Forum: Wirtschaft
Leben mit Hartz IV: "Ich würde den Kindern so gerne fremde Länder zeigen"

Die Regierung will das Arbeitslosengeld II um fünf Euro erhöhen, aber wie lebt es sich mit der staatlichen Hilfe wirklich? Jaqueline Schade und ihre drei Töchter haben sich in ihrer Hartz-IV-Welt eingerichtet - mit Essen aus Polen, vielen unerfüllten Träumen und blauen Flecken. Ein Besuch in der Realität.

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landgraftom 28.09.2010, 10:40
1. Zu Peinlich ?

Zitat von sysop
Die Regierung will das Arbeitslosengeld II um fünf Euro erhöhen, aber wie lebt es sich mit der staatlichen Hilfe wirklich? Jaqueline Schade und ihre drei Töchter haben sich in ihrer Hartz-IV-Welt eingerichtet - mit Essen aus Polen, vielen unerfüllten Träumen und blauen Flecken. Ein Besuch in der Realität.
Komisch die Resonanz hier ist aber dünn. Zu viel der Realität was. Ist wohl zu peinlich, ja, ja

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nixkapital 28.09.2010, 10:41
2. :-(

Zitat von sysop
Die Regierung will das Arbeitslosengeld II um fünf Euro erhöhen, aber wie lebt es sich mit der staatlichen Hilfe wirklich? Jaqueline Schade und ihre drei Töchter haben sich in ihrer Hartz-IV-Welt eingerichtet - mit Essen aus Polen, vielen unerfüllten Träumen und blauen Flecken. Ein Besuch in der Realität.
---"Sie hat sich jetzt in Rage geredet. Wütend nimmt sie noch eine Zigarette. "Ich gehe nicht weg, ich trinke nicht, ich kaufe mir nichts. Wenigstens ein Laster möchte ich doch bitte auch haben dürfen"----
Sorry, Frau Schade. Warten Sie ab, hier tauchen bald viele auf, die Ihnen selbst das nicht gönnen werden.

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tomtomtomtomtom 28.09.2010, 10:44
3. Auf alles kann ich verzichten - nur nicht auf Luxus...

"Genau wie die zwei Hunde, die im Wohnzimmer herumtollen."
"Wütend nimmt sie noch eine Zigarette. 'Ich gehe nicht weg, ich trinke nicht, ich kaufe mir nichts. Wenigstens ein Laster möchte ich doch bitte auch haben dürfen.'"

Der Artikel sollte wohl Mitleid erregen. Hat nicht geklappt bei mir. Vielleicht, weil ich zuviele arbeitende Menschen kenne, die ohne Laster und Hunde auskommen müssen...

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Kontrastprogramm 28.09.2010, 10:45
4. Nice und rührend

Zitat von sysop
Die Regierung will das Arbeitslosengeld II um fünf Euro erhöhen, aber wie lebt es sich mit der staatlichen Hilfe wirklich? Jaqueline Schade und ihre drei Töchter haben sich in ihrer Hartz-IV-Welt eingerichtet - mit Essen aus Polen, vielen unerfüllten Träumen und blauen Flecken. Ein Besuch in der Realität.
Und danach bitte die Träume der Geringverdiener, die gerade über dem H4-Anspruch liegen.

Die haben bestimmt nach einer 40-Stunden-Woche auch noch Träume ausser Kinderkriegen.

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fluxkompensator 28.09.2010, 11:00
5.

ja, es ist wahr, diese Familie verdient Mitleid und Unterstützung. Aber kommt dieses Mitleidsgefühl berechtigterweise von zu wenig Hartz? Angemerkt sei

* dass auch meine Kinder gehänselt werden, wenn sie keine Gangsta-Sachen anhaben und das überhaupt nichts mit Harzis zu tun hat,
* dass auch eine Krankheit, so bedauerlich das für die Familie ist, nicht durch höhere Regelsätze verschwindet.
* dass die Familie sich Hunde (Mehrzahl) und Tabak leistet,
* dass niemand in D auf eine Brille verzichten muss,
* dass ich auch keine Fernreisen unternehme und das Geld lieber in Brillen für meine Kinder stecke (selbst bezahlt)
* dass ich einfach bezweifle, dass sich eine Fahrt von Berlin nach Polen lohnt, anstatt um die Ecke zu Aldi zu gehen (wo ich auch einkaufe), genauso wenig wie sich das Tanken für Berliner dort lohnt.

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Lu_ke 28.09.2010, 11:05
6.

