Forum: Wirtschaft
"Glen" = Scotch?: Deutsches Gericht muss Whisky-Streit entscheiden
DPA

Der Streit um "Glen"-Whisky aus Deutschland geht in eine neue Runde. Das gälische Wort könnte Verbraucher in die Irre führen, urteilte der Europäische Gerichtshof. Dies zu prüfen obliegt nun dem Hamburger Landgericht.

Seite 1 von 2
ptb29 07.06.2018, 12:49
1. Bei Glen im Zusammenhang mit Whisky

denke ich auch an Schottland. Allerdings lese ich die Etiketten der Produkte, die ich kaufe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
payoso 07.06.2018, 13:09
2. Glen Els

Naja bei dem Beinamen Buchenbach merkt man schnell, dass es sich um kein schottisches Produkt handelt. Anders einer meiner Lieblings Inland Whiskys (s.o). Aber auch da steht genug auf dem Etikett drauf um zu erkennen, dass es ein deutsches Produkt ist. Ich glaube der Normalverbraucher ist des Lesen mächtig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ryker 07.06.2018, 13:25
3. Bratwurst!

Wenn der durchschnittliche schottische Verbraucher das Wort "Bratwurst" liest, dürfte er vermutlich erstmal an Deutschland denken. Wenn ihm aber die "Best Scottish Bratwurst" im Regal entgegenlacht, wird er wissen, dass das keine deutsche ist. Dem Hersteller dieser Wurst wird man bestimmt vorhalten, er nutze die Assoziation aus, aber kaum vorwerfen können, er verstoße gegen die geschützten Herkunftsbezeichnungen "Nürnberger" oder "Thüringer Bratwurst". Zumindest sollte man dem "Durchschnittsverbraucher" ein bisschen eigenes Mitdenken zutrauen und auch zumuten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
swnf 07.06.2018, 13:33
4. Ich bin maßgeblich

Ich bin ein ein "normal informierter, angemessen aufmerksamer und verständiger europäischer Durchschnittsverbraucher" was Wisky betrifft und damit wird meine Meinung jetzt wohl maßgeblich! ;)
Bei "Glen" denke ich tatsächlich an Schottland - bei "Glen Buchenbach" jedoch nicht mehr. Da würde ich verwundert das Etikett noch etwas deutlicher lesen und feststellen wollen, woher das Produkt tatsächlich stammt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
torflut 07.06.2018, 13:36
5. warum GLEN?

Wie kommen deutsche Hersteller auf solche Namen? Klar, Sie versprechen sich einen Wettbewerbsvorteil! Und ich kann die Abwehrschlacht der Schotten verstehen. Es ist nun mal ihr Exportartikel Nummer 1. Wenn der schwäbische Stoff gut ist, sollte er auch ohne GLAN im Namen seine Kunden finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kunibaer 07.06.2018, 13:36
6. Name

Ich trinke recht gerne mal einen (schottischen) Single-Malt, und eine einzige von den aktuell 24 Flaschen in meinem Barfach trägt ein "Glen" im Namen. Ich bin ja schon geneigt zu sagen, wer sich vom Namen des Whiskys in die Irre führen lässt und ohne jede weitere Info eine Flasche kauft, der hat es entweder nicht anders verdient, wird den Unterschied zwischen einem deutschen und einem schottischen Produkt eh nicht merken oder hat vorher probiert und das Getränk gemocht - und dann ist es eh egal, wo es herkommt.
Natürlich kann ich verstehen, dass die Schotten "ihren" Whisky schützen möchten, aber das "Glen" als Markenzeichen für explizit schottischen Whisky beanspruchen zu wollen, das finde ich über das Ziel hinaus geschossen. In diesem Sinne: Slainte!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
exHotelmanager 07.06.2018, 13:40
7. Parallelen existieren

Es gibt etliche in Deutschland produzierte und seit langem marktgängige Branntweinprodukte mit Namen, die man mit geschützten Herkunftsbezeichnungen in Verbindung bringen könnte. Derzeit sind dazu keine Klagen anhängig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Igelnatz 07.06.2018, 14:00
8. bourbon

Bald wird sich auch ein deutscher Bourbon Whiskey in den Regalen finden...Am besten aus Sachsen mit sächsischem Akzent vermarktet... Warum haben eigentlich die Nachfahren der Boubonen nicht schon lange die Amis verklagt? Fragen über Fragen! Und Prost!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wiseguyno1 07.06.2018, 14:01
9. Die Grundfrage ...

... ist mE, ob der reine Begriff "Glen" (welcher ja in erster Linie ein allgemeiner geographischer ist - Tal - und danach noch zudem an schottischen Whisky erinnert), ähnlich wie "Scotch" oder andere spezielle beigeordnete regionale Begriffe (wie zB "Serrano-Schinken") ebenfalls eine Art 'Markenschutz' genießt?
Wenn man dies bejaht, dann könnten zukünftig andere allgemeine Bezeichnungen (zB "Berg-Käse" oder etwas weiter hergeholt "Blüten-Honig") auch zu gerichtlichem Streit führen. Und damit wäre die "Klage-Büchse der Pandora" geöffnet.
Wenn man dazu noch den restlichen Werbetext betrachtet ("Glen Buchenbach", "Swabian" bzw. "aus den Berglen"), sollte eigentlich unstrittig sein, daß zwar mit einer Verbindung zum schottischen Original gespielt wird, aber eben genau so klar gestellt ist, aus welcher Gegend das Produkt stammt.

Irgendwie erinnert diese 'Posse' an den damaligen Vorstoß unseres Ex-Landwirtschaftsministers zum Verbot des Begriffs der "Veggie-Wurst" ... denn der Verbraucher ist ja sowieso grundsätzlich erst einmal 'doof bis grenzdebil' und könnte es (trotz "Veggie" und anderer eindeutiger Etikettierung) mit dem Fleischprodukt verwechseln.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2