Forum: Wirtschaft
Handelskrieg mit China: Trumps eingebildete Stärke
AP

US-Präsident Donald Trump fühlt sich im Handelskrieg mit China überlegen. Und er hat gute Argumente dafür. Doch wenn es wirklich ernst wird, könnte Peking die ultimative Finanzwaffe einsetzen.

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muellerthomas 10.08.2018, 08:22
1.

Die Punkte 1 und 4 widersprechen sich aber. Wenn China die Reserven verkauft, würde er CNY aufwerten, was prima für die US-Wirtschaft wäre. Tatsächlich wählt China ja auch Variante 1, die Abwertung der eigenen Währung.

https://neuewirtschaftswunder.de/2018/08/02/fabian-fritzsche-stumpfe-waffen-im-handelskrieg/

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claus7447 10.08.2018, 08:27
2. Und warum kaufen wir eigentlich US Produkte?

Ja, im Moment haben wir Ruhe, die Frage ist wi e lange und wann POTUS mal wieder an Autos aus Stuttgart sich wieder aufregt. Aber muss es den Amazon oder Apple sein? Zudem, dass diese Firmen nur minimal Steuern in der EU bezahlen. Ja ich weiß es ist bequem und manchmal auch billiger... nur langfristig kurzsichtig, wenn der lokale Handel wegfällt, dann erst wissen wir ihn zu schätzen.....

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KingTut 10.08.2018, 08:41
3. Trump unter Druck

Das Handelsgebaren der Chinesen ist sicherlich kritikwürdig, aber darüber sollte intensiv verhandelt werden. Für Trump gibt es jedoch nur schwarz oder weiß. Er ist zu differenziertem Denken unfähig. Insofern kann man nur hoffen, dass er mit seiner konfrontativen Politik eine Bruchlandung erlebt. Schon jetzt müssen die Landwirte wegen des Zollstreits mit 16 Mrd. Dollar subventioniert werden. Wo doch die Republikaner, als die Demokraten an der Regierung waren, solche Subventionen doch immer lautstark abgelehnt haben.

Trumps unnachgiebige Haltung im Handelsstreit mit China ist meiner Meinung nach auch ein Versuch, von den eigenen Problemen abzulenken. Die Liste derer, gegen die im Umfeld Trumps Gegenstand von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind (Stichwort: „Mueller indictments) wird immer länger; die Skandale um Schweigegeldzahlungen an Playmates und das gestern aufgetauchte und von MSNBC verbreitete Tape des Kongressabgeordneten Devin Nunes, das in den USA hohe Wellen schlägt, lassen Trump immer mehr unter Druck geraten. Daher sucht er sich jetzt andere Schauplätze, um bei seiner Anhängerschaft zu punkten. Dass dabei das eigene Land Schaden nimmt, scheint er billigend in Kauf zu nehmen.

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auweia 10.08.2018, 08:46
4. "Nuklearoption"

Wie die Invesco-Dame richtig sagt, würden durch den Verkauf der US-Anleihen "die Kurse auf den globalen Märkten fallen und die Renditen der Papiere steigen. Für die hochverschuldeten USA würde es also teurer, neue Kredite aufzunehmen." Wie weit die Kurse allerdings fallen bevor andere Akteure die günstige Gelegenheit wahrnehmen, um sich mit den dann günstigeren und vergleichsweise sicheren US-Anleihen einzudecken ist ungewiss. Und es besteht auch die Möglichkeit, dass durch die Gewinne durch die gute US-Konjunktur und diverse Steueranreize (Rückführung von Auslandskapital großer Firmen) so viel Geld hereinkommt, dass weniger neue Schulden erforderlich bzw. die zusätzlichen Zinsen auf *neue* Anleihen gegenfinanziert sind.
Mir macht eher eine andere "Nuklearoption" Sorgen - dass China sich so in die Ecke gedrängt fühlt, dass es die militärische Karte zieht. (Das haben die USA durch Wirtschaftssanktionen auch bei Japan schon mal geschafft) Ein Angriff auf Taiwan o.ä. würde das Volk hinter die Führung bringen und ökonomische Bedenken erstmal hintanstellen.

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Jota.Nu 10.08.2018, 08:48
5. Zweiter Schritt vor dem Ersten...

Trump führt einen Wirtschaftskrieg über Steuern, um die eigene Wirtschaft zu stärken. Er vergisst dabei, dass es eine Zeit lang braucht, um Substitutionsprodukte in den USA herzustellen oder überhaupt wettbewerbsfähig zu machen. Er macht also den zweiten Schritt in einem Wirtschaftskrieg vor dem ersten.
Sein Ego steht ihm im Weg die richtige Reihenfolge in einem solchen Krieg einzuhalten. Er braucht die große Bühne und dass ihm alle zujubeln. Er will vor allem keine Wahl verlieren... .

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mostly_harmless 10.08.2018, 08:49
6.

Straregisch hat die EU IMHO dumm gehandelt, als Juncker bei Trump war. Zölle für Waren aus der EU kommen an dem Tag wieder auf den Tisch, an dem die USA mit China ein e- wie auch immer geartete - Einigung erzielen. GEMEINSAM mit China hätte man den Mann mit den gelben Haaren allerdings Mores lehren können.

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marialeidenberg 10.08.2018, 08:51
7. Nicht ganz einleuchtend.

Wenn China US-Staatspapieren in großem Umfang verkauft, warum sollten die überhaupt so sehr nachgefragt sein, dass die Preise dafür steigen? M.E. müsste China - um in den USA fühlbare Effekte zu erzielen - die Papiere mit Verlust in den Markt drücken. Es würden also beide Kontrahenten Schaden nehmen. Die USA sind aber immer noch in der besseren Lage: Als Besitzer der Welt-Reservewährung können sie einfach Dollars drucken; das damit verbundene Inflationsrisiko nimmt ihnen 'die Welt' ab.

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vielflieger_1970 10.08.2018, 08:51
8.

Zitat von muellerthomas
Die Punkte 1 und 4 widersprechen sich aber. Wenn China die Reserven verkauft, würde er CNY aufwerten, was prima für die US-Wirtschaft wäre. Tatsächlich wählt China ja auch Variante 1, die Abwertung der eigenen Währung. https://neuewirtschaftswunder.de/2018/08/02/fabian-fritzsche-stumpfe-waffen-im-handelskrieg/
Die Punkte widersprechen sich nicht! Denn die Schwierigkeiten, welche den USA dann entstuenden, waeren weit hoeher als ein leicht stabilisierter RMB fuer China. Allerdings schaetze ich die Chinesen nicht so bloed ein wie TheDonald, ich denke soweit wird es gar nicht kommen. Insgesamt gebe ich dem Autor aber recht.

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dirk.resuehr 10.08.2018, 08:51
9. Bildung

auf alternative Art nennt man Einbildung.Das zieht sich als roter Faden durch alle DT-Aktivitäten. Die Komplexität von volkswirtschaftlichen Fragen ist deutlich zu viel für ihn.
Ob die derzeitige K'onjunktur in den 'USA von Dauer ist, wird sich zeigen.

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