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Hausratversicherungen: Das Geschäft mit der Angst
DPA

Die Schäden durch Einbruchdiebstähle gehen zurück. Doch die gesparten Summen werden von den Versicherungen oft nicht an die Kunden weitergegeben. Bei einem Wechsel können Hunderte Euro gespart werden.

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murksdoc 02.06.2018, 08:28
1. Risiko auf Gegenseitigkeit

"Versicherung" ist ein Risikogeschäft auf Gegenseitigkeit. Die Versicherung hat das Risiko, dass bei Eintritt des Versicherungsfalls die fällige Leistung viel höher sein wird, als die einbezahlten Beträge des Versicherten. Dieser wiederum hat das "Risiko", Monat für Monat einzuzahlen und nie bestohlen zu werden, das heißt: das Geld aus dem Fenster geworfen zu haben. Für beide eigentlich ein gutes Geschäft, für den einen, wenn der Versicherungsfall eintritt, für den anderen, wenn dieser es nicht tut. Ihre oben genannte Forderung, den Versicherten am Rückgang der zu erstattenden Schadensfälle zu beteiligen, ist die Forderung, selbst am Profit der Gegenseite beteiligt zu werden. Das ist dann berechtigt, wenn die Versicherung mit Verweis auf die Zunahme der Schadensfälle die Beiträge schon einmal erhöht hat. Das ist nämlich das Pendant dazu. Wenn nicht, würde ich es einfach so lassen, wie es ist. Versicherer, die auch "grobe Fahrlässigkeit", auf Deutsch: Dummheit, Ignoranz und totale Sorglosigkeit versichern, müssen das, soweit sie das Geld nicht selber drucken, auch irgendwie wieder hereinholen. Das machen sie entweder über die Höhe der Beiträge oder dass sie im Schadensfall sehr zurückhaltend mit dem Bezahlen sind. So einen Versicherer würde ich vermeiden und eher aufpassen, keine Schäden durch grobe Fahrlässigkeit zu verursachen. Das sollte einem durchschnittlich gebildeten Menschen eigentlich immer gelingen.

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veravonhinten 02.06.2018, 09:07
2. Vergleichsportale? Total überflüssig

Diese ganzen Vergleiche. Da fühle ich mich völlig überfordert! Ich lasse mich seit Jahren von meinem Makler betreuen. Da habe ich einen Ansprechpartner vorallem in meinen Schadenfällen und fühle mich bestens versorgt. Und wenn das ev etwas mehr kostet, auch egal. Dafür habe ich dann den Service. Ich geh in Steuerfragen auch nicht zum Finanzamt sondern zu meinem Steuerberater, und mein Auto repariere ich auch nicht selber. Und die beiden machen ihre Arbeit nicht umsonst.

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mirage122 02.06.2018, 09:19
3. Wenn man Glück hat!

Es ist doch die hinreichende Praxis, dass erst einmal seitens der Versicherungen alles unternommen wird, um den Schadensfall abzuwehren mit der Argumentation, dass man dazu verpflichtet ist, um unberechtigte Forderungen aufzudecken. Schließlich sollen ja die Beiträge im Interesse aller Versicherter möglichst niedrig gehalten werden. Das kann manchmal ein ziemlich Nerven aufreibendes Anliegen sein. Und wenn man sich die Schaden-Kosten-Quote ansieht, kommt man zu dem Schluss, dass sich das für die Unternehmen auf jeden Fall lohnt!

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wiwicantab 02.06.2018, 09:50
4. Reißerischer Titel, wenig Substanz

Der erste Beitrag fasst die theoretischen Grundlagen schön zusammen. Um noch drei praktische Punkte herauszustreichen: 1. Die Einbrüche/Einbruchsschäden gehen nur geringfügig zurück, aber es gibt ja noch Inflation. Unterm Strich kann ich da kein großes Geschäft zugunsten der Versicherer erkennen. 2. Die meisten Menschen, die ich kenne, versichern sich vornehmlich gegen bzw. wegen Wasser- und Elementarschäden. 3. Die Zahlen sind offensichtlich völlig aus der Luft gegriffen. Ich habe einen mittelalten Vertrag für eine große Wohnung mt Kunst. Die Prämie beträgt ca. 200 €. Da kann man vielleicht 20 € rausholen, aber mit Sicherheit keine 100+ €. Wenn jemand 600 € zahlt, hat er schon ein weitläufiges Anwesen mit Park und liest wahrscheinlich nicht diese wenig gehaltvolle Kolumne.

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Objectives 02.06.2018, 10:36
5. Für Studenten meistens unnötig

Ich würde generell die Frage stellen, ob viele Menschen überhaupt eine Hausratversicherung brauchen. Für Studenten in ihrer ersten eigenen Wohnung oder einer WG ist eine Versicherung meistens mehr als überflüssig, da der gesamte Hausrat einen sehr geringen Wert aufweist. Als junger Mensch besitze ich momentan nur die Haftpflichtversicherung (die man wohl auch nur deshalb zwangsläufig abschließen muss, da sie jeder hat). Man kann sein Leben niemals komplett versichern und bevor ich mein Geld Milliardenkonzernen in den Rachen werfe, versuche ich mich lieber durch eigene langfristige Investitionen abzusichern.

