Forum: Wirtschaft
Immobilienmarkt: Für 242.000 Euro gibt's 290 Quadratmeter - oder nur 44
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Sechs Jahreseinkommen kostet ein Eigenheim im deutschen Durchschnitt. In 350 von 400 Regionen sind die Immobilienpreise einer Studie zufolge gestiegen - dennoch lohnt sich der Kauf demnach finanziell und er macht zufrieden.

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Mach999 19.03.2017, 11:01
0. Bewohner einer eigenen Immobilie sind mit ihrer Wohnsituation auch zufriedener

"Bewohner einer eigenen Immobilie sind mit ihrer Wohnsituation auch zufriedener."

Das mag sein. Das kann aber auch einfach damit zusammenhängen, dass der durchschnittliche Mieter sowieso finanziell schlechter gestellt ist als der durchschnittliche Eigentümer. Dass die Sparda-Bank Baufinanzierungen verkaufen möchte, ist klar.

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peermarten 19.03.2017, 11:04
1. Zinsen hui, Kaufpreise pfui

Selbstverständlich sind die Zinsen derzeit niedrig und ein jeder Immobilienkäufer tut gut daran, eine möglichst lange Zinssenkung zu vereinbaren. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Kaufpreise exorbitant gestiegen sind und vom schönen Zinsvorteil nichts übrig bleibt. Ein Schelm, der an eine Immobilienblase denkt...

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Freidenker10 19.03.2017, 11:07
2.

Was ich mich frage ist, ob das echt noch jemand hinbekommt sich ein Eigenheim zukaufen mit einem normalen Einkommen und ohne Erbaschaft oder einem starken Zuschuß der Verwandtschaft? Ich jedenfalls kenne keinen einzigen der es ohne Hilfe geschafft hätte! Es ist aus meiner Sicht bei den heutigen Einkommen und ohne gehörigem Eigenkapital schlicht nicht mehr möglich wie vor 50 Jahren locker mal ein Häuschen zu finanzieren! Irgendwie scheint mir dies auch poliitsch nicht gewollt, warum sonst hat man die einzige wirtschaftliche Förderung mit der Eigenheimzulage abgeschafft? Niedrige Zinsen nützen dann auch nur wenig wenn die Immobilien so dermaßen verteuert wurden und selbst Bauland fast schon unbezahlbar wird! Das scheint mir der Preis für "unsere" Niedriglohn Politik zu sein...

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cosifantutte 19.03.2017, 11:10
3. Kann ich bestätigen, Kauf lohnt sich.

Früh gekauft (mit 30) nie bereut und mittlerweile sogar durch die Preissteigerungen der letzten Jahre rentierlich. Als Rentner spart man die Miete, wären in unserem Fall ca.1600 Euro monatlich. Die Nebenkosten sind schon hoch genug geworden die letzten Jahre, da sollte man nicht noch Miete zahlen müssen. Und man kann sogar verkaufen, wenn man will, kann er Mieter alles nicht. Die Instandhaltungskosten sind niedrig und werden bei Eigentumswohnungen durch die Instandhaltungsrücklagen monatlich (niedrig) bezahlt. Da kommen also höchstens mal ein paar tausend auf einem zu. Drum kaufe, wer kann.

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Hartmut Schwensen 19.03.2017, 11:22
4. Kaufen oder Mieten

Kaufen oder Mieten ist ein komplexes Thema und mit Sicherheit nicht so einfach zu beantworten, wie es die Spardabank vorgibt. Empfehle in diesem Zusammenhang Gerd Kommer "Kaufen oder Mieten". Insbesondere führt er aus, zwischen Renditeerwartungen und Lebenstil-Entscheidungen zu differenzieren. Denn die Rendite ist im Vergleich zu Aktien schlecht.

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vhn 19.03.2017, 11:29
5. Milchmädchenrechnung bzw. nur eine Seit der Medaille

Zitat von cosifantutte
Als Rentner spart man die Miete, wären in unserem Fall ca.1600 Euro monatlich. Die Instandhaltungskosten sind niedrig und werden bei Eigentumswohnungen durch die Instandhaltungsrücklagen monatlich (niedrig) bezahlt. Da kommen also höchstens mal ein paar tausend auf einem zu. Drum kaufe, wer kann.
Als Rentner spart man sicher die Miete, sollte aber auch den einen oder anderen Zehntausender auf der Kante haben, falls mal eine Reparatur ansteht oder die Kommune beschließt die Straße zu sanieren und, und , und. Instandhaltungskosten sind niedrig? So, so... Ich finde die Kosten für Handwerker steigen kontinuierlich. Wenn man nicht selbst tätig werden kann...
Eiegntum würde sich gegenüber Miete lohnen, ist eine Milchmädchenrechnung und geht nur auf, wenn genügend Geld in der Hinterhand ist. Klar habe ich den Wert der Immobilie. Das ist unbestritten (wobei man auch nicht weiß, wie der sich entwickelt). Aber die laufenden Kosten sind bei Miete kontrollierbarer und keinesfalls teurer. Das kann mir keiner erzählen.

