungen stehen, diese Unstimmigkeit allseits bekannt sind, aber die Regierung tut so, als wären diese Gesetzesverstöße in den AGBs diversere Firmen -vor allen Dingen online Firmen- völlig neu. Da können sich die Lobbyisten mal wieder auf die Schulter klopfen weil sie für ihr Klientel Milliardenvorteile heraus geholt haben weil die Regierung mal wieder völlig gepennt hat. So kann eine Regierung auch das letzte Quäntchen Vertrauen verlieren und den linken und rechten in die Hände spielen. Aber was kümmert das Merkel & Co; sie sind eh am Ende, wissen das und wollen nur noch Ihre Pfründe in Sicherheit bringen, die Sicherheit und das Vertrauen der Bürger interessiert die eh nicht mehr, armes Deutschland!

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