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Ingenieursmangel im öffentlichen Dienst: "Die Leute hauen uns ab"
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In Berlin werden spezialisierte Bauingenieure für den öffentlichen Dienst ausgebildet. Weil sie vielerorts fehlen, verzögern sich Milliardeninvestitionen für Schulen, Straßen oder Breitband. Der Mangel hat Gründe.

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uhu_13 10.09.2018, 13:31
1. 1 million pro Bauleiter?

Da kostet allein der Bauleiter 10% des Bauvolumens (ohne Planungskosten, Arbeitgeber Brutto all inclusive.). Das kann nicht gehen. Wir haben keinen Personal angel, es ist einfach ineffektiv.

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GoaSkin 10.09.2018, 13:32
2.

Im Öffentlichen Dienst wird eben so schlecht bezahlt, dass er für viele Bewerber die letzte Wahl ist. Der geizigen Steuer-Spar-und-Senkungs-Lobby sei Dank.

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ruediger 10.09.2018, 13:35
3.

Die Graphik ist schon ganz schön manipulativ: Auf der linken Achse von 0 bis 1.5 Millionen (also 100%) , auf der rechten Achse von 97.5 bis 110.000 (also 10%)

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Thorongil 10.09.2018, 13:35
4. Nix bezahlen, nix bekommen

Bzw. nur die, die keiner sonstwo nimmt.

Fahrt mal in Eure Kommune ins Bauamt. Was da rumsitzt, ist der Rest des Arbeitsmarktes....

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thomas.wenzel 10.09.2018, 13:38
5. Das ist die Fiktion des Staates auf gleichwertige Studienabschlüsse

Im öffentlichen Dienst wird eben ein Politologe, wie die Mehrheit im Bundestag, gleichgesetzt mit einem Ingenieur - obwohl Welten dazwischen liegen. Das zieht bei Ingenieuren nur eine kleine ‚bestimmte‘ Minderheit an.

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jozu2 10.09.2018, 13:39
6. Flaschenhals Vergaberecht

Schafft endlich dieses unsägliche Vergaberecht ab. Neben dem verantwortungslosen Personalabbau in den vergangenen Jahren ist das das größte Hemmnis für die öffentliche Verwaltung, Geld sinnvoll zu investieren. Davon bekommt der Bürger aber nur wenig mit, weil dieser Wahnsinn fast nur Behörden-intern stattfindet. Selbst wenn eine Behörde ausreichend und gut motiviertes Personal hat, bewegt sich wegen dem Vergaberecht nur sejr wenig - insb. im Baubereich. Und nach ein paar Jahren resigniert das Personal...

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rad666 10.09.2018, 13:41
7. Ist doch bei anderen Ausbildungen nicht anders

es bewerben sich auch kaum Informatiker auf ausgeschriebene Stellen. Und falls es doch Bewerber gibt ist es nicht unbedingt die Creme de la Creme.
Sieht man sich die Tarifabschlüsse im ÖD an braucht man sich da auch nicht wundern, gegenüber der IG Metal ist man seit 1993 um 40% hinterher, gegenüber den restlichen Tariflöhnen immer noch 20%.
Die linearen Erhöhung waren zwar toll damit der einfache und mittlere Dienst nicht total Unterbezahlt ist, gleichzeitig ist aber die Bezahlung für den gehobenen und höheren Dienst deutlich zu wenig gestiegen.

Da ist Geiz eben mal geil, als Politiker muss man sich auch eher Rechtfertigen wenn man dem ÖD mal was gutes tut, Lorbeeren bekommt man beim Rest des Volkes eher selten.
Langfristig jedoch eine Katastrophe für ein Land wie Deutschland. Nicht einmal mehr für ordentliche Lehrer reicht es, auch da muss man mittlerweile Quereinsteiger mit Crashkurs auf die Kinder loslassen...

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streifenpuppe 10.09.2018, 13:41
8. Das ist leider kein Spezifikum der Ingenieursberufe….

Seit der so genannten Föderalismusreform haben sich die Bundesländer darin unterboten, wer am schlechtesten zahlen kann. In den achtziger und neunziger Jahren waren beispielsweise Richter-Jobs begehrt. Inzwischen müssen die Bundesländer mit den Einstellungsnoten massiv runtergehen, um überhaupt noch Leute zu bekommen. In diesem ganzen Jobs braucht man übrigens keine Frauen-Quote zu verordnen, viele Männer wollen diese Jobs gar nicht mehr machen.

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s-v-l 10.09.2018, 13:42
9. In Stuttgart....

erlebt ein Bekannter, der ein Ingenieursbüro (Baugewerbe) betreibt, genau das Gegenteil. Die Mitarbeiter kündigen und gehen in den gar nicht soo schlecht bezahlen Öffentlichen Dienst, um dort vor allem geregelte Arbeitszeiten (kaum Überstunden) und weniger Druck zu haben.

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