Forum: Wirtschaft
Früher war alles schlechter: Die Reichen werden reicher - die Armen aber auch
Lisa Rost, DER SPIEGEL / Van Zanden, Baten et al.

Der Anteil der Menschen in extremer Armut hat in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen. Den Vermögenden dieser Welt geht es zwar immer besser; doch auch die Schwachen haben zunehmend mehr zum Leben.

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censored 17.06.2017, 21:20
1.

global gesehen sicher, aber in den 70-er gab es in Deutschland 0 Tafeln heute 1000 und die müssen rationieren

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Le Commissaire 17.06.2017, 21:27
2. Widerstand

Oh, dese Fakten werden gleich erbitterten Widerstand hier im Forum auslösen. Gerade in Deutschland will man sich in den tonangebenden Kreisen seinen Pessimismus über den Zustand in der Welt nicht vermiesen lassen.

Habe gerade im neuen Spiegel gelesen, dass laut dem seit 1973 in den EG/EU-Ländern erhobenen Eurobarometer die persönliche Zufriedenheit in Deutschland so hoch ist wie nie zuvor. Das ist ein Problem für die Empörungsindustrie und alle, die nachdenklich erscheinen wollen.

„Ich habe beobachtet, dass nicht der Mensch, der hofft, wenn andere verzweifeln, sondern der Mensch, welcher verzweifelt, wenn andere hoffen, von vielen als weise bewundert wird.“ (John Stuart Mill)

„Es ist offenbar einfach viel cooler, ein negativer, skeptischer Typ zu sein.“ (Ola Rosling)

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K:F 17.06.2017, 21:29
3. 16 Prozent der Deutschen sind arm

1998 waren das noch 13 Prozent. Dann scheinen die 16 Prozent seit 1998 um 3 Prozent reicher an Armen geworden zu sein. Die westliche Welt entwickelt sich zu einer Plutokratie. Geld kauft Politik zum Schaden der Allgemeinheit. Gut zu sehen in den USA. Trump und sein Club der Milliardäre. Den Reichen kann es egal sein, wenn die Krankenversicherung, die Bildung, gekürzt werden. Wenn die Infrastruktur zerfällt. Die Reichen können sich die beste Bildung, Krankenversicherung leisten. Steuersenkungen kommen auch den Reichen zu gute. In Deutshcland ist das inzwischen ähnlich. Merkel verweigert seit 12 Jahren nötige Reformen in Bildung, in Reformen der Renten und Krankenversicherung. Von Steursekungen der Einkommenssteuer ganz zu schweigen.

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steveleader 17.06.2017, 21:36
4. Vollgas...

machen wir die Welt zu einem besseren Ort.

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voiceecho 17.06.2017, 21:42
5. Alles relativ!

Reich und arm ist eine Frage des Betrachtungswinkels, natürlich können sich heutzutage im Vergleich zu den 50er, 60er oder später mehr Menschen mehr leisten, allerdings hat sich auch der Anspruch und somit die damit verbundenen Kosten auch geändert.
Früher war alles nicht schlechter oder besser, es war anders!
Solche Studien sind aus meiner Sicht nicht sonderlich wertvoll, den es fehlt ein gewisser technologischer und sozialer "Entwicklungsfaktor", der dann u.U. ein anders Ergebnis geliefert hätte, da man andere Massstäbe als Grundlage hätte nehmen müssen. Früher gab es "Nierentische" und "Meißner Porzellan", heute gibt es "Handys", "VR-Brillen" und "Spielkonsolen".

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zzipfel 17.06.2017, 21:44
6. In den 70ern gab es das Konzept der Tafeln noch

Zitat von censored
global gesehen sicher, aber in den 70-er gab es in Deutschland 0 Tafeln heute 1000 und die müssen rationieren
gar nicht - das wurde erst später erfunden, mit dem wachsenden Reichtum und damit Nahrungsmittelüberschuss ...

Sie können ebenso argumentieren, 1946 gab es 0 Tafeln und heute so viele - ergo muß es den (heute meist übergewichtigen und überernährten) Menschen schlechter gehen als 1946 - eine klassische Fehlargumentation.

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ItchyDE 17.06.2017, 22:00
7.

Zitat von K:F
1998 waren das noch 13 Prozent. Dann scheinen die 16 Prozent seit 1998 um 3 Prozent reicher an Armen geworden zu sein.
In Deutschland gilt jemand als arm, wenn er weniger als 60% des durchschnittlichen verfügbaren Einkommens selbst zur Verfügung hat. Das hat nichts mit der in dem Artikel genannten "extremen Armut" zu tun (darunter fällt in Deutschland wirklich niemand) und ist auch grundsätzlich eher ein Indiz für Ungerechtigkeit bei der Verteilung des Einkommens als für Armut. Denn nach dieser Rechnung wäre in einem Staat, in dem jeder 10 Euro am Tag verdient, niemand arm. Genauso wäre in einem Staat, in dem das durchschnittliche Einkommen bei 1000 Euro am Tag liegt, jemand mit einem Jahreseinkommen von 150.000 Euro "arm".

Also ja, in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Welt werden die Wohlhabenden schneller reicher als die Armen. Allerdings gilt in Deutschland auch, dass es den Armen 2017 im Schnitt besser geht als den Armen 1970. Wer damals als arm galt und von Sozialhilfe lebte, der hatte wirklich nichts. Kein Auto, keinen Fernseher, keine Waschmaschine. Heute gehören solche Dinge allesamt zum Grundbedarf, auch für Hartz IV Empfänger. Natürlich liegt das vor allem daran, dass z.B. eine Waschmaschine inflationsbereinigt 90% billiger geworden ist, aber das ändert nichts am Wohlstandsniveau.

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arno38 17.06.2017, 22:07
8. Tafel

Die Entstehung der Tafeln resultierte nicht daraus, dass es dafür plötzlich einen höheren Bedarf gab – sonst hätte es im Mittelalter Tausende Tafeln gegeben –, sondern im Gegenteil aus dem ungeheuren Wohlstand, der zu einer massiven Überproduktion an Nahrungsmitteln führt, so dass die überschüssigen Lebensmittel im Supermarktregal verschenkt werden müssen. Die Tafeln resultieren nicht nur aus ungeheurem Wohlstand sie erhöhen auch den – natürlich vergleichsweise sehr niedrigen – Wohlstand der Bedürftigen: sie können ihr Hartz IV für andere Sachen als Essen ausgeben.

Versteht mich nicht falsch: ich gönne das den Bedürftigen von ganzem Herzen. Unsere reiche Gesellschaft kann sich diese Barmherzigkeit leisten und muss das auch.

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bobrecht 17.06.2017, 22:15
9. Arm oder reich

- bei dieser Diskussion rücken die Fakten durch die immer gegenwärtige Neiddebatten stets in den Hintergrund. Reich darf nicht sein und arm natürlich auch nicht - draus folgt: .....

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