Forum: Wirtschaft
Grundeinkommen als Entwicklungshilfe: Geld zu verschenken
Kirsten Milhahn

Es hört sich wie ein glücklicher Traum an: Arme Menschen bekommen Geld ausbezahlt, jeden Monat, jahrelang - und ohne irgendwelche Bedingungen. Eine US-Organisation testet derzeit in Kenia, wie sich das auswirkt.

Seite 1 von 3
freigeistiger 15.12.2017, 13:33
1. Das Grundprinzip Mittelstand schaffen

Mit der gleichen Ausrichtung wurden früher etwa Landreformen durchgeführt, Beispiel Südkorea, damit Menschen mehr Einkommen haben als für das tägliche Überleben notwendig ist. Mit dem, wenn auch kleinen, Überschuss können in neue wirtschaftliche Aktivitäten investiert werden.

Es zeigt aber auch welche Ausrichtung die Entwicklungshilfe haben sollte, auch durch politische Einflussnahme. Für gesicherte gesellschaftliche, politische und materielle Verhältnisse zu sorgen. Dass verringern auch die Geburtenraten erheblich. Stressgesellschaften haben hohe Geburtenraten.

Die „westlichen“ Gesellschaften machen derzeit das Gegenteil. Die Entwicklung zu immer mehr unsicheren gesellschaftlichen und persönlichen Lebensverhältnissen. Fälschlicherweise als „die moderne Gesellschaft“ und „die moderne Arbeitswelt“ schöngeredet. Nein, es ist die Auflösung von sozialen Gesellschaften und Erhöhung von persönlichen Stressbelastungen. Dass sind keine Naturgesetze, sondern dass bewirken Einzelne mit ihren Entscheidungen auf Kosten der Mehrheit der Anderen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jj2005 15.12.2017, 13:39
2. Eigentlich logisch

Die Idee wird schon lange von Ökonomen diskutiert, die sich an der Ineffizienz klassischer Entwicklungshilfe stören. Die reichen Länder geben ca. 0.5% ihres BSP - aber wofür? Für Grossprojekte, die Arbeitsplätze schaffen - wohlgemerkt in den Geberländern! Klassische Entwicklungshilfe ist Fake, ist Geld das eine Runde in armen Ländern dreht, um dann teils als Gehalt für ausländiscche "Berater", teils als Bestechung für die korrupten Eliten der Nehmerländer zu enden. Die Armen haben sehr wenig davon gesehen. Wenn man diese 0.5% direkt an die Menschen verteilt, schafft man Kaufkraft und Arbeitsplätze in den armen Ländern - und darum sollte es ja wohl gehen. Wenn die herrschenden Eliten dennoch Autobahnen und Brücken bauen wollen, können sie ja gerne versuchen, von den Bürgern Steuern zu erheben. Ist aber deutlich schwieriger als das Geld direkt beim "Geber" abzugreifen ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Socialmen 15.12.2017, 14:00
3. Es ist kein Geschenk!

...es ist ein Beitrag zum sozialem und gesellschaftlichem Frieden in Kenia, und sollte Weltweit eingeführt werden.
Auch ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen BGE kein Geld für's Nichtstuen, sondern eine günstigere Alternative zu bestehenden Sozialleistungen.
Alleine in Deutschland liegen die Sozialausgaben bei einer Billionen Euro...ein BGE in höhe von 1500 Euro für jeden käme auf ca. 850 Milliarden Euro...dabei sind die einsparungen von Ämtern noch nicht mitgerechnet.
Ein BGE macht den Niedriglohnsektor atraktiver, stärkt den Binnenmarkt, und verhindert, das die Realohnspirale weiter nach unten geht.
Wir verharren im Gedanken daran, eine soziale Grundsicherung rein für die Wirtschaft Instrumentalisieren zu lassen, und einen Zitat: Zwang zur Erwerbsarbeit in einer Überflussgesellschaft ...
Trotz einem BGE sind die Menschen in Kenia nicht unmotiviert und faul geworden (warum auch?), sondern schaffen sich mit dem Geld eine Basis für die Zukunft...wieso sollte es hier nicht anders laufen?
Zitat: Grundeinkommen als Mittel zur Armutsbekämpfung?
Ein BGE ist vor allem etwas, von dem jeder etwas bekommen würde, es wäre auf jeden fall gerechter als wie die Mittel die zur Armutsbekämpfung derzeit eingesetzt werden, und es würde sich eine selbstbewusstere Gesellschaft daraus bilden, die eben nicht Faul sein wird!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sollu 16.12.2017, 18:25
4.

