Forum: Wirtschaft
Müllers Memo: BIP, BIP, hurra!?
DPA

Jetzt ist es amtlich: Deutschlands Wirtschaft droht eine Überhitzung. Das sollte die gesamte wirtschaftspolitische Agenda auf den Kopf stellen.

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geo_48 12.11.2017, 17:22
1. Exakt die Dinge, die die Welt jetzt braucht

Die Deutschen sind gut in Maschinenbau, Vor allem, die Arbeiterklasse ist hervorragend ausgebildet, wegen des Dualen Ausbildungssystems. Genau diese Maschinen braucht die Welt, deswegen kauft das Ausland wie verrückt.
Wir müssten uns nur überlegen, wie wir die Leistungsbilanz ausgleichen... vielleicht die Bürger einfach zwangsweise in Flugzeuge packen und sie dann in Clubhotels in der Domrep bespaßen! :)

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haarer.15 12.11.2017, 17:31
2. Investitionen

Nicht immer ist alles ist weise, was die sog. Wirtschaftsweisen von sich geben. Ohne Binnen-Investitionen marodiert unsere Infrastruktur nämlich weiter vor sich hin. Und ich rede nicht nur von Schulen, Sportanlagen und Kitas. Da gäbe es noch viel mehr. Wenn die schwache Dynamik hierzulande eine Folge der Auslandsinvestitionen ist, so müsste man eigentlich längst umsteuern. Wir sind nur dann richtig gut und erfolgreich, wenn auch für die Bevölkerung im eigenen Land eine bessere Infrastruktur implementiert wird. Da besteht doch Handlungsbedarf.

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marthaimschnee 12.11.2017, 17:35
3. amtlich?

Wer hat denn dies amtlich festgelegt? Waren das die gleichen Ökonomen, die keine Krise haben kommen sehen? Oder die, die ständig von Konjunkturentwicklungen überrascht werden? Oder waren das etwa die "Wirtschaftsweisen", die wenn sie die drei Weisen aus dem Morgenland wären, wohl eher die Antarktis als den Messias gefunden hätten? Fakt ist doch, daß der Neoliberalismus gerade das große Versagen probt. Man hat die Steuern gesenkt bzw Gesetze geschaffen, die Gewinne praktisch steuerfrei stellen und dieses undankbare Pack investiert diese einfach nicht. Tja, was tut man denn in dem Fall? Genau, noch mehr Steuern senken! Das wird's bringen.

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tuxrunner 12.11.2017, 17:40
4. Zweifel an der Weisheit der Weisen

"Eigentlich sollte die Inflation jetzt deutlich anziehen. Tut sie aber nicht. Die Konsumentenpreise steigen nur verhalten, ebenso die Löhne. Die Verschuldung der Bürger und Unternehmen hält sich im Rahmen, trotz des starken Anstiegs der Immobilienpreise und der Bautätigkeit. Und obwohl die Zinsen nach wie vor extrem niedrig und die Aussichten glänzend sind - auch im übrigen Euroraum läuft die Konjunktur warm - investieren die Unternehmen relativ wenig."

Was gibt es denn daran nicht zu verstehen? Es gibt keine Inflation? Doch! Die Vermögenspreise (Aktien, Immobilien und sonstige Sachwerte) explodieren - während die Verbraucherpreise stagnieren. Das erwirtschaftete Geld geht nicht in den Massenkonsum, sondern in das Anlagevermögen einiger weniger. Dank der Lohndrückerei seit der Agenda 2010 fehlt das Geld für die Massennachfrage. Wo keine Löhne steigen, steigt keine Nachfrage und auch keine Inflation. Und wo es keine Nachfrage gibt, gibt es auch keine Grund für die Unternehmen, zu investieren.
Die Angebotstheorie, die als heiliger Gral der neoliberalen Wirtschaft gilt, ist höherer Unfug!

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whitewisent 12.11.2017, 17:40
5.

In welchem Land oder Computersimulation lebt Herr Müller eigentlich?

In Deutschland herscht ein Fachkräftemangel in so gut wie allen Wirtschaftsbereichen, selbst der Öffentliche Dienst kann seine Stellen nicht mehr mit genügend qualifizierten Kandidaten besetzen.

Das Problem ist, daß ein Großteil der 2,5 Arbeitslosen zu gering qualifiziert sind, in den falschen Berufen oder gar nicht ausgebildet sind, nicht in der Nähe der zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze leben und als Langzeitarbeitslose nicht mehr in den Arbeitsmarkt integrierbar sind. Von Kranken und Arbeitsunwilligen gar nicht erst zu reden. Ein 45jähriger Dachdecker mit Hauptschulabschluss und Bandscheibenvorfall kann eben nicht so leicht zum Altenpfleger oder Mechatroniker umgeschult werden.

