Forum: Wirtschaft
Müllers Memo: Geistige Kleinstaaterei
Getty Images/iStockphoto

Katalonien, Brexit, Trump, Österreich, AfD: Neunationale Bewegungen sind überall im Westen auf dem Vormarsch. Das ist absurd und tragisch.

Seite 1 von 11
go-west 08.10.2017, 17:11
1. Es ist keine Kleinstaatlerei,

sondern vielmehr klares Votum gegen dauerhafte Umverteilung. Diejenigen, die besser arbeiten oder wirtschaften, wollen den Lohn ihrer Anstrengungen behalten. Ich denke dies ist genauso nachvollziehbar wie legitim. Ja, es ist Der Aufdruck für einen zunehmenden Egoismus. Wo ist das Problem?

Beitrag melden
vermeervandelft 08.10.2017, 17:14
2. Korrektur nötig

"Den Nationalbewegungen im 18. und 19. Jahrhundert ging es primär darum, die Kleinstaaterei zu beenden und größere, vereinheitlichte Staatswesen zu schaffen" -- In der Allgemeinheit, wie es dasteht, ist das nicht richtig. Es trifft zu auf Deutschland, aber in anderen Fällen ging es den Nationalbewegungen (Plural) durchaus darum, neue kleinere Staaten zu schaffen: Vor allem innerhalb Österreich-Ungarns war das so, dort trat dann z.B. eine Slowenische Nationalromantik auf, und viele weitere.

Beitrag melden
Sibylle1969 08.10.2017, 17:29
3.

Nationalismus und Kleinstaaterei sind definitiv keine Lösungen für drängende Zukunftsprobleme.

Beitrag melden
vitalik 08.10.2017, 17:34
4.

Was ist das für ein Blödsinn? Kleinstaaterei ist absurd, sagen Sie? Wollen Sie jetzt behaupten, dass es weltweit einen Trend zu Zusammenschlüssel von Staaten gibt? Nennen Sie mir bitte ein Beispiel, außerhalb der EU? Und die EU ist auch ein Konstrukt, welche von eine Krise in die nächste schleppt.
USA, China, Russland sind alles Ländern, welche knallhart die eigenen Interessen durchsetzen. Keines dieser Länder setzt auf Kuschelkurs. Aber wehe ein Land innerhalb der EU will eigene Interessen gewahr sehen, schon wird es für Herr Müller absurd.
Wie sehen Sie eigentlich die Bestrebungen von Schottland sich von England zu lösen. Ich nehme an, dass es Ihnen wiederum gefällt. Naja, da will ja ein Land zu uns, zu den Guten.

Übrigens, wird es nicht langsam langweilig die Ängste herbeizubeschwören. In jedem zweiten Artikel geht es darum, dass die Menschen nun Angst haben und deswegen die Afd, Trump, Brexit oder was auch immer gewählt haben. Ja, es ist ein einfaches Argument, da muss man nicht viel nachdenken, einfach in den Raum geworfen, wird schon stimmen. Ist nicht eine Art der Ignoranz den Menschen Angst zu unterstellen? Was ist wenn es Müdigkeit, Wut, Enttäuschung oder etwas anderes ist, was die Menschen zu diesen Entscheidung treibt. Aber klar, schlafen Sie weiter in Ihrer Blase der Angst.

Beitrag melden
M. Michaelis 08.10.2017, 17:36
5.

Das ist weder absurd noch tragisch sondern zeigt dass Politik und Gesellschaft nie alternativlos sind und es unterschiedliche Bedürfnisse gibt was Staat und Gesellschaft sein sollen.

Wer diese Bewegungen diffamiert bzw. ins Unrecht setzt der impliziert dass es nur eine richtige Richtung gäbe und das gibt es in einer lebendigen Demokratie nicht.

