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Korruptionsskandal: Major Tom, jetzt sind Sie dran
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Schwarze Kassen und Bakschischzahlungen - damit sieht sich Airbus nach SPIEGEL-Informationen konfrontiert. Nun liegt es an Konzernboss Enders aufzuräumen.

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mystyhax 08.10.2017, 08:13
1. Verantwortlich

Ist Herr Enders nicht Teil des Problems. Hat er seinen Laden überhaupt im Griff? Warum soll dann derjenige der dafür verantwortlich ist noch den Laden aufräumen? Ich bin grundsätzlich der Meinung das die Verantwortlichen ganz genau Bescheid wissen. Das wird natürlich nicht schriftlich mitgeteilt was da passiert.
Wär ja noch blöder. Das Millionen Beträge ohne Wissen der Verantwortlichen einfach so verteilt werden ist absurd.

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Farhad 08.10.2017, 08:54
2. Warum gerade EU-Firmen

wie Airbus, damals Siemens, Deutsche Bank, zuletzt VW etc. stehen häufig unter Korruptionsverdacht und meistens auch mit handfesten Anhaltspunkten? Sind EU-Firmen im Vergleich mit z.B. US-Firmen korrupter? Oder gibt es Interessen, dass entsprechende Leaks/Informationen nur über Aktivitäten der EU-Riesen bekannt und gegen diese eingesetzt werden? Wer verfügt über derartige Technologien/Möglichkeiten, Telekommunikation solcher EU-Konzerne anzuzapfen und an sensible Daten zu gelangen? Wer würde davon profitieren? Kann es sein, dass die EU-Leute dermaßen naiv oder unmächtig sind, sich zu schützen?

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tkedm 08.10.2017, 09:59
3.

Zitat von Farhad
wie Airbus, damals Siemens, Deutsche Bank, zuletzt VW etc. stehen häufig unter Korruptionsverdacht und meistens auch mit handfesten Anhaltspunkten? Sind EU-Firmen im Vergleich mit z.B. US-Firmen korrupter? Oder gibt es Interessen, dass entsprechende Leaks/Informationen nur über Aktivitäten der EU-Riesen bekannt und gegen diese eingesetzt werden? Wer verfügt über derartige Technologien/Möglichkeiten, Telekommunikation solcher EU-Konzerne anzuzapfen und an sensible Daten zu gelangen? Wer würde davon profitieren? Kann es sein, dass die EU-Leute dermaßen naiv oder unmächtig sind, sich zu schützen?
Korruption ist ein uraltes "Geschäftsmodell", dass es schon seit Anbeginn der Menschheit gibt. Um so etwas aus dem Unternehmen an die Öffentlichkeit zu bringen, braucht es keine besonderen Technologien. Es braucht nur jemanden, der plaudert. Gerade in großen Unternehmen funktioniert Flurfunk abteilungsübergreifend dermaßen gut und trotzdem ist man als Einzelperson recht anonym. Dazu kommen dann noch ehemalige Mitarbeiter, die nach ihrer Tätigkeit ohnehin offener über ihre Erfahrungen beim Arbeitgeber reden. Dauerhaft kann man so etwas einfach nicht geheimhalten, so etwas klüngeln die Bosse schließlich nicht alleine aus.

Wie es beispielsweise bei US-Firmen läuft, wissen wir ja auch nicht. Über den Teich gelangt so etwas doch nur, wenn das Unternehmen international bekannt ist und eine gewisse Größe hat. Ich denke aber nicht, dass es dort anders ist.

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spiegelleser987 08.10.2017, 10:05
4.

Bei Schmiergeldzahlungen werden immer nur die kritisiert und bestraft, die das Geld gezahlt haben, Die es gefordert und sich in die Tasche gesteckt haben, werden weggelassen.

Ich denke da z.B. an die Kölner Spendenaffäre:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21662455.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Kölner_Spendenaffäre

Der Geschäftsführer vom zahlenden Unternehmen kam zu 3 Jahren und 9 Monaten in Haft. Die Kölner SPD-Kommunalpolitiker wurden nur zu 21 und 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

In Griechenland war es z.B. auch so. Die Politiker haben für sich selbst das Geld gefordert, Siemens hat es bezahlt, Arbeitsplätze in Griechenland geschaffen und wurde dafür in den Medien kritisiert. Die Gewerkschaften haben auch gefordert, dass die , die die Korruptionsgelder entegen genommen haben, nicht entlassen werden dürfen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-radikale-gewerkschaften-wirtschaften-das-land-kaputt-a-876979.html

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schorri 08.10.2017, 10:18
5. Aufräumen?

