Forum: Wirtschaft
Milliardenschaden für Kassen: Mehr als die Hälfte aller Klinik-Abrechnungen ist zu ho
DPA

Krankenhäuser rechnen offenbar in großem Stil zu ihren Gunsten ab. Bei der Überprüfung von Abrechnungen fanden Krankenkassen in jedem zweiten Dokument Fehler. Die Kassen beziffern den Schaden auf 2,3 Milliarden Euro.

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m.schrader 10.06.2014, 13:06
1.

Das ist aber nun auch nichts neues. Sowas ähnliches habe ich schon vor über 40 Jahren gehört, auch über die anderen Sozialkassen, ob nun Arbeitslosen-Pflege-Rentenversicherung. Meine Prognose ist, dass man darüber auch noch in 40 Fahren sprechen wird!

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ra-jahn 10.06.2014, 13:15
2. Alle Jahre wieder ...

Die Abrechnung der Krankenhaus-Leistungen nach einem pauschalen, stichwort-gestützten System bringt zwangsläufig unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten mit sich. Da gibt es dann Streit und das durchaus auf fachlichen Niveau und man einigt sich dann, meist zu Gunsten der Kassen, die am längeren Hebel sitzen - und auch schon mal den Staatsanwalt schicken. Das ganze Theater von einseitig informierter Presse und teilweise überforderten Staatsanwälten will sich keiner antun. Zumal die dann erfolgte Einstellung des Ermittlungsverfahrens - nach Jahren - dann keine Schlagzeilen macht. So könnte das seinen Gang gehen. Aber eine einseitig ausgerichtete Berichterstattung macht natürlich gierig - also jedes Jahr wieder die Meldungen von falsch abrechnenden Krankenhäusern und Milliardenbeträgen. Immer vorausgesetzt, daß die Krankenkassen immer Recht haben. Daß die Krankenkassen davon ausgehen, ist legitim. Daß Berichterstatter davon ausgehen ist handwerklich unsauber. Ein Blick in die Archive, Stichwort Krankenhausabrechnung, und das Schema wird deutlich...

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gutgemeint 10.06.2014, 13:16
3. achja...

... die Privatisierung. wer hätte das erwartet... Grundversorgung gehört in offentliche Hand.

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schwaebischehausfrau 10.06.2014, 13:21
4. Offene Einladung zum Betrug...

da muß man nicht mit dem Zeigefinger auf sog. "Bananen-Republiken" zeigen. Dieses System lädt förmlich zum Betrug ein. Und bei fast 50% falschen Rechnungen (und man muß davon ausgehen, dass sowieso nur ein kleiner Teil überhaupt auffliegt) ist klar, dass das keine "Fehler" sind, sondern eine vorsätzliche Betrugsabsicht unterstellt werden kann. Da es keine Strafen gibt, gibt es auch null Risiko und null Argument, nicht zu betrügen (wo es doch sowieso anscheinend alle machen). Dabei wäre es ganz einfach: 1. Fall = Abmahnung, 2.Fall = Strafe in Höhe des 10-fachen Betrags, das tut dann hoffentlich schon mal weh. 3. Danach Entzug der Lizenz oder die Kassen sollten die Möglichkeit haben (trotz "freier Arztwahl) diese Kliniken + Ärzte einfach für ihre Patienten zu sperren. Ganz schnell hätten wir weniger Betrug am Patienten. Ganz offensichtlich ist Betrug durch Ärzte und Kliniken in Deutschland aber gesellschaftlich akzeptiert und vor Strafe muß ja auch keiner Angst haben: Das zeigt auch der jüngste Fall in Bayern ganz deutlich, wo die Ermittlungen gegen Tausende Ärzte (trotz klarer Belege) so lange verschlampt wurden von der Justiz, bis die Fälle verjährt waren.

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kirk,james-tiberius 10.06.2014, 13:23
5. nichts neues

es ist nichts neues, dass bei den Abrechnungen mal etwas mehr abgerechnet wird als nötig. Ich bin mir sicher, dass viele Krankenhäuser, Kliniken als auch Ärzte hier und da mal auch zu ihren Gunsten abrechnen. Das überrascht mich jetzt überhaupt nicht. Wer mal hinter die Kulissen schaut der weiß ganz genau wie besessen die Ärzte nacg allen möglichen abrechnungstaktiken suchen.

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fieteding 10.06.2014, 13:24
6. Nur zu Ungunsten...

...der Kassen? Als Privatpatient bekomme ich immer eine Kopie der Abrechnung, sofern es um ambulante Leistungen geht. Dabei stelle ich in der Tat zuweilen Abrechnungsfehler der Kliniken fest, aber ebenso häufig wie zu Lasten der Kasse auch Fehler zu Lasten der Ärzte und Krankenhäuser. Eine diesbezügliche Aufrechnung wäre vielleicht aufschlussreich!

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otto_iii 10.06.2014, 13:25
7. 173

Zitat von m.schrader
Das ist aber nun auch nichts neues. Sowas ähnliches habe ich schon vor über 40 Jahren gehört, auch über die anderen Sozialkassen, ob nun Arbeitslosen-Pflege-Rentenversicherung. Meine Prognose ist, dass man darüber auch noch in 40 Fahren sprechen wird!
Die Behauptung der Kassen, man könne den Beitragssatz um 0,2% senken, wenn die Kliniken "richtig" (also in Zweifelsfällen zugunsten der Kassen) abrechnen, ist eine Milchmädchenrechnung. Schon heute arbeiten etliche Kliniken nicht kostendeckend. Da noch mal einen Milliardenbetrag wegstreichen führt zu noch mehr Klinikschließungen - oder dazu, dass die Länder an anderer Stelle mehr subventionieren müsen.

Was die Kassen jetzt fordern (stärkere Kontrollbefugnisse, höhere Nachweisvorschriften, Strafdrohungen gegen "falsch" abrechnende Klinikmitarbeiter), läuft letztlich auf noch mehr teure Kontrollbürokratie hinaus.

Die ausufernde Kontroll- und Misstrauenskultur und der Aufwand für hunderttausende Verwaltungsangestellte ist der Hauptkostentreiber im Gesundheitswesen.

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Demokrator2007 10.06.2014, 13:26
8. Der Fisch stinkt vom Kopfe

Zitat von sysop
Krankenhäuser rechnen offenbar in großem Stil zu ihren Gunsten ab. Bei der Überprüfung von Abrechnungen fanden Krankenkassen in jedem zweiten Dokument Fehler. Die Kassen beziffern den Schaden auf 2,3 Milliarden Euro.
Bürokratisch verordnete Sparwut erzeugt natürlich Mißbrauch. Wenn Ärzte immer mehr Zeit mit kostenloser Zuarbeit für die Krankenkassen verbringen müssen, müssen sie sich das an anderer Stelle zurück holen.

Ciao
DerDemokrator

P.S. Krankenkassen sind genausowenig wie Versicherungen die Verbündeten der Patienten, auf diese Propaganda sollte bloß niemand hereinfallen, in beiden INSTITUTIONEN sitzen im Vorstand hauptsächlich Juristen und wo bewirken Juristen wirklich mal etwas Positives?

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HankTheVoice 10.06.2014, 13:26
9. die Leistungen vom Patienten abzeichnen lassen

da müssen dan eben die Patienten die Leistungen abzeichnen, damit so etwas nicht passiert. Dies könnten die Krankenkassen dann ja mit Bonuszahlungen vergüten. Gerade als Privatpatient merkt man wie frech da oft abgezockt wird, eine Terminvereinbarung mit der Arzthelferin erscheint als medizinisches Beratungsgespräch auf der Rechnung usw....

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