Beitrag melden
hwmueller 08.10.2017, 17:37
6. Lokal produzieren,

lokal konsumieren, dass ist ökologisch und -nomisch sinnvoll, nachhaltig und gegen jede Globalisierung und letztlich für die regionale Identität. Was spricht gegen eine starke EU der Regionen mit einem demokratischen legitimiertem Parlament? Nichts! Ausser den Interessen der multinationalen Konzernen, die Wettbewerb der besten Ideen meiden, weil diese vor allen bei den kleinen startups und regionalen Spinnern entstehen. Dieser Kommentar lässt tief in ein dunkles neoliberales Herz blicken. Es lebe die bunte Vielfalt, es leben die Regionen! Viva EU!

Beitrag melden
irobot 08.10.2017, 17:37
7.

Zitat von go-west
sondern vielmehr klares Votum gegen dauerhafte Umverteilung. Diejenigen, die besser arbeiten oder wirtschaften, wollen den Lohn ihrer Anstrengungen behalten. Ich denke dies ist genauso nachvollziehbar wie legitim. Ja, es ist Der Aufdruck für einen zunehmenden Egoismus. Wo ist das Problem?
Das kann ich Ihnen sagen. Bayern hat von 1950 bis 1985 Gelder aus dem Länderfinanzausgleich bekommen und es dadurch geschafft, sich zu einem Industrieland zu entwickeln. NRW hat von 1950 bis 1983 immer einzahlen müssen, war oft der größte Geldgeber. Und jetzt können die Bazis einfach sagen "Ätschibätsch! Ihr bekommt keine Kohle mehr von uns"?

Genauso ist es doch mit anderen Staaten. In den 50er und 60er Jahren hat die Wallonie Belgiens Wirtschaft am Laufen gehalten und Flamen mit durchgefüttert. Und heute?

Beitrag melden
Newspeak 08.10.2017, 17:38
8. ...

"Nicht jede Bevölkerungsgruppe, die irgendeine Form von gemeinsamer Identität entdeckt, kann daraus ableiten, ein eigenes Staatswesen bewohnen zu wollen."

Tja, das widerspricht aber dem Selbstbestimmungsrecht der Voelker. Und wer entscheidet das? Wieso durften die Tschechen und Slowaken ihren Staat trennen? Wieso wird das Kosovo anerkannt? Wieso darf es solche Ministaaten wie Monaco, Andorra, Liechtenstein, Luxemburg, San Marino geben? Aber nicht Tirol, das Baskenland, ein unabhaengiges Korsika, Katalanien, Flandern und Wallonien, Kurdistan? All diese Faelle zeigen doch, dass in der Realitaet die Entscheidung ueber eine Einheit oder Unabhaengigkeit an alle moeglichen anderen Interessen gekoppelt ist, die laengst nicht alle demokratisch sind.

Ich stimme ja an sich zu, die Nationalstaaten muessen ueberwunden werden. Vor allem aber muss der Markt demokratiekonform gemacht werden, und nicht die Demokratie marktkonform. Das ist naemlich das Problem der Globalisierung. Diese wird von nicht demokratisch legitimierten Institutionen betrieben, die das Primat der Wirtschaft predigen, nur um der Profitmaximierung wegen. Das gehoert alles radikal zerschlagen. Bestimmte Wirtschaftsteilnehmer, man muss es so hart ausdruecken, gehoeren vernichtet, weil sie gegen die Menschenrechte handeln. Erst, wenn die Wirtschaft wieder gelernt hat, dem Menschen zu dienen, wird eine Globalisierung erfolgreich sein.

Beitrag melden
seinedurchlaucht 08.10.2017, 17:38
9. Folgen der Umverteilung

Das, was man in Spanien sieht, sind die Folgen einer Solidarität, in die man gezwungen wird. Starke Länder/Regionen werden für ihren Fleiss bestraft und müssen den Reichtum abgeben, die Empfänger machen es sich bequem. Das ist bei uns auch so, siehe Berlin. Die Finanzpolitik sollte dahin gehen, dass jeder für sich selbst sorgt und nicht wartet bis andere für ihn zahlen. Das wäre gerecht.

Beitrag melden
Seite 1 von 11
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!