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Künstliche Intelligenz: Monopolwächter fürchten Absprachen zwischen Algorithmen
DPA

Kartelle zwischen Menschen gibt es seit langem - aber stimmen demnächst auch Computer ihre Preise ab? Die Monopolkommission sieht diese Gefahr und fordert die Politik zum Handeln auf.

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f-rust 03.07.2018, 19:02
1. Ich bin mir nicht sicher ... ;-)

ob wir schon alles verstanden haben ... na ja, siehe Glasfaserausbau vs Vektorierung von Kupferkabeln ... ein weites Feld. Am ehesten sind doch wir Konsumenten aufgerufen zu überlegen, was wir zu welchem Preis kaufen wollen. Regierungen sind da eh überfordert.

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quark2@mailinator.com 03.07.2018, 19:07
2.

Wo bleibt DE, wenn Google und Facebook anfangen, mit ihrem Wissen Aktien zu handeln ? Die wissen eher als alle anderen, wenn Firmen oder Kommunen Erfolg oder Probleme bekommen werden - so wie sie ja auch erkennen, ob jemand eine Grippe bekommt, noch bevor die Person die Symptome wahrnimmt. Insofern - ja, KI und vor allem diese ganzen gläsernen Internetnutzer sind ein schweres Problem für den Wettbewerb - zwischen Firmen und zwischen Staaten. Der Rückstand Europas auf diesem Gebiet erscheint mir sehr gravierend, da sollte aus meiner Sicht fast der ganze Verteidigungshaushalt investiert werden.

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birkenfelder 03.07.2018, 19:15
3. KI vs. Natürliche Intelligenz

Das wundert mich jetzt etwas. Laut Spieltheorie sollte jeder Marktteilnehmer sowieso eine optimale Strategie verwenden, die auch die Verwendung der jeweils optimalen Strategien bei allen anderen Marktteilnehmern annimmt. Was kann die KI, was ein Unternehmen nicht auch mit einem superguten Spieltheorie-Expertenteam hinbekäme? Und letzteres wäre ja kartellrechtlich nicht zu beanstanden.

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AZ1 03.07.2018, 20:34
4. KI vs. Natürliche Intelligenz

Zitat von birkenfelder
Was kann die KI, was ein Unternehmen nicht auch mit einem superguten Spieltheorie-Expertenteam hinbekäme?
Algorithmen können Preise der Konkurrenz umfassend wahrnehmen und quasi ohne Latenz reagieren. Durch schnelle Preisänderungen, ggf in Abhängigkeit von externen Variablen (zB dem Wetter, wenn es um den Verkauf von Kleidung geht), können die Algorithmen verschiedener Unternehmen miteinander kommunizieren.

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headspot 03.07.2018, 20:36
5. A.i.

Eine Monopolkommission zur Überwachung, gibt es tatsächlich!? Da frag ich mich als autofahrender Bürger was die da den ganzen lieben langen Tag überwachen. Das dies schon seit Jahrzehnten nicht funktioniert, sieht man bei der Vorbeifahrt an unserem Tankstellennetz. Jedesmal aufs Neue reibt man sich verwundert die Augen. A.I sei Dank.

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Bueckstueck 03.07.2018, 21:07
6. Typisch

Als Beispiel wird wieder nur die Preiserhöhunh angeführt, dass kleine Händler und vorallem Fachhändler (und ich meine jene die Online tätig sind) unter den automatisierten Ramschpreisen der Verramscher leiden könnten und weiter dem Aussterben entegegentaumeln, interessiert das Volk Geiz ist Geil von deutscher Nation freilich nicht. Hauptsache man zahlt für alles nix mehr...

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Sensør 03.07.2018, 22:06
7. Was ist denn so schwer daran?

Der Urheber bzw. die Betreiber der laufenden algorhitmischen Prozesse haften für die von Algorithmen begangenen Straftaten. Sie hier beschriebenen dämonischen Betrachtungsweisen erinnern mich an kirchlichen Aberglauben. Wer aus irgendwelchen Anweisungen aus dem Jenseits anderen Menschen schadet, landet manchamal in der Klapse, ansttt im Gefängnis, aber er wird auf jedenfall dingfest gemacht und aus dem Verkehr gezogen.
Um zum Bezug zum Thema zu kommen: Altmeier scheint dies nicht erstanden zu haben, und und outet sich mit seinr Aussage selber als nicht zurechnungsfähig in dieser Thematik. Leider haben Unzurechnungsfähigkeiten in unserer Regierung seit langem Tradition.

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Alm Öhi 04.07.2018, 23:45
8. Wirklich Clever

Natürlich passiert das jetzt !

Warum sind die Preise bei Amazon gestiegen?

Alle Produkte die ich in den letzen 6 Jahren gekauft sind heute im Schnitt 40 % teurer.
Fazit: ich kaufe nicht mehr viel bei Amazon.

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trauschauwem@SPON 04.07.2018, 00:48
9. Wer hat den Nießnutz

Die reine Existenz eines schadens-relevanten Algorithmus erzeugt in aller Regel noch keinen Schaden. Erst der Einsatz in Systemen, die direkt in einen Geschäftsakt eingreifen (wozu die Preisgestaltung selbstverständlich als anbahnendes Element eine besondere Bedeutung hat) kann ein materieller Schaden entstehen.
Der Einsatz solcher Algorithmen erfolgt in aller Regel zur Erzielung eines geldwerten Vorteils einer Person oder Personengruppe, wobei die Höhe des jeweiligen Vorteils der beteiligten Personen im Idealfall direkt proportional zur Höhe der Schadensregulierung sein sollte.
Grundsätzlich sollte der Nutznießer zur Rechenschaft gezogen werden, der zusätzliche Gewinn aus Preisabsprachen sollte in gleicher Höhe von den Behörden eingezogen werden können und darüber hinaus sollten - je nach Kalkulierbarkeit der Wirkung der Algorithmen, also der Höhe der kriminellen Energie, die sich hinter seinem Einsatz vermuten lässt - spürbare strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten sein. In jedem Fall sollten bei auffälligeren kartellrechtlichen Unregelmäßigkeiten weitreichende Untersuchungen von allen Beteiligten unterstützt werden, um zu klären, ob diese durch unkalkulierbare selbstlernende Prozesse oder aber von vorne herein (ein-)geplante Abläufe verursacht wurden.
Eine wesentliche Rolle bei der Wichtung von Verantwortung spielt die jeweilige Einflußnahme auf den Lernprozess eines Algorithmus. Vieleicht ist der Vergleich nicht so abwegig, wie er zunächst scheint, aber heißt es nicht: Eltern haften für ihre Kinder? Bleibt, genauer zu definieren, wer oder was die 'Eltern' eines Algorithmus sind. Mindestens aber sind dies die Nutznießer.

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