Forum: Wirtschaft
Gerechtigkeit oder Wirtschaftsnähe: Die SPD braucht eine neue Utopie
REUTERS

Die SPD ist unter Merkel zur sozialen Reparaturwerkstatt ihrer eigenen Agenda-Reformen geworden. Nun muss sie sich neu aufstellen - und hat die Chance, ein radikal anderes ökonomisches Leitbild zu entwickeln.

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tpro 29.09.2017, 12:41
1.

"...zeigt das Wahlergebnis einfach, dass "die Leute" den ganzen Klassenkämpferkram halt nicht wollen...."

Nein. Die Leute haben es St. Martin und seiner Truppe einfach nicht abgenommen, daß er die von ihm entdeckte soziale Ungerechtigkeit beseitigen würde. Man kann nicht 18 lange Jahre im SPD-Präsidium sitzen und erst jetzt die Ungerechtigkeit entdecken.

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henninghaas 29.09.2017, 12:42
2. SPD Arbeitnehmerpartei

SPD nur wählbar, wenn Sie sich wieder für die Arbeitnehmerinteressen aller Bürger einsetzt und für die Zusammenführung aller linken Kräfte

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olli08 29.09.2017, 12:59
3. Schwurbeldi und Schwurbeldei

Die SPD braucht keine neuen und alten Utopien, und auch kein unkonkretes Geschwurbel über soziale Gerechtigkeit, sondern KLARE AUSSAGEN, die den Menschen Sicherheit und Motivation geben!
Zum Beispiel:
"Kein Renter muss mehr zum Sozialamt, die Mindestrente beträgt 1000 Euro"
oder
"Wer eine Vollzeitstelle hat, hat 500 Euro mehr Netto als mit HartzIV:"

Und kommt mir jetzt nicht mit "zu teuer". Fast jeder Euro, der auf diesem Niveau ausgezahlt wird, landet über Konsum und Steuern früher oder später in der Sozialversicherung oder dem Steuersack.

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Aquifex 29.09.2017, 13:00
4.

"Sondern weil Studien zeigen, dass es (auch) der Wirtschaft auf Dauer schadet, wenn ein großer Teil der Bevölkerung kaum noch mitkommt - und so ein soziales Gefälle hohe Reparaturkosten mit sich bringt, zum Beispiel in den Gesundheitssystemen."

genau das ist der Knackpunkt der Geschichte, wenn er auch hier doppelt falsch oder wenigstens verzerrt dargestellt ist:

1) Es ist gar nicht "der Großteil", der nicht mitkommt, sondern eine Minderheit.
2) Das "nicht mitkommen" bezieht sich bei weitem(!) nicht alleine aufs Geld, sondern auf die Fähigkeit, mit der gesellschaftlichen Entwicklung mitzuhalten.

Da reicht bei vielen das Know How schlicht nicht. In der Schule wird Leistung nicht mehr verlangt, da Kuscheln cooler ist und hinterher fehlen die Grundlagen um einen Job zu machen, der auch einen ordendlichen Lohn garantiert. Statt dessen werden die Zahlen derer, die nicht ausbildungsfähig sind ständig weiter. Hier ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Menschen werden abgehängt - nicht primär weil sie nicht genug Geld verdienen, sondern sie verdienen wenig Geld, weil sie mit der Entwicklung bildungsmäßig nicht mitkommen. Wer jetzt einfach "mehr Geld für prekäre Jobs" verlangt, hat ignoriert schlicht das eigentlich Problem.

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Haarfoen 29.09.2017, 13:01
5. Ob die Genossen wirklich aus ihren Denkmustern ausbrechen (können)?