Es gibt auch eine Faustregel, nach der der Wohnraum (in selber Wohnlage wohlgemerkt) mit 20 Jahresnettokaltmieten abgezahlt sein sollte. Die Rechnung geht in meinem Fall (Großstadt, gute Wohnlage) schon lange nicht mehr auf. Da reden wir eher von 30-40 Jahresnettokaltmieten. Da nützen mir auch die niedrigen Zinsen nix...

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wahrsager26 19.03.2017, 11:30
6. Kann ich durch eigene ...

Anschauung unterstreichen,was die Zufriedenheit angeht: der Vermieter ist 'ausgeschaltet '.Schön ist es aber,wenn einen die Immobilie nicht 'frist',sprich ,man noch für andere Dinge etwas Kleingeld hat.Danke

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divStar 19.03.2017, 11:36
7. @3

Ich habe mir zwar nur eine Wohnung gekauft - aber dafür im Zentrum Nürnbergs. Ich arbeite als normaler Software Entwickler (kein Freelancer, nur 6-7 Jahre im Beruf) und verdiene im Öffentlichen Dienst nicht die Welt. Ich habe in den 6 Jahren, in denen ich in dieser Wohnung bereits vorher gewohnt habe, etwa 1/3 des Kaufpreises bezahlt. Erst dann habe ich mich dazu entschlossen die Wohnung zu kaufen und natürlich ist da nichts angerechnet (wäre auch komisch wenn). Mir ist außerdem klar, dass mein Vermieter davon noch Kosten für die Wohnung zu bezahlen hatte - dennoch: jetzt kann ich in der Hoffnung und im Wissen leben etwas für mein Alter getan zu haben, denn mietfrei kommt man auch mit einer kleineren Rente aus. Und falls ich doch eine Frau kennenlerne und wir zusammenziehen usw., habe ich Startkapital für eine größere Wohnung, denn die hier ist in 10-15 Jahren abbezahlt.
Zufriedener macht es mich weil ich quasi weiß, dass ich nicht mehr umziehen muss und wenn ich die Wohnung jetzt verkaufen könnte (und dürfte), würde ich - Zinsen eingerechnet - trotzdem noch 10-15% Gewinn machen.

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alkoholix 19.03.2017, 11:48
8. eigene Ansprüche

Zitat von Freidenker10
Was ich mich frage ist, ob das echt noch jemand hinbekommt sich ein Eigenheim zukaufen mit einem normalen Einkommen und ohne Erbaschaft oder einem starken Zuschuß der Verwandtschaft? Ich jedenfalls kenne keinen einzigen der es ohne Hilfe geschafft hätte! Es ist aus meiner Sicht bei den heutigen Einkommen und ohne gehörigem Eigenkapital schlicht nicht mehr möglich wie vor 50 Jahren locker mal ein Häuschen zu finanzieren! Irgendwie scheint mir dies auch poliitsch nicht gewollt, warum sonst hat man die einzige wirtschaftliche Förderung mit der Eigenheimzulage abgeschafft? Niedrige Zinsen nützen dann auch nur wenig wenn die Immobilien so dermaßen verteuert wurden und selbst Bauland fast schon unbezahlbar wird! Das scheint mir der Preis für "unsere" Niedriglohn Politik zu sein...
Es ist auch mit einem normalen (was ist das eigentlich?) Einkommen möglich, ohne Erbschaft und Zuschuß.
Auch vor 50 Jahren hat man nicht in der Regel "locker mal ein Häuschen" finanziert. Aber die Frage ist doch, wieviel man dafür einsetzt. Meine Eltern (und viele dieser Generation) sind nicht groß in den Urlaub gefahren, nicht ständig neue Klamotten, Handy etc. Das Geld wurde zusammengehalten und eben ins Haus gesteckt. Zudem wurde natürlich nicht Stadtlage gebaut, sondern -bestenfalls- Stadtrandlage, wenn es noch günstiger sein musste ohne Anschluss an U-Bahn/S-bahn etc. Dazu sind heute immer weniger bereit, es muss selbstverständlich ein Haus sein, aber alle anderen Annehmlichkeiten natürlich auch, Urlaub sowieso! Irgendwann passt die Anspruchshaltung natürlich nicht mehr zum Geldbeutel, dann soll es jemand anderes (am besten der Staat) richten und mal fühlt sich einfach mal arm....

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