Meiner Meinung nach ein sehr sinnvoller Ansatz, die existierende Armut wirkungsvoll zu bekämpfen. Ob es zukünftige Armut bekämpfen kann, da bin ich skeptisch. Ich weiß nicht, ob es in Kenia so ist, aber ich weiß, dass viele zentralafrikanische Staaten an ihrer Überbevölkerung darben. Es sind schlicht nicht genügend Ressourcen da, die existierende Bevölkerung nachhalig in Lohn und Brot zu setzen.
Ein kurzer Blick in Wiki bestätigt das jedoch. 4,9 Kinder/Frau, knapp 50 Mio. Einwohner. Kenia ist zwar um 60% größer als Deutschland, aber 80% der Fläche sind landwirtschaftlich nicht nutzbar.
Diese Mischung ist bei vielen Staaten das Kernproblem. So, nun gibt man den Leuten Geld in die Hand. Es bleibt abzuwarten ob sich dadurch langfristig die Geburtenrate auf ein verträgliches Maß reduziert oder eben gar weiter gesteigert wird, weil man durch das zusätzliche Geld auch zusätzliche Kinder haushalten kann. Wenn letzteres der Fall - und ich sehe das bei der dortigen Kultur und Denkweise als durchaus realistisch - wird ist es subvensionierte Überbevölkerung sein. Die Probleme werden exakt die gleichen wie zu anfangs sein. Wird dann der Geldhahn eines Tages mal zugedreht kollabiert das Land über Nacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lachina 16.12.2017, 18:39
5.

Ich glaube, dieses System funktioniert auch, weil damit die korrupte Oberschicht ausgeschaltet wird. Ähnlich wie die Mikrokredite für Frauen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
glasperlenspieler 16.12.2017, 18:39
6. Verschwendet

Es ist so, wie bei allem. Die wenigen, die intelligent genug sind, werden es klug zu nutzen wissen. Die kleine Gruppe der Intelligenten würde es allerdings auch von alleine schaffen. Der Rest, der die absolute Mehrheit darstellt, wird mit dem Geld nur noch mehr Kinder zeugen und sich nur noch mehr auf Hilfe von Aussen verlassen. Die einzig sinnvolle Hilfe, die man dieser Bevölkerung geben kann, ist kostenlose Empfängnisverhütung und Aufklärung, weil das einzige Problem die Überzahl an Kindern ist und die Überbevölkerung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derHamlet 16.12.2017, 18:57
7.

Zitat von kunibertus
vorgesehen - "jedem nach seinen Bedürfnissen". Aber davor steht noch eine Forderung: "Jeder nach seinen Fähigkeiten." Das bedingungslose Grundeinkommen, wie es von einigen "Wissenschaftlern" propagiert wird, verführt doch nur zum Faulenzen; den ganzen Tag im Bett liegen, Verblödungsfernsehen schauen und sich volllaufen lassen. Dabei gibt es auch in Deutschland genügend Arbeit, auch für weniger Qualifizierte - Beispiel: Laubharken auf öffentlichen Plätzen und Wegen- Dann würde auch der Krach der Laubbläser geringer werden. Die Berliner Stadtreinigung argumentiert, dass sie Laubbläser einsetzen muss, weil es nicht genügend Leute gibt, die mit einer Harke umgehen können. Und dann das Beispiel: Der Nachbar bekommt Geld fürs Nichtstun. Warum soll ich denn dann noch arbeiten gehen. Wir sollten uns in unserem christlich geprägten Staat mal wieder an die Forderung der Apostel Paulus aus seinem 2. Brief an die Thessalonicher erinnern. "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen."
Guten Abend kunibertus,

meiner Ansicht nach gibt zwei Typen in der Welt:
die Müßiggänger und die Anti-Müßiggänger, und die zweiten nenne ich Plagegeister.
Dies sind Menschen, die es nicht lassen können, sich ins Leben anderer einzumischen.