Herr Enders soll "aufräumen"?
Wenn es Korruption und schwarze Kassen in seiner "Firma" gibt, dann ist er dafür verantwortlich und muss gehen.
Er ist zwar ein Darling der Wirtschaftspresse, aber da hört der Spaß auf.
"Major Tom"! Auch mit solchen Floskeln kann man ihn nicht von der Verantwortung reinwaschen.

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jj2005 08.10.2017, 10:49
6. Unternehmensstrafrecht

Grossprojekte ziehen Korruption magisch an, egal ob Airbus, Elbphilharmonie, Kernkraftwerke oder Flughäfen. Irgendeiner hält immer die Hand auf, und ein anderer legt grosszügig und verschwiegen eine grössere Summe hinein. Was wirklich erstaunlich ist: dass soviele Ackermänner am Ende straffrei ausgehen. Man sollte alle Vorstände gesetzlich verpflichten, sich gegen Schadensersatzforderungen der Aktionäre zu versichern. Allianz & Co sind darauf spezialisiert, solche "Risiken" unter Kontrolle zu bringen, marktwirtschaftlich effizient, versteht sich.

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breizh44 08.10.2017, 11:03
7. Nützliche Abgaben

Zu der Zeit, als ich im Militärgeschäft zu arbeiten anfing, waren sogenannte "nützliche Abgaben" noch normales Gebaren und in der Tat steuerlich absetzbar. Das hat sich heute grundlegend geändert. Ich denke aber, daß im zivilen Luftfahrtgeschäft (und nicht nur dort) in bestimmten Exportmärkten allein unter strikter Einhaltung der Compliance-Regeln kein Auftrag zu gewinnen ist. Das gilt garantiert auch für die US Konkurrenten. Erwischen lassen darf man sich halt nicht. Bedenke: an einem verlorenen Großauftrag hängen auch Hunderte von Arbeitsplätzen. Sollen die verloren gehen, nur weil ein anderer geschickt geschmiert hat während man sich selbst durch Einhaltung aller edler Compliance-Regeln aus dem Geschäft gekegelt hat?

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discprojekt 08.10.2017, 11:27
8. Also,

Gern werden immer Arbeitsplätze als Grund für falsches Handeln angeführt. Schicksale interessieren tatsächlich allerdings nicht. Es geht den Führenden in Wirtschaft und Politik nur um Egoismus. Der erfolgreichste Manager / Spitzenpolitiker, ein Maximum an Geld usw. Der Staat kontrolliert nicht. Wenn etwas öffentlich wird, gibt es Untersuchungen. Entstandener Schaden im Ansehen und der Volkswirtschaft wird oft im Vergleich reguliert.
CDU/CSU, SPD, GRÜNE, FDP

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hannesR 08.10.2017, 11:44
9. Wer kennt die Aus oder Vorbildung von Tom Enders

Ich weiß nur, dass er lange bei der Bundeswehr war und als Major ausgeschieden ist. Danach bekam er wohl eine kaufmännische Grundausbildung. Das ist sein einziges Rüstzeug für seine jetzige Position aber das reicht wohl eher nicht.
Er wurde von Daimler Benz bei AB rein gezwungen. DB war damals Gründungspartner von Airbus und hat später die Anteile der Bundesregierung verkauft . Er war einer der ersten Topmanager die massenhafte Kündigungen an das Fachpersonal aussprach (2011)und die legal gewordene Zeitarbeitsverträge einführte. An eine feste Wiedereinstellung des Fachpersonals war nicht gedacht. Es wurden zwar die Lohnkosten gesenkt aber die Fachleute blieben weg und haben sich in andere Branchen oder im Ausland wieder niedergelassen.
So landete mein Sohn bei einer schottischen Airline als B1 Prüfer.
Diese nicht sehr intelligente Entscheidung von Major Tom wie er gern nennen ließ führte zu einem schleichenden Niedergang der Airbus nicht nur in HH-Finkenwerder. Qualitätsmängel hervorgerufen durch Mangel an Fachkräften ist seitdem immer wieder erkennbar und nun kann AB nicht einmal mehr seine Zahlen der Vorjahres Produktion erreichen trotz billigen/günstigen Euros.

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