Ein Zuwanderungskonzept, was kurz- und mittelfristig die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes berücksichtigt. Klingt gut, nur gehen komischerweise die meisten Parteien von dauerhaften Zuzug von Arbeitnehmern samt Familie aus. Und soviele ausgebildete Altenpfleger und Mechatroniker mit ausreichenden Deutschkenntnissen warten nun auch nicht an den Grenzen auf ihr Arbeitsvisum.

Die Europa muß stabilisiert werden, nicht die Eurozone allein! Wer nur ein Europa ohne Rußland, die Türkei und Norwegen für die Hauptaufgabe der Politik hält, scheitert sowohl kontinental als auch global, wo das winzige Europa gleich mehreren Wirtschafts- und Machtblöcken ohne solche Erwägungen gegenübersteht, und es eigentlich dankbar ist, mit Deutschland zumindest noch über eine echte Führungsmacht zu verfügen, da sich die anderen G7er zu Scheinriesen entwickelt haben.

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max-mustermann 12.11.2017, 17:50
6.

"Die Konsumentenpreise steigen nur verhalten, ebenso die Löhne."

Und damit ist die Mär von der angeblichen riesigen Nachfrage nach Arbeitskräften schon entlarvt. Liebe Arbeitgeber legt doch bitte mal ne andere Platte auf, diese kennen wir schon alle zur genüge.

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tuxrunner 12.11.2017, 17:55
7. Nur haben wir nichts davon

Zitat von geo_48
Die Deutschen sind gut in Maschinenbau, Vor allem, die Arbeiterklasse ist hervorragend ausgebildet, wegen des Dualen Ausbildungssystems. Genau diese Maschinen braucht die Welt, deswegen kauft das Ausland wie verrückt. Wir müssten uns nur überlegen, wie wir die Leistungsbilanz ausgleichen... vielleicht die Bürger einfach zwangsweise in Flugzeuge packen und sie dann in Clubhotels in der Domrep bespaßen! :)
Da die Welt ein geschlossenes (Wirtschafts)System ist, ist die Summe aller Exportüberschüsse und -defizite immer exakt null. Wenn die Welt "unsere" Maschinen wie verrückt kauft, die Löhne in Deutschland aber nicht in dem Maße steigen, dass "wir" entsprechend importieren, heißt dass, dass sich andere Länder dafür dauerhaft für den Erwerb "unserer" Produkte verschulden müssen. Kehrt sich dieser Trend nicht um, indem wir dem Ausland "erlauben", seine Schulden durch Importüberschüssen in Deutschland auszugleichen, werden wir diese Schulden (die Maschinen, die "wir" verkauft haben) eines Tages durch Schuldenschnitte selbst bezahlen müssen. Tolles Geschäft - leider nur für die Sharholder der Konzerne, die von den Exportüberschüssen profitiert haben.

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kaffeepause9h30 12.11.2017, 17:55
8. Immer wieder der Ruf nach mehr Geld.....

Zitat: "Um die Produktivität zu erhöhen: mehr Geld für die Bildung. Von der Grundschule bis zur Hochschule gibt die Bundesrepublik nur 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, deutlich weniger als fast alle vergleichbaren OECD-Länder."

Das immer mehr Geld für Bildung nicht alles ist, zeigt doch das Beispiel Baden-Württemberg. Hier wurde in nur fünf Jahren unter "grüner Führung" das einstige Musterländle im Schulleistungsvergleich regelrecht in die Grütze reformiert. Und auch die roten Laternen in den Disziplinen "nicht lesen, nicht schreiben und nicht rechnen können", haben sich die Länder NRW, Berlin und Bremen nicht einfach nur so herbei gespart – nein, der heute ausbildungsunfähige Nachwuchs und der vielbeklagte Fachkräftemangel wurde systematisch mit sehr viel Geld und vor allem Ideologie herbei organisiert! - Und nun soll plötzlich wieder mehr Geld für Bildung fließen? Don't haha!

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rfriedfe 12.11.2017, 18:11
9. Geld für die Forschung

Geld für die Forschung ist ja wunderbar, aber leider kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass solches immer wieder und ausschliesslich als verdeckte Subventionierung benutzt wird um "arme" Firmen zu unterstützen die mal wieder Rekordgewinne einfahren.

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