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Internethändler: Kartellamt eröffnet Missbrauchsverfahren gegen Amazon
DPA

Nutzt Amazon seine Marktmacht auf amazon.de zu Lasten der Händler aus? Das Bundeskartellamt will den Internethändler daraufhin überprüfen. Etliche Händler hatten sich beschwert.

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andneu 29.11.2018, 11:15
1. Interessanterweise sind es gerade auch immer internationale ....

... Konzerne, die immer den Segen freier Märkte prägen, aber eben diese freien Märkte gar nicht wollen. Mit einem Quasi-Monopol, mit dem ich alle anderen unter Druck setzen kann, verdient es sich viel besser.

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Fxxx 29.11.2018, 11:23
2. Nah am Monopol...

...manchmal funktionieren freie Märkte nicht mehr - auch wenn manch Neo-Liberaler etwas anderes sagt. Hier versagt der Markt und Jeff Bezos konnte so (bis jetzt) über 150.000.000.000 $ Vermögen anhäufen. Weder Amazon noch Jeff Bezos zahlen nennenswert Steuern. Wird Zeit dass sich Amazon zumindest an geltendes Wettbewerbsrecht halten muss.

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hestephan 29.11.2018, 11:27
3. Kartellamt - tatenlos zusehen

wie EDEKA diverse Einzelhändler (PLUS, Kaisers, etc.) schluckt aber bei Amazon den Aufstand proben - interessant....

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Georg_Alexander 29.11.2018, 11:31
4. Klarer Missbrauch der Marktposition

Amazon beobachtet den markedplace genau. Wenn ein Artikel gut läuft, dann wird er von amazon ebenfalls und ein wenig günstiger angeboten. Der Erstanbieter hatte das Risiko und amazon staubt ab.
Ich habe sogar den Verdacht, dass es kein Zufall ist, wenn bestimmte Artikel aus dem markedplace scheinbar nicht lieferbar sind und nach der Auftragsstornierung bei amazon plötzlich problemlos innerhalb kurzer Zeit geliefert werden.

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.freedom. 29.11.2018, 11:36
5. Jedes Jahr werden zig Milliarden unserem Wirtschaftskreislauf entzogen

Diese Gelder sind auf immer fort und kommen nie wieder. Die Kinder werden sich eines Tages bedanken.
Amazon macht alles mögliche bis an die Schmerzgrenze um die Ausgaben so gering wie möglich zu halten.
Den Aktionären mag das recht sein, aber ich bin kein Aktionär. Mein Geld bleibt im Land.
Dazu kommt noch das ausnutzen jeglicher Schlupflöcher.
Es erscheinen immer mehr negative Auswirkungen in Verbindung mit Amazon.
Es wird Zeit, dass verstärkt gegen solche Machenschaften angegangen wird. Wenn die Politiker nicht durchgreifen, kann der Bürger aber aktiv werden, indem der Laden boykottiert wird.
Tausende Händler bieten ihre Waren zum Verkauf an und das ohne Steuernummer. Enorme Mengen an Geld wird dem Staat entzogen.
Es gibt über 60.000 Amazon-Händler in Deutschland. Wovon viele am Existenzminimum leben.
Es hat sie allerdings niemand dazu gezwungen das zu machen.
Die Infrastruktur wurde mit dem Geld der Bürger errichtet und wird von Steuerhinterzieher kostenlos benutzt.

Ich unterstütze auf keinen Fall so ein System, das mir im Laufe der Zeit meine wirtschaftliche Grundlage zerstört.

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jj2005 29.11.2018, 11:39
6. Anhaltspunkte

Soso, das Bundeskartellamt hat also "Anhaltspunkte" für eine marktbeherrschende Position gefunden... da arbeiten brave Beamte, Glückwunsch! Vielleicht sollte man grundsätzlich mal darüber nachdenken, wie man die Verwaisung der Innenstädte durch das Sterben des Einzelhandels stoppen kann. Spontan fällt mir da eine kräftige Differenzierung der MWSt nach Online- und Ladenverkäufen ein - der Gesetzgeber hat da enorm viel Spielraum, siehe Spiegel 18/2006, "Der Mehrwertsteuerwahn" (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46765768.html). Absolut lesenswerte Realsatire! Natürlich gibt es Foristen, die sich jetzt über die Ewiggestrigen mokieren werden, die den Wandel zur Internetgesellschaft verschlafen haben usw; aber ich finde es schon irgendwie toll, dass ich mir (noch) die fehlende Schraube beim zwei Fahrradminuten entfernten freundlichen Händler besorgen kann. Klar ist das Luxus, aber man gönnt sich ja sonst nix ;-)

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three-horses 29.11.2018, 11:51
7. Der Weg zum Kadi ist kürzer.

