Forum: Wirtschaft
Kassenarzt-Chef: Gleiche Honorare nutzen Patienten nicht
DPA

Die Koalitionspläne zum Abbau der Zwei-Klassen-Medizin lehnt Andreas Gassen ab. Das Gesundheitssystem habe ein ganz anderes Gerechtigkeitsproblem, sagte der KBV-Chef dem SPIEGEL.

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TomDietl 10.02.2018, 08:22
1. Links?

Keine Ahnung was heute noch "links" bedeutet.
Sobald soziale Verbesserungen bei KV oder Rente kommen KÖNNTEN gibt es quer durch die, angeblich allesamt nach links gerückten, Medien unzählige Gegenstimmen. Bei der WELT ist das Sturmgeschütz hierfür die gute Frau Siems.

Wenn es aber darum geht unseren Sozialstaat u.a. allen Staatsbürgern der 56 OIC-Staaten zur Verfügung zu stellen dann ist man wieder ganz aufgeregt links.
Kann das bitte mal jemand analysieren?

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janne2109 10.02.2018, 08:32
2. Angleichung

eine Angleichung wie von der SPD gefordert ist Unfug, sollte aber Stimmen bringen, man man ist die SPD leicht zu durchschauen, und der Bürger ließt wieder mal nur die Headline und diskutiert ohne echtes Wissen darum mit.

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perino 10.02.2018, 08:34
3. Wirklich weniger Gerechtigkeit?

Wenn die Ärzte im Osten profitieren würden, bedeutet das doch, dass sie bisher viel weniger bekommen, als ihre Kollegen im Westen. Weiter gedacht, bekommen die Ärzte im Westen durch eine solche Reform dann so viel wie die im Osten. Man nimmt ihnen also das, was ihnen eigentlich nicht zusteht und was sie trotzdem seit bald dreißig Jahren kassieren. Es würde also nicht nur die Ungerechtigkeit bei den Patienten, sondern auch bei den Ärzten beseitigt. Gleichzeitig würde etwas gegen die (für mich jetzt monetär nachvollziehbare) Unterversorgung mit Ärzten in Osten getan. Aber einfach mehr Geld verlangen ist natürlich einfacher. Wenn man die Abschaffung der (wirklich schwachsinnigen) Budgetierung verlangt, sollte man doch etwas fantasievoller sein. Genug Geld ist im System, die Frage ist weiterhin, wer es wann und wofür einsteckt.

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appenzella 10.02.2018, 08:37
4. 9 Prozent der zwangsbeitraege

kommen beim Arzt an. Die Verwaltungskosten betragen bei den gkv angeblich 5 Prozent.
Wohin fließen die restlichen 86 Prozent?

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No use for a name 10.02.2018, 08:39
5. Fünf vor fünf vor der Praxistür warten?

Ich wohne in neuerdings in OWL (ursprünglich Rheinland) und werde als (mittlerweile seit 16 Jahren) freiwilliger gesetzlicher Kassenpatient von diversen Fachärzten abgewiesen um aufgenommen, geschweige denn einen Termin zu bekommen (Augenarzt und Lungenfacharzt) mit den Begründungen „wir können keine Patienten mehr aufnehmen“ oder „dieses Jahr sind wir komplett belegt“ oder „versuchen Sie es Mitte des Jahres nochmal“ oder „gehen Sie ins Krankenhaus in die Notfallambulanz“. Natürlich ist mir bewusst dass wir immer noch in der Topliga mit unserem Gesundheitssystem liegen und ich maße mir auch nicht an zu Wissen wo die Lösung im Detail steckt - aber unser objektiv gelebtes Zweiklassensystem kränkelt und ist reformbedürftig.

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ATLien 10.02.2018, 08:39
6. Es ist zu erwarten

Dass ein Vertreter einer Berufsgruppe, sich gegen Änderungen stellt, welche diese Gruppe Belasten würden. Es ist zu erwarten, dass die Honorare auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen angepasst werden. Daher wird der Standesvertreter dagegen sein, da er dafür da ist deren Interessen und nicht die Gesamtinterssen der Gesellschaft zu vertreten. Dies unterscheidet sich nicht von Gewerkschaften oder anderen Lobbyisten und ist auch OK solange man nicht vergisst wer hier zu Wort kommt.

Aus eigener Erfahrung (chronische ngeborene Krankheit) dass ich als freiwillig gesetzlich Versicherter in Deutschland eine genauso gute Versorgung bekommen wie ein Top-Privatversicherter in den USA ( wo ich lange lebte und den Mercedes unter den Versicherungen hatte).

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hochwaldhirsch 10.02.2018, 08:40
7. Was getan werden muss...

Nur mal vorab aus dem praktischen Leben: Sie glauben nicht, was man nach 1x Händeschütteln und 1 Minute Gespräch anschliessend auf der Rechnung findet,incl. Abtasten von Oberkörper, natürlich alles x 2,3 (gibt auch höhere Faktoren).
Zur GKV: Den hier Versicherten wird einseitig (Zusatzbeitrag und eingefrorener AG-Anteil) eine zusätzliche Steuer/Abgabe zu gunsten des Staates auferlegt, um die ALG 2/ Hartz4 Versicherten zu finanzieren. Das sollen ja demnächst noch ganz viele eingegliedert werden, die auf jahrzehnte keine Beiträg zahlen werden und können.
Gebt den GKV Versicherten endlich wieder diesen vorenthalten Netto-Lohn zurück.

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dasfred 10.02.2018, 08:43
8. Mal nicht so weit aus dem Fenster lehnen

Die Ärzte, die bei einer Angleichung schlechter da stehen, wissen schon, warum sie sich gezielt in den besseren Stadtteilen ansiedeln. Wenn sich, wie in Hamburg Billstedt niemand findet, der den einzigen Kinderarzt entlasten will, sich aber rund um die Alster die Ärzte schon auf die Füße treten, dann ist das Ungleichgewicht offensichtlich. Mit einem Viertel der Patienten das gleiche verdienen wie ein Arzt im Problemviertel und jeden zusätzlichen Patienten als Garantie für Luxus und Wohlstand mitzunehmen ist ja auch verlockend. Es gibt Foristen, die gerne von Minderleistern fabulieren. Hier haben wir ein Beispiel, wie sich dieser Begriff selbst ad absurdum führt.

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kuroro_luzifer 10.02.2018, 08:45
9.

Selbstverständlich fordert der Mann das Ende der Budgetierung und mehr Geld. Würde den Job der KBV, die eine gerechte Verteilung der Gelder nicht hinbekommt, wesentlich erleichtern. Dass dafür die Politik mehr Geld auf den Tisch legen soll ist ja wohl Populismus, denn die Gelder kommen von den Beitragszahlern.
Seiner Argumentation, warum die Honorare nicht angeglichen werden sollen, kann ich nicht folgen. Status Quo ist, wie er ja selbst sagt, dass die PKV Patienten die Cash-Cows der Ärzte sind, also Ärzte in strukturschwachen Regionen in die Röhre schauen. Würde eine Angleichung der Bezüge nicht dafür sorgen, dass alle für die gleiche Arbeit gleich honoriert werden? Empfinde ich jedenfalls als gerechter.

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