Ihnen fehlt es an Phantasie, sie glauben an harte Arbeit, sie wollen etwas durchsetzen, etwas aufbauen, egal was und dazu zwingen sie andere mit Gesetzesmacht, Richtlinien und anderem Trallala und sie rechtfertigen ihr Handeln damit, dass sie sagen, sie hätten Arbeitsplätze geschaffen, Kosten gesenkt, Wachstum geschaffen, Einnahmen erhöht, oder Gewinne für ihre Aktionäre erzielt.

Leider, der Müssiggang ist in unseren Zeiten verpönt.
Dabei waren und sind es doch meist die fleißigen, ehrgeizigen und versessenen Zeitgenossen in allen Epochen, die viel Übel und Elend über die Massen brachten und bringen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kokolemles 16.12.2017, 19:16
8. Zum Beispiel Prekarisierung der Arbeit und Hartz IV hier in DL

Zitat von freigeistiger
Mit der gleichen Ausrichtung wurden früher etwa Landreformen durchgeführt, Beispiel Südkorea, damit Menschen mehr Einkommen haben als für das tägliche Überleben notwendig ist. Mit dem, wenn auch kleinen, Überschuss können in neue wirtschaftliche Aktivitäten investiert werden. Es zeigt aber auch welche Ausrichtung die Entwicklungshilfe haben sollte, auch durch politische Einflussnahme. Für gesicherte gesellschaftliche, politische und materielle Verhältnisse zu sorgen. Dass verringern auch die Geburtenraten erheblich. Stressgesellschaften haben hohe Geburtenraten. Die „westlichen“ Gesellschaften machen derzeit das Gegenteil. Die Entwicklung zu immer mehr unsicheren gesellschaftlichen und persönlichen Lebensverhältnissen. Fälschlicherweise als „die moderne Gesellschaft“ und „die moderne Arbeitswelt“ schöngeredet. Nein, es ist die Auflösung von sozialen Gesellschaften und Erhöhung von persönlichen Stressbelastungen. Dass sind keine Naturgesetze, sondern dass bewirken Einzelne mit ihren Entscheidungen auf Kosten der Mehrheit der Anderen.
Sind genau das Gegenteil und erzeugen eine Stressgesellschaft. Das muss auch hier unbedingt anders werden. Ich plädiere auch für eine bedingungslose Grundsicherung von 1200€. Damit wird die Existenzangst genommen und man kan viel kreativer die Probleme lösen. Nur befürchte ich das das Ewiggestrige Politiker speziell von den Bürgerlichen Parteien vorab die Union einfach nicht begreifen wollen, weil dann ihr antiquitierttes Weltbild zusammenbrechen würde. Könnte doch sein das das entgegen allen Gegenmeinungen doch funktioniert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lachina 16.12.2017, 19:31
9.

Zitat von glasperlenspieler
Es ist so, wie bei allem. Die wenigen, die intelligent genug sind, werden es klug zu nutzen wissen. Die kleine Gruppe der Intelligenten würde es allerdings auch von alleine schaffen.
eben nicht. Alleine schaffen, das kann man nur, wenn einem von irgendwoher wenistens ein klitzekleiner Ball zugeworfen wird. Doch wenn es nichts gibt, weder Essen, Kleidung, Schule , wenn man immer wieder mit den bescheidensten Träumen gegen eine gnadenlose Realität anrennt ....dann nützt die angeborene Intelligenz nichts. Sie verkümmert.
Das BGE gibt dem Einzelnen wieder Hoffnung und setzt positive Kräfte frei für die ganze Gemeinschaft .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3