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Immobilienkauf: Vergesst die Niedrigzinsen!
DPA

Die Zinsen sind historisch niedrig, der Häuserkauf attraktiv wie nie. Doch bei der Frage "Kaufen oder Mieten?" ist die künftige Entwicklung der Immobilienpreise der entscheidende Faktor - nicht der Zins. Das sollte Käufer nachdenklich stimmen.

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verissimus 27.07.2013, 11:49
1. Ein entscheidender Aspekt,

bleibt bei dieser Gegenüberstellung unerwähnt: der Mieter kann sehr schnell auf ein sich veränderndes Wohnumfeld und auf eine sich abzeichnende Veränderung der eigenen Wohnbedürfnisse reagieren. Sollte sich z.B. die Nachbarschaft negativ verändern, kann der Mieter binnen dreier Monate nach Kündigung den Standort wechseln; dem Eigentümer wird das nicht so schnell gelingen, es sei denn, er kann sich erhebliche Kosten bzw. Verluste erlauben. In der BRD ist kein Verlass auf effektiven Schutz vor Belästigungen und schon deshalb ist der Eigentumserwerb mit erheblich höheren (schwer kalkulierbaren) Risiken verbunden. Wer gleichwohl Immobilieneigentum zur Vermögensbildung erwerben möchte, sollte dieses dann zur Fremdnutzung vermieten und selbst weiter als Mieter wohnen.

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Politikum 27.07.2013, 11:53
2. Risikospiel

Bei der Beurteilung der ganzen Sache werden nach meiner Meinung zwei Umstände missachtet. Erstens, auch wenn ein paar Städte momentan auf dem Papier magische Anlagegewinne versprechen, so gilt das nicht für den ganzen Rest der Republik. Also können nur ein paar Anlageprofis da etwas machen, aber sicher nicht der ganze Rest der deutschlandweiten Kleinanleger, die für sich selber eine spezifische Wohnung suchen.

Zweitens ist das meiner Meinung nach in der Tat eine Blase. Schon jetzt heulen ganze Einkommensgruppen auf, dass sie ihre Wohnungen noch mehr bezahlen können. Wohnraum der in einem Jahr 30% Wertsteigerung erfährt, wird aber zunehmend nur noch von einer Minderheit bezahlt werden können. Wenn das Interesse an der Top sanierten Altbauwohnug im Herzen Berlins jedoch irgendwann erlischt, ist der ganze Wertgewinn zum Teufel.

Es kommt also darauf an, dass man kurzzeitig kauft, auf Optik und Luxus saniert, und das Gänze dann schnell wieder abstößt. Die kleine Familie mit 100.000 Euro zuviel auf dem Konto, kann da sehr schnell auf Sand bauen.

Wenn der überhitzte Großstadthype verflogen ist, und das momentan als spießig-öde angesehene Häuschen im Grünen wieder für die gestressten Doppelverdiener attraktiv wird, könnte das übel ausgehen mit der Rechnung. Ganz zu schweigen von Schrottimmobilien, die einem untergejubelt werden können.

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moerre 27.07.2013, 11:54
3. Unberücksichtigt: Laufende Kosten - Instandhaltung?

Mieter zahlen die Miete und Schluss. Inder Rechnung für Käufer vermisse ich Rückstellungen für laufende Kosten. Handwerker (und Material) sind ja nicht gerade billig zu haben - von Pfusch und dem Ärger damit mal ganz abgesehen. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Zinsen und Tilgung für den Kredit zum Immobilienkauf so viel größer sind, dass man Instandhaltungskosten mal einfach so aus dieser Rechnung rauslassen kann?

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backfeed1 27.07.2013, 12:04
4. noch ein wichtiger Faktor

Zitat von sysop
Die Zinsen sind historisch niedrig, der Häuserkauf attraktiv wie nie. Doch bei der Frage "Kaufen oder Mieten?" ist die künftige Entwicklung der Immobilienpreise der entscheidende Faktor - nicht der Zins. Das sollte Käufer nachdenklich stimmen.
Es gibt noch einen weiteren Faktor: Wenn ich zur Miete wohne, kann ich mit Eigenbedarf gekündigt werden. Wer das schon mal miterlebt hat, hat sich überlegt, wieviel ihm das in Geld Wert ist. Mir ist das soviel wert, daß ich nie weider zur Miete wohnen werde - egal was die Zinsen und die "Wertentwicklung" sagen.

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saarpirat 27.07.2013, 12:13
5.

Zitat von moerre
Mieter zahlen die Miete und Schluss. Inder Rechnung für Käufer vermisse ich Rückstellungen für laufende Kosten. Handwerker (und Material) sind ja nicht gerade billig zu haben - von Pfusch und dem Ärger damit mal ganz abgesehen. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Zinsen und Tilgung für den Kredit zum Immobilienkauf so viel größer sind, dass man Instandhaltungskosten mal einfach so aus dieser Rechnung rauslassen kann?

Instandhaltungskosten sind ein wichtiger Punkt!

Aber nicht nur für Eigentümer, sondern auch für Mieter. Immerhin kann eine energetische Sanierung jährlich mit 11 % auf die Mieter umgeschlagen werden. Da kann die Mietwohnung schnell ein paar Hunderter teurer werden.

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Phänomen1 27.07.2013, 12:14
6.

also ich kenne keine Familie,die mal so eben 100tsd Euro zu viel hat...selbst in Eigentumswohnungen ist nicht alles gestattet...was passiert bei nachbarschafts streitereien oder verschlechtertem Umfeld? ne ne, da lob ich mir das freistehende haus im grünen.

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tobbi99 27.07.2013, 12:15
7.

Zitat von moerre
Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Zinsen und Tilgung für den Kredit zum Immobilienkauf so viel größer sind, dass man Instandhaltungskosten mal einfach so aus dieser Rechnung rauslassen kann?
Der Einwand ist gut. Jede Vergleichsrechnung, die dies nicht berücksichtigt, ist ihr Papier nicht wert. Wobei ich jetzt die Rechnung des Autors nicht nachgerechnet habe und nicht weiss, ob da vielleicht doch irgendwo Abschläge gemacht worden sind. Andernfalls wäre die schöne Rechnung Humbug.

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icethoem 27.07.2013, 12:20
8. da fehlt manches

Der Artikel lässt manche Aspekte ausser Betracht.

Es fallen Instandhaltungskosten an. Die familiäre oder berufliche Situation kann sich deutlich verändern. Das Umfeld verändert sich, siehe Bad Godesberg.

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Mart-73 27.07.2013, 12:21
9.

Ein Haus ist ein Hobby welches viel Freude bereitet. Etwas zu erschaffen mag nicht jedem gefallen, da es einhergeht mit Schweiß, Mühsal und ab und an auch etwas Ärger. Die dadurch resultierende Wohn und Lebensqualität ist aber unübertroffen. Feste mit Freunden und Nachbarn gewinnen so immens an Qualität. Ganz abgesehen von der Freiheit auch mal nackt am Pool zu liegen und entspannt einen sonnigen Tag zu genießen. Idealerweise in Stadtnähe etwas auf dem Lande in einer kleinen verschlafenen Ortschaft. Natürlich empfindet dies jeder anders, doch wir für uns haben diesen Schritt noch nicht eine Sekunde bereut.

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