Forum: Wirtschaft
Nachverdichtung: Die bald im Schatten wohnen
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Leila Hansen wird in ihrer Wohnung bald kaum noch Licht haben, weil ein Investor ein fünfstöckiges Haus in ihren Innenhof quetscht. Ihre Geschichte wirft die grundlegende Frage auf, wie wir künftig in Städten leben: Wie eng ist zu eng?

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eunegin 25.08.2018, 14:30
1. Kompromissunfähigkeit

ja, Wohnungen werden gebraucht, Platz gibt es auch noch, etwas dichter geht auch in Berlin( wo ich wohne). Aber: das Beispiel hier ist mal wieder ein Extrem. Warum sooo dicht, warum drei Wohnriegel hineinquetschen (da möchte ich auch nicht drin wohnen...). Ist ja wie im Knast. Ein Riegel mit mehr Abstand ginge doch auch. Kompromisse gehen aber halt nicht, wenn es um die Geldgier geht.

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<yyy> 25.08.2018, 14:32
2. Messehallen abreißen! (Hamburg)

Die Messehallen ziehen riesige Mengen an LKW durch die Wohngebiete, nur um der Industrie eine Heimat mitten in der Stadt zu bieten. Absurd!

Reißt die kompletten Messehallen ab und baut ordentlich bezahlbaren (= für Ottonormalverdiener) Wohnraum!!!

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freudentanz 25.08.2018, 14:33
3. Natürlich geht es ums Geld

deshalb können sich auch weniger begüterte Menschen in den Innenstädten Wohnraum leisten. Nachverdichtung, höhere Gebäude ist die einzige Antwort. Es gibt keine Alternative.

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hexenbesen.65 25.08.2018, 14:35
4.

Entschuldigung.....Hamburg hat MEHR Grünflächen als unsere Stadt.. Ich war erstaunt, als wir dort waren. Bei uns stehen in der "Innenstadt" vielleicht mal 20 neu gepflanzte Bäume (die alten, großen wurden wegen der "Innenstadt-Tot-Sanierung" gefällt). Es werden mehrgeschössige Häuser in Lücken gedrückt,ohne vorher sich um Parkplätze zu kümmern. Unser Haus (18 Parteien ) haben gerade mal 3 ( !!!) Parkplätze...Jetzt dürfen wir uns in der Nachbartiefgarage ein "Dauerparktrecht" erkaufen (bzw mieten) . (Jetzt nach der "Sanierung" wollen die 120 % mehr an Miete haben)

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ralphnader 25.08.2018, 14:36
5. Wie sag ich's meinem Kinde?

Irgendjemand aus der Politik wird wohl demnächst den Mut aufbringen müssen, den Leuten klarzumachen das nicht alle am selben Fleck wohnen können. Hier wird alles war nur geht zugebaut und bevölkert, nur weil die Stadt oder das Viertel gerade "hip" und "in" sind, anderswo stehen halbe Städte mit intakten Wohnungen leer. Diese politische und wirtschaftliche Fehlsteuerung muss beendet werden. Wer will in einer Stadt leben, in der jedes Fleckchen Erde und jede noch so kleine Ecke und Lücke zubetoniert wird??

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mrtmed 25.08.2018, 14:36
6. Ökonomisches Gleichgewicht

Es gibt kein Grundrecht auf Wohnen in der Innenstadt. Dass Mieter den Gesetzen des Marktes unterworfen sind, ist eine Tatsache.

Im Prinzip hat Nachverdichtung etwas Gutes: Es entstehen deutlich mehr Wohnung, hier an diesem Beispiel sogar prozentual sehr viel. Die umliegenden Wohnungen werden dadurch auch nicht attraktiver, sondern deren Mietpegel wird sinken. Das wird die dort wohnenden Anwohner längere Zeit etwas entlasten, weil Mietsteigerungen weniger aggressiv sein werden. Weniger Fläche führt auch zu weniger Kosten für den Unterhalt der Liegenschaft pro Person, weil der Teiler steigt.

