Forum: Wirtschaft
Gemeinsames Euro-Budget: Die Mär vom deutschen Zahlmeister
DPA

Wenn es um Europa geht, kursiert in Deutschland die ewige Angst, es könnte uns etwas kosten. Zeit für einen Aufklärungsversuch. Bevor es für uns richtig teuer wird.

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blabla55 29.06.2018, 14:56
1.

Bei diesen Stammtisch-Heimat-Kostet-Unser-Geld-Gelaber ist jede Aufklärung hoffnunglos.

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tomxxx 29.06.2018, 14:58
2. Das ist kein Totschlagargument...

sondern genau der Punkt der Investitionen vom sinnlosen Verprassen unterscheidet: Lohnt sich das! Bei der Fraktion (erst geben wir was aus, nur wenn das zusammenbricht, steigern wir die Ausgaben nochmal) kommt das nie an. Deficit Spending ist deficit spending, egal wie man das Geld ausgibt. Nur bisher kam auch jede Diktatur, die sich selbst jede Art der Geldpolitik genehmigte, irgendwann an das Ende und schlug auf den Boden der Tatsachen auf...

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mapcollect 29.06.2018, 15:04
3. Kann man auch anders sehen

Von den Anleihen profitieren wir nur, sofern sie auch zurückgezahlt werden. Die Zinsen sind jedenfalls deutlich niedriger als es die Bonität zulassen würde. Gibt es einen Schuldenschnitt in Griechland oder Italien sieht es schon ganz anders aus. Was wir netto in die EU zahlen, entspricht knapp dem Bundesjahres-Etat für Gesundheit. Und die tollen Exportgewinne, die ja immer gerne als EU-Argument angeführt werden, kommen ja leider kaum beim normalen Bürger an. Hinzu kommen Target II Forderungen von mittlerweile fast einer Billion.

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steppenwolff 29.06.2018, 15:05
4.

Zum Thema Griechenland sollte man vielleicht noch erwähnen, dass beim damaligen Teil-Schuldenerlass für Griechenland auch Banken massiv geblutet haben, die zu diesem Zeitpunkt in deutschem Staatsbesitz waren. Darüber hinaus durften die Banken und Versicherungen ihre Verluste bei dem Haircut steuerlich geltend machen. Allein diese Effekte dürften die Zinsgewinne locker auffressen.
Abgesehen hat Griechenland inzwischen sehr sehr günstige Konditionen für seine Kredite erhalten. Viele Jahre wird gar nichts zurückgezahlt und dann mit sehr geringen Zinsen. Wirtschaftlich betrachtet dürften die Gläubiger am Ende mit Verlusten nach Hause gehen.
Wenn Griechenland damit tatsächlich nachhaltig gerettet ist, sind die Verluste wahrscheinlich zu verschmerzen. Ich befürchte jedoch, dass das Thema bei der nächsten Wirtschaftskrise auf Wiedervorlage kommt.

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tomxxx 29.06.2018, 15:06
5. Die Frage ist auch ob ein Export für uns so interessant ist,

so lange wir uns den via Target2 selbst bezahlen. Aber was doch auffällt, ist dass Fricke immer nur die Fakten sich zurechtlegt, die gerade in sein Weltbild passen. Ergo: Geld drucken, sonst steigen Populisten auf. Wenn ein Land ohne jede Hemmungen Geld druckt, dann sind es die USA... und da gibt es dann ja auch keine Populisten... oder war da was? Ach... bestimmt unwichtig... Fake News sind ja immer nur die der anderen....

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coyote38 29.06.2018, 15:07
6. Wer ist hier eigentlich der Volkswirt ...?

Muss ICH jetzt Herrn Fricke erklären, was sich hinter "Target-II", "EZB-Bilanz", ELA, LTRO, EFSF, ESM etc. verbirgt und welche Dimensionen an Haftungssummen und "auf Nimmerwiedersehen versenkten" Krediten sich dahinter verbergen ...? Dagegen nehmen sich die von Herrn Fricke freundlicherweise noch erwähnten 0,35% EU-Beiträge und die paar gesparten Zinsen im Bundeshaushalt als nahezu nicht sichtbar aus. --- Ich allein habe in den letzten 10 Jahren nahezu 20.000 Euro an verlorengegangenen Überschussanteilen "verbuchen dürfen" ... so als ganz persönlicher Beitrag zur "europäischen Solidarität" ...

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michaelhitzler 29.06.2018, 15:08
7. Nur teilweise Zustimmung

Dass unsere EU-Beiträge eine Investition letztendlich in einen freien Markt , der unserer Wirtschaft erst diese Möglichkeiten zur Entfaltung schaffen, darstellen, unterstütze ich voll und ganz.
Aber: Gerade mit den Geldern, die an teilautoritäre Staaten wie Polen, Ungarn, langsam auch Tschechien fliessen, unterstützern wir genau die Staaten, in denen der Poulismus so auftrumpft - und das wirkt ja auch auf uns zurück . Sei es dass wir mit dem Flüchtlingsproblem nicht unterstützt werden, sei es die faktische Unterstützung und Mobilisierung rechten Gedankengut in Deutschland. Es kann doch nicht sein, die Aushöhlung europäischer Grundwerte auch noch mitzufinanzieren.

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Bondurant 29.06.2018, 15:10
8. Sehr schön

Zitat von tomxxx
... dass Fricke immer nur die Fakten sich zurechtlegt, die gerade in sein Weltbild passen. Ergo: Geld drucken, sonst steigen Populisten auf. Wenn ein Land ohne jede Hemmungen Geld druckt, dann sind es die USA... und da gibt es dann ja auch keine Populisten... oder war da was? Ach... bestimmt unwichtig... Fake News sind ja immer nur die der anderen....
Diese Kolumnen muss man als das nehmen, was sie sind: Unterhaltung zum Wochenende. Und Teil des Broterwerbs des Kolumnisten.

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rloose 29.06.2018, 15:12
9.

Zitat von blabla55
Bei diesen Stammtisch-Heimat-Kostet-Unser-Geld-Gelaber ist jede Aufklärung hoffnunglos.
Genau diesen Kommentar wollte ich auch gerade abgeben, als ich hier den ersten Post sah. Mit Vernunft ist gegen CSU-Wahlkämpfer und AfD-Hetzer nichts auszurichten.

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