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Genossenschaftsbanken: Erfolgreiches Geschäft, miese Verzinsung
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Genossenschaftsbanken machen Milliardengewinne - doch ihre Kunden müssen darben. Die Cheflobbyisten der Institute haben hierfür eine fragwürdige Erklärung.

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spmc-13058733603979 15.07.2017, 19:05
1. Als Genossenschaftsmitglied...

...bekomme ich derzeit meine Einlage mit 14% verzinst. Von daher finde ich das genossenschaftliche Prinzip sehr schlüssig...

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tom02 15.07.2017, 19:11
2. Als Volksbankgenosse profitiere ich von den beschriebenen Profiten ...

Dieser Aspekt fehlt mir in den ansonsten richtigen Ausführungen von Herrn Tenhagen. Leider hat meine Volksbank in diesem Jahr nur 2,5% ausgeschüttet. Die letzten Jahre waren es noch 3%. Für mich gehören die Anteile an meiner Volksbank genauso zu meinen Anlagen, wie Aktien und festverzinsliche Anlagen.

In der Mitteilung wurde von der Bank darauf hingewiesen, dass ein erheblicher Teil der Kunden auch Genossen sind. Das ist ein erheblicher Unterschied zu anderen Banken, wo die Profite an andere (z.B. Aktionäre) ausgeschüttet werden.

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kopp 15.07.2017, 19:17
3. In Frankreich gibt's das Sparbuch Livret A mit 0,75% Zinsen, ...

... Steuer- und Abgabenfrei.
Der Zinssatz wird staatlich von Bercy (Wirtschafts- und Finanzbehörde) garantiert, die Guthaben sind jederzeit verfügbar. Praktisch jeder Franzose (über 60 Millionen) nutzt diese Sparform. In Deutschland scheint so etwas nicht möglich zu sein - dafür sind wir hier laut aktuellem OECD-Bericht Weltmeister bei Steuern und Abgaben. Immerhin, auch was !

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Jo.S 15.07.2017, 19:18
4. Ich finde das Prinzip ebenfalls schlüssig:

Zitat von spmc-13058733603979
...bekomme ich derzeit meine Einlage mit 14% verzinst. Von daher finde ich das genossenschaftliche Prinzip sehr schlüssig...
Als ich 1985 ein Auslandssemester in den USA verbracht habe, habe ich ein US$ Sparkonto bei der Commerzbank eingerichtet.
Da der Dollarkurs für die Bank ungünstig verlaufen ist, habt die Bank ohne meine Einwilligung das Konto in ein DM Konto zurückverwandelt, was mir erhebliche Probleme bereitet hat.
Es ist naheliegend, dass ich keinen Grund sehe, dieser Bank wieder zu vertrauen.

Bei der Postbank ist mir 9 Jahre später ebenfalls etwas passiert, was bei einer seriösen Bank nicht passieren darf.
Es ist naheliegend, dass ich keinen Grund sehe, dieser Bank wieder zu vertrauen.

Seit 1997 habe ich mein Girokonto bei der Sparda Bank. Das ist eine Genossenschaftsbank. Sie hat mich inzwischen 20 Jahre lang
nicht über den Tisch gezogen.
Es ist naheliegend, dass ich keinen Grund sehe, dieser Bank wieder zu misstrauen.

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Ingo Rant 15.07.2017, 19:32
5. Dividende ist kein Zins !

Herr Tenhagen -
als Mit-Eigentümer einer Genossenschaftsbank erhalte ich eine Dividende auf das bereitgestellte Eigenkapital. D-e-n Aktionär einer Großbank möchte ich sehen, der sich 2-3% Dividende zufriedengibt. Und Zinsen für Guthaben bekommen auch Kunden von Großbanken maximal im 0,1-0,2%-Bereich. So what.
Und der bundesdeutsche Einlagensicherungsfonds ist noch NIE für eine Genossenschaftsbank in Anspruch genommen worden, denn die Genossen haben ihr eigenes Sicherungssystem. Durch das eingeschränkte Geschäftsmodell ist auch noch KEINE Genossenschaftsbank pleite gegangen. Und 8 Milliarden Gewinn geteilt durch 1.000 eigenständige Institute ist auch niemandem vorzuwerfen. Bitte informieren Sie sich besser über das genossenschaftliche Prinzip.

