Forum: Wirtschaft
Kampf gegen Plastikmüll: Neuseeland will Einwegtüten abschaffen
AP

150 Plastiktüten verbraucht jeder Neuseeländer im Jahr, viele landen als Müll im Meer. Premierministerin Ardern hat dem Land jetzt einen sechsmonatigen Entzug verordnet - dann soll das Verbot kommen.

gehmlich 10.08.2018, 08:44
1. Ein kleiner Unterschied

Währenddessen Coles in Australien mehr oder einiger von heute auf morgen umstellte und Kunden sich nicht darauf vorbereiten konnten, fahren in NZ alle großen Ketten Kampagnen. Ich habe sogar ein Bild davon in Queenstown gemacht.

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Das_Daw 10.08.2018, 09:17
2. Der Mythos von der Rettung des Planeten

Also in Australien war neulich zu sehen, wie die Einwegplastiktüten an der Supermarktkasse abgeschafft wurden. Stattdessen packten die Menschen ihre Einkäufe in so eine große Plastik Mehrwegtragetasche. Unter den Einkäufen: 10-12 verschiedene Obst- und Gemüsesorten alle fein säuberlich in Einwegplastiktüten verpackt. Denn die Plastikbeutel innerhalb der Märkte scheinen da immer keine Rolle zu spielen. (Sind die eigentlich immer den X Tonnen Einwegplastikmüll der Länder mit eingerechnet?) So lange die Menschen also zwei Äpfel noch in Plastik einschlagen, wird der Verzicht auf die Plastiktüte am Ende des Einkaufs den Planeten nicht retten.
Zumal die Alternativen zu Plastik meist nicht besser sind: Plastikstrohhalme werden zwar in Kalifornien verboten um die Weltmeere zu retten. Stattdessen gibt es beschichtete Papierstrohalme, die in der Herstellung ungleich mehr umweltbelastende Chemikalien verwenden als Plastik und laut einem Bericht in der ARD/ZDF da in ihrem "Umweltfußabdruck" schlechter wegkommen als Plastik. Das gilt übrigens auch für die Papiertüten die man jetzt statt Plastik im Supermarkt kaufen kann: Die langen Holzfasern die zum unglaublich Wasserintensiven Prozess der Herstellung verwendet werden, machen diese (so man sie nur 1x benutzt) in ihrer Umweltbilanz auch wieder schlimmer als die Plastiktüte. Aber es gibt halt eine Branche die gut daran verdient unser ökologisches Gewissen vorderhand zu bedienen. Dass die Sachen aber meist ökologisch nicht besser sind, erfährt man dann immer mal beiläufig.
Es hilft nur eines: Ökologisch entlastend ist in fast allen Fällen nur der Verzicht. Was die Berichterstattung über den Verbotswahn von Einwegplastiktüten soll, ist mir ein Rätsel. Das wird vermutlich nichts besser machen, denn Plastik ist nicht böse. EINWEG ist böse. Und solange man die Plastiksachen durch Einwegalternativen erstetzt ist nichts gewonnen.

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Kamillo 10.08.2018, 10:47
3.

Zitat von Das_Daw
Also in Australien war neulich zu sehen, wie die Einwegplastiktüten an der Supermarktkasse abgeschafft wurden. Stattdessen packten die Menschen ihre Einkäufe in so eine große Plastik Mehrwegtragetasche. Unter den Einkäufen: 10-12 verschiedene Obst- und Gemüsesorten alle fein säuberlich in Einwegplastiktüten verpackt.
Warum so weit gehen?

Das ist doch hierzulande, hab ich jetzt in Deutschland, Frankreich und Italien in den Supermärkten beobachtet, genau nicht anders. An der Kasse bekommt man keine Einwegtüten aus Plastik mehr. Aber in der Gemüseabteilung kann man sie noch abrollen und damit jede Frucht einzeln einpacken. In Italien in einem Coop habe ich beobachtet, dass diese Tüten aus der Gemüse- und Obst-Abteilung von der Kasse automatisch mit 1 Cent auf den Preis der darin verpackten Ware aufgeschlagen wurden.

Ein Kind hat sich dort spielerisch mehrere Tüten genommen und damit was gemacht, an der Kasse wurden ihr die Tüten von der Kassiererin weggenommen. War ein bischen Gejammer seitens des Mädchens, aber die Eltern konnten das Kind dann wieder beruhigen. Wenn Dieses schon verstehen würde, dass es um die Sauberkeit ihrer Umwelt geht. Darin ging es in dem Eltern-Kind-Gespräch sicher nicht. "Sei ruhig, und du bekommst einen Lutscher" hat wahrscheinlich besser funktioniert.

In italienischen Supermärkten gibt es in der Obst- und Gemüseabteilung auch Einweghandschuhe aus diesen superdünnen Tütenfolien, damit man das Obst und Gemüse ohne direkten Körperkontakt angreift, prüft und eintütet, vielleicht hygienisch begründet, aber umwelttechnisch eine Katastrophe! Und wenn ich an die Kühlregale für Scheibenwurst und Käse gehe, eingeschweißtes Grillfleisch, usw. wird mir auch nicht besser, was eine große Menge Plastikmüll, was man da täglich mit einkauft.

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Rudi in Istanbul 10.08.2018, 11:10
4. Ruanda und Kenia

Fortschrittliche Länder wie Ruanda und Kenia leben schon länger plastiktütenfrei. Mit großem Erfolg. Man wird darauf sogar am Flughafen kontrolliert.
Auch wenn man die Welt damit vielleicht nicht retten kann, sieht Kenia nach 1 Jahr jetzt echt besser aus!

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