Sicher ist es schmerzhaft nach Jahrzehnten etwas aufgeben zu müssen. Aber je mehr verdichtet wird, desto enger und weniger angenehm wird es für manche. Dadurch sinkt mittelfristig auch der Zuzug in die Städte. Es wäre wirtschaftlich wesentlich sinnvoller, Sozialraum an Orten zu schaffen, an denen es pro Euro Steuergeld mehr Quadratmeter gibt. Sicher nicht ganz abseits, aber es muss ja nicht in sehr zentraler Lage sein.

Wer viel Luft, Garten und Licht haben will, muss einfach etwas ausserhalb die Stadt ziehen. Alle grösseren Städte haben gute Nahverkehrsanbindung. Da findet sich immer ein Kompromiss. Sicher ist der Umzug lästig, teuer und manchmal für das Sozialnetz schmerzlich. Als Mieter muss man sich damit aber abfinden.

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aucheinarchitekt 25.08.2018, 14:40
7. Schlechter Artikel, weil falsch...

Sorry, aber vielleicht sollte der Redakteur, der diesen Artikel geschrieben hat sich noch einmal besser informieren. Wenn ich mir das Modell und den Planungsvorschlag ansehe, sehe ich weder einen "Hochhausriegel" noch einen Gebäude, das die Umgebung um 5 Geschosse überragen wird.

Im Plan steht eindeutig IV+SG. Das heißt 4 Geschosse + Staffelgeschoss und einfach gerechnet 4*3m+3m=15m. Wenn man die Gründerzeitbebauung in der Nachbarschaft betrachtet kommt man auch auf eine Höhe von 5 Stockwerken.
Die Hochhausgrenze beginnt bei Höhe Fertigfussboden 22m.

Ich finde es zwar gut, das der Spiegel sich auch mit Themen wie Nachverdichtung auseinandersetzt, aber vielleicht sollte man es wenigstens faktisch richtig und nicht einfach nur billig Stimmung gegen Neubauprojekte machen...

AucheinArchitekt

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DanielBerlin 25.08.2018, 14:40
8. Da hilft nur eins...

...den Zuzug begrenzen! Aber aus Geldgier möchte das eine Stadt wie Berlin auch nicht. Warum klappt das in Gemeinden in Bayern wo Einwohner der Stadt Vorkaufsrecht zu angemessenen Preisen haben und nicht irgend welche Russen oder andere Zugezogene die ihr Geld hier anlegen wollen weil sie das Vertrauen in Ihr eigenes Land verloren haben. Warum wird es in Berlin zugelassen, dass eigene Berliner, und ich meine waschechte Berliner keine möchtegern Berliner keine Wohnung mehr bekommen weil diese von Zugezogenen bezogen werden. Sowas ist mir unbegreiflich. Es ist natürlich nicht richtig und auch nicht zu vertreten das teuere Wohnungen beschmiert werden und Luxus Autos in Flammen aufgehen, aber das wird sicherlich nicht weniger in der Stadt wenn sich nicht bald einiges ändert und irgendwo hat man da auch eine gewisse Sympathie für entwickelt. Irgend wann kocht diese ganze Mischsuppe nicht mehr, da knallt. Und den Tag möchte ich als waschechter Berliner nicht erleben...

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Shelly 25.08.2018, 14:41
9. Es ist auch eine Frage des Klimawandels

Schon jetzt werden Temperaturunterschiede zwischen Stadt und Umland in Höhe von bis zu 10°C gemessen.
Die Versiegelung des Bodens, die Verdichtung der Bebauung, die Speicherung der hohen Tagestemperaturen in Beton und Asphalt über Nacht, keinerlei Ahnung der Städteplaner von Windachsen, immer weniger Grünflächen und Wasser werden die Temperaturen in Städten immer weiter nach oben treiben und unzumutbar werden lassen.
Dafür können dann die Städter den vielen Strom, den wir wegen des nur spärlichen Anteil an E-Autos zur Verfügung haben, in Klimaanlagen nutzen.

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