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crimsonking24 15.07.2017, 19:54
6. Raiffeisen und Schulze-Delitzsch drehen sich Grabe herum

Nichts ist von dem Fördergedanken geblieben! Nur noch Imagepflege. Wer füllt sich da die Taschen? Wer wächst und erhält mehr Einfluss, neue Geschäftsfelder, noch eine Tochter-GmbH, noch mehr Boni oder Tantiemen - Genossenschaftsanteile - ausverkauft, angesichts der Geschäfte reicht manchem die Ausschüttung auch nicht. Aber gut zu wissen, dass die Einlagesicherung den Privatkunden wohl im Regen stehen lässt, während die institutionellen Anleger abgesichert sein werden. Der Crash kommt.

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leopold123 15.07.2017, 20:09
7.

Das ist ja eine Argumentation wie aus der Klamottenkiste. Warum sollten Banken für Rentner und Kleinsparer jetzt groß Zinsen anbieten? Im Artikel wurde doch schon folgerichtig bemerkt, dass die momentanen Zinsen für Einlagen bei der Bundesbank negativ sind. Die üblichen Konditionen für institutionelle Kunden lauten -0,4% zzgl. Zinsmarge, d.h. ca. -0,55%. Privatkunden sind tatsächlich momentan noch relativ gut gestellt, da die Einlagen in der Regel unverzinst bei der Bank gehalten werden können.

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Darwins Affe 15.07.2017, 20:33
8. Europäische Zentralbank

1) Ursache der Nullzinsen ist doch die EZB, welche die Pleite-Südstaaten retten muss. Da der Grossteil der deutschen Bevölkerung mit der europäischen Gemeinschaftswährung zufrieden ist, muss sie halt auch Nullzinsen akzeptieren.
2) Nächstes Ziel von Draghi und Genosssen ist die Abschaffung des Bargelds. Dann kann man endlich ordentlich Negativzinsen kassieren. Manche rechnen bis zu 5 Prozent im Jahr.

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kumi-ori 15.07.2017, 20:54
9.

Was soll an 6 Mrd. Euro Gewinn außergewöhnlich sein? Ich schätze mal, andere Bankhäuser verdienen auch nicht viel weniger. Die Volks/Raiffeisenbanken haben ein ganz anderes Modell. Sie unterhalten in jedem kleinen Kaff eine Filiale mit Personal. Das kostet eben. Und gerade auf dem platten Land sitzt überwiegend die betagte Bevölkerung, der sonst keiner helfen kann und für die auch Internet-Banking keine Option ist. Sonst lassen sich dort nur Enkeltrickbetrüger blicken. Da gibt es dann eben nicht die ganz großen Anlage-Schnäppchen. Dafür können sich die Leutchen sicher sein, dass die nächste Rente garantiert auf dem Konto ist und nicht in der Konkursmasse irgendwelcher mafiösen Strukturen versickert.

Selbstverständlich lauern die Hedgefonds-Haie und wollen sich die volksbanken mit den Spargroschen der Rentner einverleiben. Aber die Landbewohner sind über ihre Genossenschaftsbeiträge ja Mit-Eigentümer und wissen, was sie an seriösen Strukturen haben.

Ich bin mal mit einer älteren Dame in ihrer Filiale der Münchner Stadtsparkasse (das urbane Pendant zu den Raiffeisenbaken) gewesen. Die Bankbeamtin hat sich geschlagene drei Stunden Zeit genommen, die ganze finanzielle Situation ihrer Kundin aufzudröseln, was noch an Fälligkeiten und Anlagen da war, es war wirklich kompliziert. Die Sparkasse hatte davon praktisch gar nichts, denn die alte Frau bekommt gerade mal 300 Euro Rente und 400 Euro Nebenverdienst als Köchin. Da war nichts zu holen. Ich glaube nicht, dass eine rein wirtschaftliche orientierte Bank sich diese Mühe machen würde.

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