Schöner Ansatz, Herr Fricke. Schon aus Gründen der Vernunft skizzieren Sie gute Ansatzpunkte (wie ich finde). Ob die Genossen das hinbekommen? Ich würde es mir wünschen, habe da aber meine Zweifel. Frau Nahles ist z. B. in der Diskussion zum bedingungslosen Grundeinkommen nur der "starke Sozialstaat" eingefallen. Das kennen wir ja schon: Immer mehr Regulierungen, ein immer größer werdendes bürokratisches Transfer- Monster und das Drehen an den altbekannten Schrauben. Wer bei der SPD hat den großen Wurf im Schuh, gibt es den SPD- Alexander, der den gordischen Knoten zerschlägt und gleichfalls auch rechnen kann? Frisch, unvoreingenommen und kompetent? Und frech: Den Vermögenden wirklich an die Wäsche zu gehen, die Mietausbeutung zu stoppen und endlich mal ein Pfund für die jüngeren Generationen einzuwerfen? Oder braucht es dann eben doch eine neue linke Partei?

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dirk.resuehr 29.09.2017, 13:05
7. Corbyn und Sanders

sind m.W. beide nicht gewählt worden. Gutes Vorbild. Das Gerechtigkeitsgeschwafel steht gegen unsere soziale Marktwirtschaft.
Es gibt keinen Beweis, daß es der Wirtschaft förderlich wäre, den Menschen möglichst viel wegzunehmen. Es ist eher Natur desselben , ihm möglichst viele Chancen zu eröffnen, Kohle zu machen. Die Beispiele der alleinerziehenden Reinigungskraft mit 5 Kindern sind doch albern. Wieso ist die nicht Grüne geworden und hat sich in den Bundestag wählen lassen, da paßte sie doch hin.
Einigkeit besteht darüber, daß wir in einer Leistungsgesellschaft leben. Es nutzt Niemandem, diese ständig zu verteufeln. Klar ist die nicht gerecht, es genügt eine alberne Idee, stinkreich zu werden, na und? Was ist Lebensleistung? Der Stadtstreicher hat was gelernt und was geleistet? Unser Modell bemißt nunmal Erfolg in Euro oder Dollar,
bis zum Ende. Die, die das geändert haben, sind ja nun alle gescheitert. Was soll die Reanimation? Ein Augstein im SPON reicht, demokratisch genug!

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Patrik74 29.09.2017, 13:05
8. Schöne Worte

"Zu den großen Aufgaben der nächsten Jahre wird gehören, das Auseinanderdriften der Einkommen und der Vermögen umzukehren, das vor allem in liberalen Extremländern wie den USA und Großbritannien immer dramatischere Schäden nach sich zieht - und hierzulande nur durch eine gute Konjunktur noch überdeckt wird. Dieses Auseinanderdriften gilt es nicht allein aus Gutmenschentum zu stoppen, wie es auf Neu-Gauland-Deutsch heißt. Sondern weil Studien zeigen, dass es (auch) der Wirtschaft auf Dauer schadet, wenn ein großer Teil der Bevölkerung kaum noch mitkommt "

Die Analyse ist richtig, die Lösung offensichtlich - die spannende Frage ist, warum keine der Parteien (außer der Linken) in den letzten Jahren hier tätig geworden ist. Ich vermute es liegt an der "intensiven Beratung", die allen zuteil wird - und derer sie sich nicht entziehen WOLLEN.

Solange sich die Parteien aber nicht vom süßen Gift lösen können, wird es mit der inhaltlichen Erneuerung nichts werden. Hier ist meiner Ansicht nach der Hemmschuh. Etwas weniger "Pragmatismus" und etwas mehr Überzeugung täte der Politik gut - auch wenn das nächste "Seminar" dann nicht auf den Bahamas stattfindet, und es für die waaahnsinnig interessanten Reden keine 6-stelligen "Aufwandsentschädigungen" mehr gibt...

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UnitedEurope 29.09.2017, 13:08
9.

Ich wäre z.b. für eine Senkung der Mehrwertsteuer, gegenfinanziert mit einer Steigerung der Erbschaftssteuer.

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