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Immobilien: Drei von vier Eigenheimen werden teurer als geplant
DPA

Ausufernde Baukosten sind ein Problem, nicht nur bei öffentlichen Bauprojekten wie dem Flughafen BER: Laut einer Untersuchung müssen auch viele private Bauherren mehr zahlen als ursprünglich veranschlagt.

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Rooo 06.09.2017, 18:11
1. Ich kann nur jedem Festpreis empfehlen

Ich kann nur jedem Festpreis empfehlen. Niemals irgendwelche Änderungen während des Baus beantragen, dann gilt der Vorkostenanschlag nicht mehr und die Rechnung vom Handwerker verdoppelt sich schnell mal. So steht man am Ende mit einem Haus da, dass X Wert ist, aber X+(1/2*X) gekostet hat.

Wird Zeit, dass der ganze Mist automatisiert durch 3D-Drucker hergestellt und der Rest hoch standardisiert in Massenproduktion nur noch zusammengesteckt werden muss. Dann gehen vielleicht auch irgendwann mal die Baukosten runter.

Alle Branchen sind produktiver geworden seit, sagen wir einfach mal 1970. Nur nicht die Baubranche. Die hat an Produktivität verloren. Was ein Wahnsinn.

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markus.w77 06.09.2017, 18:14
2.

und woran liegt das in min 75% der Fälle? Am Bauherrn selber! Vorher wird der billige Jacob gesucht, das vermeintlich günstigere Angebot entpuppt sich am Ende als nicht vollständig. Wir haben schon einen Bauherrn gehabt, der uns fast beschimpft hat nach Angebotsabgabe, wir seien viel zu teuer. 6 Monate später haben wir mitbekommen, das der Mitbewerber das Haus ohne Bodenplatte und Erdarbeiten angeboten hat. Der Oberschlaue Bauherr aber scheinbar nur Endsummen verglichen. Thats life.

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laermgegner 06.09.2017, 18:20
3. Also heute reichts mir mal wieder mit Unterstellungen

Hat der Spiegel immer recht ? Die Häuselbauer sind schutzlos ausgeliefert ? Wertarbeit gibt es nur billig ? Baugrundsätze können per Gesetz ausgehebelt werden ?
Anmerkung : Häuser gibt es nicht von der Stange, obwohl es so suggeriert wird. Bei Billig ist Mangel berücksichtigt. In Brandenburg ist die Bauordnung geändert worden, damit die Bauüberwachung vereinfacht - spricht m.E. vernachlässigt wird. Eine Meisterbrief ist nicht mehr notwendig, um einen Betrieb zu führen - und und und. Das alles berichtet mit der freien Marktwirtschaft, wo anständige Leute - auch an dieser Stelle - immer ausgelacht werden.

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schamot 06.09.2017, 18:26
4. Leider ist das Handwerk

NIX mehr Wert. 4/5 der Arbeiten auf der Baustelle ist von den Handwerksbetrieben beabsichtigter "Pfusch" zur Gewinnmaximierung. Egal ob teuer oder billiges Angebot. Im gegenteil, die teueren sind einfach nur noch gieriger.
Zudem kommen noch faule und unfähige Handwerker...und dann zieht es sich juristisch hin.

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agtv 06.09.2017, 18:37
5. Festpreis ist sinnvoll

Zitat von Rooo
Ich kann nur jedem Festpreis empfehlen. Niemals irgendwelche Änderungen während des Baus beantragen, dann gilt der Vorkostenanschlag nicht mehr und die Rechnung vom Handwerker verdoppelt sich schnell mal. So steht man am Ende mit einem Haus da, dass X Wert ist, aber X+(1/2*X) gekostet hat. Wird Zeit, dass der ganze Mist automatisiert durch 3D-Drucker hergestellt und der Rest hoch standardisiert in Massenproduktion nur noch zusammengesteckt werden muss. Dann gehen vielleicht auch irgendwann mal die Baukosten runter. Alle Branchen sind produktiver geworden seit, sagen wir einfach mal 1970. Nur nicht die Baubranche. Die hat an Produktivität verloren. Was ein Wahnsinn.
Ich kann Ihnen nur teilweise zustimmen. Wir haben auch zum Festpreis gebaut und es hat alles gut geklappt und wurde keinen Cent teurer als vereinbart. Änderungen nach Abschluss sind immer teuer, das muss man sich gut überlegen.

