Forum: Wirtschaft Mehr Burnout-Fälle: Arbeitnehmer werden häufiger krankgeschrieben
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Eine Grippewelle und deutlich mehr psychische Erkrankungen sorgen für mehr Ausfälle in deutschen Unternehmen: Der Krankenstand bei den Betriebskrankenkassen ist bereits im fünften Jahr in Folge gestiegen. Laut einer Umfrage wünscht sich jeder zweite*Bürger weniger Stress.* zum Artikel Antworten
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#11 15.12.2011, 16:50 von Kurbelradio

Zitat von Gungosh
Da ist zwar was dran, aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir Deutschen auf hohem Niveau zu jammern pflegen. "Burnout" ist hipp und wird mittlerweile gern bei harmloseren Ausprägungen von Motivations- oder Antriebslosigkeit aus dem Hut gezaubert.
dass wir Deutsche auf hohem Niveau jammern, ist mittlerweile ein echter Witz. Wir Deutsche bekamen jahrelang erzählt, von allerhöchsten Stellen, dass WIR die Bestverdienenden sind, die die am meisten Urlaub hätten, die quasi alles in den Hintern geschoben bekämen, während andere malochen.
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass dem garnicht so ist.
Wir Deutsche haben massig Niedriglöhner, buckeln uns krumm und schief und bekommen dafür noch den regelmässigen, obligatorischen Eiertritt, den wir dankend annehmen.
Man mag es nennen wie man will: Ein Arbeitnehmer, der immer mehr arbeitet und dafür immer weniger Anerkennung, sei es finanziell oder anderweitig für seine Leistung bekommt, wird verheizt. Ob man es nun "Burning Out" nennt, oder Depression....Fakt ist, dass der Mensch erkrankt, wenn man ihn bis zum gehtnichtmehr malochen lässt.

Dazu kommt, dass immer mehr Verantwortung nach unten verschoben wird. Die Wertschätzung dafür ist gleich Null.

Vielleicht ist der Begriff "Burning Out" tatsächlich zu ausgelatscht. Nur ändert das leider nichts an der Tatsache, dass es immer mehr Menschen in unserem Land gibt, denen es wegen der Arbeit sehr schlecht geht.

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#12 15.12.2011, 18:56 von lemmy01

Zitat von atech
hat man bei der Studie den Krankenstand der Arbeitnehmer mit der Art ihres Beschäftigungsverhältnisses korrelliert? Ich vermute, dass es die steigende Zahl der Zeitverträge ist, die die Arbeitnehmer so unter Druck setzt. Wer geht schon entspannt in die Weihnachtspause, wenn er nicht weiss, ob sein Vertrag nächstes Jahr wieder verlängert wird?
Solche Untersuchungen gibt es und liefern zum Teil auf den ersten Blick überraschende Ergebnisse. So sind beispielsweise die Langzeiterkrankungen bei Beziehern von Arbeitslosengeld stark gestiegen. Über die Ursachen kann man wie immer streiten. Fakt ist aber, dass die Lohn-/Gehaltszahlung dann nach 6 Wochen die Krankenkasse übernimmt, und dadurch die Zeit bis Hartz IV gestreckt wird.

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#13 16.12.2011, 23:54 von Löber

Mehr Burnout-Fälle: Arbeitnehmer werden häufiger krankgeschrieben

Zitat von atech
hat man bei der Studie den Krankenstand der Arbeitnehmer mit der Art ihres Beschäftigungsverhältnisses korrelliert? Ich vermute, dass es die steigende Zahl der Zeitverträge ist, die die Arbeitnehmer so unter Druck setzt. Wer geht schon entspannt in die Weihnachtspause, wenn er nicht weiss, ob sein Vertrag nächstes Jahr wieder verlängert wird? Während die unbefristet Angestellten entspannt ihren Resturlaub nehmen, um in Ruhe Weihnachtsgeschenke für die Familie einzukaufen und am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub nur noch halbtags kommen, weil es da noch ein paar Überstunden abzufeiern gab, steht der Mitarbeiter mit Zeitvertrag bis zum letzten Tag vor Weihnachten seinen Mann, in der Hoffnung, dass der Chef diesen Arbeitseifer im nächsten Jahr mit der ersehnten Vertragsverlängerung honoriert. Krankheiten werden am Arbeitsplatz auskuriert und verbleibender Resturlaub und Überstunden werden dem Betrieb geschenkt. Bis der betreffende Arbeitnehmer mit Zeitvertrag umfällt...
Das was Sie hier beschreiben gilt auch für Arbeitnehmer mit unbefristeten Arbeitsverträgen! Es soll keiner glauben das der Arbeitgeber von heute hier unterscheidet. Wenn der unbefristete Arbeitnehmer nicht von sich aus geht, wird er so lange gemobbt, bzw. was auch richtiger ist, gebosst bis er doch noch geht.
Mobbing ist horizontal, unter Kollegen, bossing ist vertikal von oben nach unten.
Hier unterschiede zwischen Arbeitnehmer mit unbefristeten und unbefristeten Verträgen anzuführen entsprechen nicht der wahren Arbeitswelt von heute.
Arbeitgeber arbeiten lieber mit jungen, billigen Arbeitnehmer als mit erfahrenen, älteren, teuren Arbeitnehmer. Der schnelle Profit ist gefragt.