Ich finde die Kinder sollten vom Staat weiter gefördert werden. Zum einen natürlich die Bildung und zum anderen ein halbwegs sorgenfreies Aufwachsen. Klassenfahrten etc. sollten selbstverständlich finanziert werden (ich dachte das wird auch so gemacht?). Kinder können nichts für die Situation ihrer Eltern und dürfen daher dafür nicht bestraft werden. Dass der Lebensstandard geringer ist, als bei Kindern mit wohlhabenden Eltern ist klar. Aber ein Mindestmaß für eine schöne Kindheit muss gewährleistet sein.

Nun zu den Eltern (in diesem Fall Frau Schade). Es tut mir auch leid, dass die Frau nicht nach Ägypten fliegen kann. Ich kann mir das aber auch nicht leisten und arbeite dafür 40 Stunden die Woche für meine berufliche Ausbildung in der Hoffnung, dass sich das auszahlt und ich später mal so eine Reise machen kann. Wer aber nicht arbeitet kann auch nichts erwarten, oder? Natürlich dürfen wir in Deutschland keinen verhungern lassen. Aber ein "schönes" Leben, bezahlt vom Staat (also der Allgemeinheit), ist eben auch nicht drin. Dass Frau Schade selber Marmelade kocht ist keine herausragende Leistung. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass wenn man nichts verdient sich auch nicht den Luxus erlauben kann Marmelade im Supermarkt zu kaufen - man muss sie eben selber machen, was auch nicht allzu der große Aufwand ist. Bei Menschen in ärmeren Ländern ist es das normalste der Welt, dass man viele Dinge selber herstellt und dies mit anderen tauscht. Nur im reichen Deutschland herrscht die Ansicht, dass man sich alles kaufen muss, weil es alles zu kaufen gibt...

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snowboarding_3 28.09.2010, 11:06
7. Keine ausgewogene Ernährung möglich mit H4

Der Regelsatz für die Langzeiterwerbslosen wird anhand der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe der Bundesamtsstatistiker berechnet. Demnach geben die ärmsten, aber gerade noch nicht mit staatlicher Unterstützung lebenden, pro Tag 3,94 Euro für Essen und Trinken aus.

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund errechnete auf Basis der Durchschnittspreise von Supermärkten, daß man 2,55 Euro ausgeben muß, um Lebensmittel mit einem Nährwert von 1000 Kilokalorien zu kaufen. Wenn man aber nur 3,94 Euro pro Tag zur Verfügung hat, kommen im Durchschnitt also 1545 Kilokalorien zusammen – etwa 1000 weniger, als ein Erwachsener durchschnittlich pro Tag braucht.

Um satt zu werden, muß ein Hartz-IV-Bezieher also sparen – entweder an der Qualität der Lebensmittel oder an seiner Gesundheit. Oder er muß auf andere Bestandteile des bisherigen Hartz-IV-Regelsatzes zurückgreifen. Da böten sich u.a. folgende Möglichkeiten an: etwa die 6,25 Euro monatlich für Kultur und Sport oder die 11,49Euro für den öffentlichen Nahverkehr.

http://www.jungewelt.de/2010/09-28/015.php

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MrBumblebee 28.09.2010, 11:17
8. Kein Geld, aber Hunde anschaffen...

Zitat von sysop
Die Regierung will das Arbeitslosengeld II um fünf Euro erhöhen, aber wie lebt es sich mit der staatlichen Hilfe wirklich? Jaqueline Schade und ihre drei Töchter haben sich in ihrer Hartz-IV-Welt eingerichtet - mit Essen aus Polen, vielen unerfüllten Träumen und blauen Flecken. Ein Besuch in der Realität.
Wenn die Familie so sehr sparen muss und ihr Essen in Polen kauft, warum füttert sie dann noch Hunde mit durch?
Ne Reise nach Ägypten würde sicher jeder mal gerne machen, wenn dafür in Zukunft Hartz-IV aufkommt, hör ich auch sofort mit arbeiten auf, schaff mir noch nen Hund an und geh dann jedes Jahr schön in Urlaub...

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hansausberlin 28.09.2010, 11:19
9. Begrenztes Mitleid

Solange es noch für Zigaretten reicht, kann es so schlimm nicht sein. Ich würde für das Geld lieber eine Brille für meine Tochter kaufen. Ob sich die Fahrt nach Polen rentiert bezweifel ich auch sehr. Wieso braucht man eigentlich ein Gefriertruhe in Berlin? Kostet nur unnötig Strom. Zum Pilzesammeln ist die Frau noch fit genug, aber zum arbeiten nicht? Seltsam.

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