Aber dass die Baubranche nicht an Produktivität gewonnen haben soll? Unser Dachstuhl wurde vom Zimmermann mit der CNC vorab gefertigt, das war ein Bausatz der nach 5 Stunden aufgerichtet war. Der Maurer hatte einen fernbedienbaren Kran und eine Bühne, die haben in einem 3er Team gearbeitet und in 10 Stunden ein komplettes EFH-Stockwerk gemauert. Die Maler sind mit einer Sprühpistole durch, haben nicht abgeklebt sondern direkt gewischt und waren in Rekordzeit durch. Also ich habe schon teilweise gestaunt, wie das heute gemacht wird, das ging richtig schnell.

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celebraler_kortex 06.09.2017, 18:41
6. Nutzlose Meldung

Diese Information ist ohne einen Mittelwert für Kostensteigerung und Bauverzögerung vollkommen nutzlos.
Wenn ich heute einen Bau plane, wird es mit 75%iger Wahrscheinlichkeit teurer und fifty-fifty, dass es länger dauern wird. Aber wieviel?

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tomwessel85 06.09.2017, 18:44
7.

Die wahren Kosten einer Immobilie sind sehr schwer kalkulierbar, ich bin froh dass ich 2007 nicht im Neubaugebiet meiner Heimatstadt zu billigen Konditionen gebaut habe, sondern mein Kapital bei fallenden Aktienkursen in der Finanzkrise in tolle Unternehmen gesteckt habe. Heute steht an der Durchfahrtsstraße im Neubaugebiet eine dieser Containeranlagen und die benachbarten EFH sind quasi unverkäuflich geworden.

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katjastorten 06.09.2017, 18:54
8. Butter & Auto

Jeder weiß, was Butter gerade kostet und fährt zur Not dahin wo es billiger ist. Vor dem Autokauf wird monatelang in Fachzeitschriften geblättert und jede Kleinigkeit wird eruiert. Und beim Hauskauf? Völlig blind lassen sich die Kunden volltexten, nichts davon steht in den Bauverträgen! Selbst Festpreis ist falsch, weil es Pauschalpreis heißen müsste. Alles ist egal, die Menschen sind völlig weggetreten. Ich hab 20 Jahre anwaltliche Beratung auf dem Buckel. 99% kommen erst, wenn es zu spät ist, die Anwaltsstunde ist ja auch teuer mit 250€. Da verschulde ich mich lieber blind für den Rest meines Lebens.

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dickeeier 06.09.2017, 18:57
9. Fehler im System

Der Fehler liegt doch im System. Wenn die Bauherrren billig bauen wollen, die Architekten/Planer/Generalunternehmer deswegen jede Schraube ausschreiben, am Besten schon 1 Jahr vor Beauftragung, dann aber nachträglich Pläne ändern und/oder Leistungen falsch oder gar nicht ausschreiben, dann ist es nun einmal völlig logisch, dass die ursprünglich ausgeschriebene Leistung später teurer wird.
Wenn ich von 10 Angeboten das Billigste wähle, dann kann ich mir eigentlich sicher sein, dass der Billigste entweder nicht die beste Leistung liefert oder sich das notwendige zusätzliche Geld über Nachträge reinholt.
Billig, Billig mag bei einem Toaster ja OK sein, wenn man drauf steht, bei langlebigen Wirtschaftsgüter und Immobilien ist das mMn keine gute Strategie.

Ich behaupte mal, dass diejenigen Architekten und Planer, die mit festen Firmen zusammenarbeiten, deutlich stressfreier durchs Leben kommen und ihre Qualität und Budgets auch besser im Griff haben.

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