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#14 16.12.2011, 06:45 von tobilechat

Et voilà, selbst Schuld!

Zitat von sysop
Eine Grippewelle und deutlich mehr psychische Erkrankungen sorgen für mehr Ausfälle in deutschen Unternehmen: Der Krankenstand bei den Betriebskrankenkassen ist bereits im fünften Jahr in Folge gestiegen. Laut einer Umfrage wünscht sich jeder zweite*Bürger weniger Stress.*
Ginge man besser mit seinem "Humankapital" (was für ein ätzender Begriff) um, sähe es anders aus. Disrespekt, Missachtung bis zu Misshandlung rächen sich eben.

"An der Umgehungsstraße
kurz vor den Mauern unserer Stadt
steht eine Nervenklinik
wie sie noch keiner gesehen hat.

Sie hat das Fassungsvermögen
sämtlicher Einkaufszentren der Stadt.
Gehn dir die Nerven durch
wirst du noch verrückter gemacht."

(Zitat Joachim Witt, "Goldener Reiter", 1981, "Hymne der Psychiatrie").

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#15 16.12.2011, 06:52 von tobilechat

Stimmt.

Zitat von ZiehblankButzemann
Ich glaube heutzutage ist es schon langsam ein Muss, einen Burnout zu haben, schwul zu sein, sich zu epilieren wie die Sau, Marathon zu laufen, Piraten zu wählen, Wimpern zu zupfen, Mitglied im Swinger-Club zu sein, ein Solardach zu haben, Schlangen zu züchten, Rücken zu haben, sich das Hirn zu piercen und sich die Rosette zu tätowieren, dabei heil zu rufen, politisch korrekt zu sein, ein Carport fürs Fahrrad zu haben und auf allen vieren durch die Antarktis zur Domina zu krabbeln wo einen der Papst segnet. Geht´s eigentlich noch? Ich glaube mein Afterburner(Ausdruck für Blähungen) zündet gerade.
Man könnte langsam zur bipolaren affektiven Störung übergehen, gefolgt von der Schizophrenie. Auch der Suizid könnte mehr ins Rampenlicht gerückt werden, jetzt, wo unser System gerade dabei ist, sich selbst zu strangulieren.

Blöde Systemimmanenz auch!. Warum musste die schmutzige Saat auch von Anfang an im Saatgut vorhanden sein und aufgehen?. Oder war die gute Saat die "Verunreinigung"?.
"Non, rien de rien, non je ne regrette rien. Ni le mal qu'on m'a fait ...! ." (Zitat Edith Piaf).
Einfach totschweigen, dass geht nicht mehr.

Ein kaputtes System erzeugt kaputte Menschen.

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#16 16.12.2011, 07:33 von tobilechat

Gibt's doch gar nicht

Zitat von Kurbelradio
immer mehr Leistung wird gefordert, da mehr Personal eingespart wird. Als Belohnung gibt es dann auch kein Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld mehr. Und ich glaube nicht, dass es nur am Stress liegt. Sondern auch die Wertschätzung der Mitarbeiter in einer Firma sinkt parallel zu den Löhnen.
Respekt und Wertschätzung scheinen mir keine Vokabeln zu sein, die das System kennt. Diese Vokabeln kennt man aber sehr wohl in demokratischen Systemen.

Ein heuchlerisches System wie das bundesdeutsche, das sich nur mit Demokratie und immateriellen Werten tarnt und unter diesem Deckmantel gnaden- und maßlos Profite maximiert, kann diese Vokabeln meines Erachtens gar nicht kennen.

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