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yvowald@freenet.de 02.06.2018, 11:35
6. VVaG sind die bessere Wahl

Bei der Wahl von Versicherungsunternehmen sollte die Rechtsform wichtig sein.
Wer bei Aktiengesellschaften abschließt, sollte wissen, daß diese Dividenden erzielen wollen, um ihre Aktionärinnen und Aktionäre noch reicher zu machen.
Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) sind die bessere Wahl.
Wenn Verträge dann noch direkt abgeschlossen werden, also den provisionsgetriebenen Außendienst umgehen, wird das für uns Versicherungsnehmerinnen und -nehmer immer günstig sein.

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Crom 02.06.2018, 11:57
7. @5

Man kann die Versicherungssumme auch begrenzen und kann auch ein Student so etwas abschließen. Den trifft es nämlich besonders, wenn plötzlich der Hausrat weg oder zerstört ist. Er müsste sich auf einen Schlag alles neu kaufen und sich dabei verschulden. Da er eine geringe Bonität hat, ist der Zinssatz entsprechend hoch und schon hängt er in der Schuldenfalle. Neben der Haftpflichtversicherung ist die für Hausrat eine der wichtigsten.

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Kanalysiert 02.06.2018, 12:41
8.

Liebe Versicherer und Makler, man erkennt ihre Beiträge zu deutlich - wenn sie hier Versicherungs-PR machen wollen, müssen sie das indirekter schreiben. Privat habe ich zwei Bekannte, die eine angeblich voll tolle Police hatten und als der Einbruch geschehen war, wurde nicht anständig bezahlt, sondern sie wurden von Klage zu Gegenklage hingehalten, bis sie irgendwann aufgegeben haben und mit einer Winzsumme abgespeist wurden. Beides keine Deppen, Akademiker, umsichtig, ordentlich, es bestand keine Fahrlässigkeit, nix. Versicherungen...sind auch nur Gelddruckmaschinen, vorsicht ist da geboten.

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funhelm 02.06.2018, 13:12
9. Ups

Hohe Versicherungsprämien resultieren aus hohen Versicherungssumme. Sollten diese zu hoch angesetzt sein, ist das ein Problem des Versicherungsnehmers, welches er lösen kann, indem er seinen Hausrat komplett auflistet und die Summe selbst ausrechnet. Sollte unklar sein, welche Gegenstände zum Hausrat gehören, gibt es ausreichend Berater in der Nähe. Andernfalls nimmt man zumindest die Versicherungssumme pro Quadratmeter um eine Untervischerung auszuschließen.
Wenn man nicht gerade eine riesige Erdgeschosswohnung in einer Diebstahlhochburg besitzt, wüsste ich auch nicht wie man mehrere Hundert Euro einsparen soll - soviel sollte die VHV nämlich gar nicht kosten.

Das Märchen von Versicherern, welche nur widerwillig auszahlen ist auch längst überholt. Natürlich sollte man das nicht pauschalisieren, doch den Versicherern ist es daran gelegen, dass sie ihre Kunden halten und dazu gehört auch, zügig und kundenorientiert zu regulieren. Sollte dies bei Ihrem Versicherer nicht der Fall sein, wechseln Sie.

Noch einige Worte zu den anderen Kommentaroren hier:

Lieber "Objectives": Sie tauschen mit einer Versicherung ein nicht überschaubares und für Sie nicht kalkulierbares Risiko gegen eine entsprechende Prämie. Eine langfristige Investition bringt Ihnen keinen ausreichenden finanziellen Ausgleich wenn Sie z.B. berufsunfähig werden oder durch einen schweren Unfall z.B. Ihr Eigenheim rollstuhlgerecht ausbauen müssen.
Fragen Sie sich, wie viel Geld Sie im Monat benötigen, sollten Sie nicht mehr erwerbsfähig sein und dann rechnen Sie nach, wie viele Monate/Jahre und vorallem wie viel(!) Sie "durch eigene langfristige Investitionen" sparen müssen, um bis zum Renteneintritt Ihren Lebensstandart zu halten.
Sorgen SIe lieber durch langfristige Investitionen dafür, dass Sie im Alter eine gute Rente beziehen können.
Für kleine Wohnungen und/oder WG-Zimmer sollte dennoch eine VHV abgeschlossen werden. Die Versicherungssumme in diesem Fall händisch berechnen. Die Prämie sollte monatlich bei 20-30 qm nicht mehr als 2 Bier am Wochenende kosten und auch das MacBook sowie das geliebte Fahrrad wären in der Uni gegen Diebstahl versichert ;-)

Lieber "Kanalysiert": Ber Antragsstellung auf Versicherungsschutz gibt es ein Beiwerk für jedes Produkt. Natürlich umfasst das einige Seiten, lesen sollte man es trotzdem, schließlich unterschreiben Sie genau dies. Wie bei allen Verträgen kann auf dessen Basis gestritten werden. Wenn Ihre Bekannten im Recht waren und dies laut den Versicherungsbedingungen auch belegen könne, lohnt sich der Gang zum Anwalt. Die Definitionen von Einbruch und anderen versicherten Risiken sind klar definiert.
Versicherungen sind keine Gelddruckmaschinen sondern eher wie Glücksspiel. Wenn man keine hat, braucht man sie, wenn man sie hat, tritt der Schaden nie ein.
Und natürlich betreibe ich PR für die Branche in der ich tätig bin, alles andere wäre auch dämlich.

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