Zitat von Fxxx
...manchmal funktionieren freie Märkte nicht mehr - auch wenn manch Neo-Liberaler etwas anderes sagt. Hier versagt der Markt und Jeff Bezos konnte so (bis jetzt) über 150.000.000.000 $ Vermögen anhäufen. Weder Amazon noch Jeff Bezos zahlen nennenswert Steuern. Wird Zeit dass sich Amazon zumindest an geltendes Wettbewerbsrecht halten muss.
Nur Amazon verkauft. Wie die Anderen auch. Und expandiert.
Die a-Industry auch, ja nicht mehr. Wäre aber sicher positiv aufgenommen. Und Amazon Gewinne halten sich in der zweistellige Millionen Höhe. Aliexpress ist auch eine Art von Amazon. Und sicher die schlimmere Art für die Händler. Was da gejammert wird. Aber es gibt nichts Besseres. Ein Aliexpress made in Germany wäre die Lösung. Die nicht kommt.

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gammoncrack 29.11.2018, 11:53
8. Das kann ich, Prime-Kunde, nur bestätigen.

Zitat von Georg_Alexander
Amazon beobachtet den markedplace genau. Wenn ein Artikel gut läuft, dann wird er von amazon ebenfalls und ein wenig günstiger angeboten. Der Erstanbieter hatte das Risiko und amazon staubt ab. Ich habe sogar den Verdacht, dass es kein Zufall ist, wenn bestimmte Artikel aus dem markedplace scheinbar nicht lieferbar sind und nach der Auftragsstornierung bei amazon plötzlich problemlos innerhalb kurzer Zeit geliefert werden.
Ich hatte dieses Jahr eine Bestellung aufgegeben, bei dem die Lieferzusage für den nächsten Tag angegeben war. Am nächsten Morgen war die Lieferung auf "in 3 Tagen" geändert worden.

Bei dem Produktangebot war aber dann plötzlich zu sehen, dass bei Prime-Kunden die Lieferung bei einer Bestellung bis 10.00 Uhr noch am gleichen Tag erfolgt.

Nun habe ich mich dann morgens an den Amazon-Chat gewandt und mal nachgefragt, wie es möglich ist, dass meine Bestellung erst in 3 Tagen kommen soll, während bei einer heutigen Bestellung die Lieferung noch heute erfolgen soll. Also sollen sie doch einfach diesen Lieferweg anwenden. Das ging nicht.

Also, habe ich die Bestellung storniert und neu getätigt. Und prompt erfolgte die Lieferung am gleichen Tag.

Das versteh' wer will. Es handelte sich in beiden Fällen um eine reine Amazon-Bestellung. Über diesen Weg können die natürlich auch einen Käufer zu Stronierung eines Händler-Artikels bewegen und ihren eigenen Bestand verkaufen. Das wäre natürlich ein ganz üble Praxis.

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dasdingausdemsumpf 29.11.2018, 11:56
9. Unsinn!

Zitat von hestephan
wie EDEKA diverse Einzelhändler (PLUS, Kaisers, etc.) schluckt aber bei Amazon den Aufstand proben - interessant....
Edeka wird genauso auf die Finger geklopft, wenn es um Missbrauch von Verhandlungsmacht geht. Siehe z.B. hier: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/hochzeitsrabatte-bundeskartellamt-erzielt-erfolg-gegen-edeka/20876382.html?ticket=ST-4064416-vxnhquxKKivV99MUbawV-ap1
Die Übernahme von Kaiser's Tengelmann wurde von der Kartellbehörde ebenfalls untersagt. Dumm nur dass ein Minister das trotzdem (gegen alle Einwände) durchgewunken hat. Vielleicht bekommt Sigmar Gabriel dafür irgendwann ein Aufsichtsrat-Pöstchen...

Außerdem ist Amazon noch einmal eine ganz andere Liga. Dagegen ist Edeka geradezu stümperhaft...

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