Forum: Wirtschaft
Minenprojekt in Griechenland: Der Streit ums große Gold
Giorgos Christides

Griechenland könnte zum größten Goldproduzenten Europas aufsteigen - aber das Milliardenprojekt eines kanadischen Minenkonzerns spaltet eine ganze Region. In dem Konflikt gerät jetzt Alexis Tsipras unter Druck.

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Hamberliner 16.11.2015, 21:30
30.

Die Vergleichbarkeit mit Mittelmeervegetation ist mehr als fraglich. Ich bin hinter Barcelona am Waldrand aufgewachsen, und später in den 1980ern ist der ganze Wald abgebrannt. Aleppo-Kiefern, Baumheide, Stachelginster und noch ein paar andere Pflanzenarten. Da sieht es heute immer noch völlig anders aus als früher. Der Kiefernwald in alter Höhe existiert nach wie vor nicht, ca. 30 Jahre später.

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mecker_messi 16.11.2015, 22:50
31. Griechische Zustände

die SZ hat 2013 schon über die Mine berichtet. http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39803/1/1
Ein Zitat daraus
Leisten konnte es sich aber der de facto bankrotte griechische Staat vor gerade einmal zehn Jahren, die Förderrechte im Wert von mehreren Milliarden Euro für alle Vorkommen in Aristoteles und Umgebung auf einer Fläche von 31 700 Hektar für läppische elf Millionen Euro an Hellas Gold zu verhökern. Und das ging so: Im Dezember 2003 übernahm der griechische Staat im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs mit dem Goldförderunternehmen TVX Hellas, dem damaligen Inhaber der Schürfrechte, die Kontrolle über die Lagerstätten. TVX Hellas hatte das Projekt wegen andauernder Proteste der Anwohner aufgegeben. Der griechische Staat verkaufte jedoch die Lagerstätten ohne öffentliche Ausschreibung noch am selben Tag und zum selben Preis an Hellas Gold, ein Unternehmen, das erst drei Tage zuvor gegründet worden war. Miteigentümer der damaligen Hellas Gold war angeblich auch der Bobolas-Clan. Kurz danach erwarb die kanadische Firma European Goldfields 95 Prozent des Kapitals von Hellas Gold. Bei einer Buchprüfung wurde der Marktwert des Unternehmens, das lediglich jene Schürfrechte vorzuweisen hatte, auf etwas mehr als 400 Millionen Euro geschätzt, also das 36-fache des Preises, den der griechische Staat verlangt hatte. Der Bobolas-Clan hielt damals über sein Bauunternehmen Ellaktor auch gleichzeitig Anteile von knapp zwanzig Prozent an der European Goldfields.

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jamguy 16.11.2015, 23:30
32.

Zitat von prisma-4d
....300Ha ...und nur für den schnöden Mamon. Gut das wir in Deutschland dem Braunkohleabbau nur 2500 km2 geopfert haben. Das sind gerade nur 833mal mehr fläche als die besagte Fläche in Griechenland. Gut Griechenland ist ja auch kleiner (wenn auch keine 800mal). Liebe Griechen... einen Tot stirbt man immer! Und wenn die Leute dagegen sind... beteiligt sie einfach am Gewinn! Dann wird man schnell sehen ob es ums Geld oder um die Kultur geht.
Was soll das Theater ?Griechenland hat Schulden zu tilgen und braucht genau so was und wegen den Ökos kann man mit den Betreibern einen Rückbauvertrag abschliesen sobald die Quelle ausgeschöpft is?

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seid-kritisch 16.11.2015, 23:51
33. Korrupter Bürgermeister von Palaeochori

Bevor er Bürgermeister wurde, arbeitete er im Ministerium, das für den Bergbau zuständig war. Er schaffte es, die Schürfrechte für 10 Millionen ? an eine griechische Familienfirma zu verkaufen. Die gab die Rechte für 400 Millionen ? an die kanadische Firma weiter.

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kunibert1234567 17.11.2015, 08:31
34.

Zitat von -blub-
Ich frage mich, warum die Griechen nicht eine eigene Holding gründen, über die Know-How heranholen und das Gold selber abbauen, zu ihren Bedingungen. Der Profit geht dann nicht ins Ausland (Kanada), sondern in die Schuldentilgung.
Griechische Staatsunternehmen machen keine Profite. Die sind froh, wenn sie eine schwarze Null schreiben.

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Hans Neumann 18.11.2015, 14:02
35.

Zitat: "So will der kanadische Konzern 300 Hektar Wald roden - und mit den Bäumen wird die vielfältige Vegetation vernichtet, die einer großen Zahl von Tieren Lebensraum bietet."

Hm. Wenn ich nicht falsch rechne, dann sind 300 Hektar gleich 3 Quadratkilometer (liest sich anders, ja?), die hinterher auch noch wieder aufgeforstet werden.

Ist das nicht etwas viel Wind um die Umwelt, wenn auf der anderen Seite mehr als 1000 Arbeitsplätze plus die Steuereinnahmen stehen? Und das bei der derartigen wirtschaftlichen Situation in Griechenland?

Vielleicht lohnt es, ab und zu über mehr nachzudenken als den nächsten Grashalm.

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rolf.piper 18.11.2015, 17:55
36. richtig: man sollte lesen!

Zitat von mk1964
Vielleicht sollten Sie sich beim nächsten Mal die Zeit nehmen und die Überschrift lesen. Da steht: "Goldproduktion in Europa". Und jetzt schauen Sie sich mal an, wo die Goldförderung in Russland beheimatet ist: In erster Linie in Sibirien, im Amurgebiet und im Polargebiet. Die "Spiegelschreiber" tun gut daran, auf den "Erfahrungsaustausch" mit Ihnen als "Experten" zu verzichten.
ist aktuell auf Platz 3 und wird dieses Jahr zum größten Goldproduzenten der Welt aufsteigen!

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ProDe 19.11.2015, 16:38
37. Die Kosten für den Staat, die Gewinne bleiben privat...

Für die Menschen, die vom Tourismus und Meer leben wird der Staat aufkommen müssen - die Gewinne der Förderung bleiben bei den Anteilseignern der kanadischen Firma.
Wäre mal interessant zu wissen was da wirklich im Land über Löhne und Steuern bleibt.

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Banause_1971 19.11.2015, 16:55
38. Lustige Rechung

15 - 21 Milliarden auf 30 Jahre. Heißt also 18 Milliarden in 30 Jahren. 18 Milliarden auf 30 Jahre heißt 600 Millionen pro Jahr. Von den 600 Millionen sieht die Region 2 Millionen. Das sind 0,33%. Hm....

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