Forum: Wirtschaft
Negativzinsen: Bundesbank-Vorstand sorgt sich um deutsche Sparkultur
DPA

Macht das Beispiel einer Bank, Negativzinsen zu erheben, demnächst Schule? Hoffentlich nicht, sagt Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. Das wäre schlecht für die Sparkultur in Deutschland.

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Bundeskanzler20XX 03.11.2014, 12:54
1. LoL

Welcher Normalbürger hat bitte 500.000 Euro?
Die Frage ist was sich daraus über die Zeit entwickelt.

Wenn die EU so weiter macht, kann uns das aber so oder so egal sein, dann ist der Euro mitsamt der EU nur noch ein Teil der Geschichte in der es lauten wird: "Eine tolle Idee hatte man die dilettantisch umgesetzt."

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Leserkwelle 03.11.2014, 12:59
2. Auf Bundesbankvorstandsmitglieder hoert ohnehin

niemand mehr, weder das EZB-Direktorium und schon gar nicht die Banken. Und ob nicht bald auch Kleinsparer betroffen sein werden, wissen nur die Banken. Denn: Kleinvieh macht auch Mist! Was heisst eigentlich Sparkultur? Zählt dazu auch der schöne Weltspartag am 30. Oktober? Es gilt - wie schon damals auf Aktionäre gezielt: "Sparer sind dumm und frech. Dumm, weil sie ihr Geld anderen Leuten ohne ausreichende Kontrolle anvertrauen und frech, weil sie Zinsen fordern, also für ihre Dummheit auch noch belohnt werden wollen." (Bankier Carl Fürstenberg). Passt auch heute noch. Konsequenz: Auflösung aller eigenen Konten, Abziehen der Einlagen, Begleichung von Rechnungen nur mit Cash. Nur: Wer wird sich die Mühe machen und den Banken die Macht der Kunden demonstrieren? Das Volk ist leider zu bequem und gutgläubig. Euroshima wird kommen!

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Bundesinnenminister 03.11.2014, 13:09
3. Super Sache das.

Zinsen und Zineszins machen ein Wirtschaftssystem kaputt. Das wird ja auch immer wieder betont (Dirk Müller). Alles verfällt: Das Auto ist nach 6 Jahren erneuerungsbedürftig. Zum Frisör muss man auch wöchentlich, Die Brötchen sind irgendwann aufgegessen oder vergammeln.... Nur das Geld, das wird nicht weniger sondern immer mehr. Und wenn man weiß, das Geldscheine eigentlich nur Schuldscheine sind bzw. die Summe des Geldes auf der Welt ist gleich der Summe der Schulden auf der Welt, dann weiß man auch, dass mehr Geld gleich mehr Schulden bedeutet. Das ist die Schere zwischen arm und reich, die auseinandergeht, weil die einen bekommen immer mehr Geld und die anderen mehr Schulden. Dies würde der Negativzins durchbrechen. Von mir aus auch ab dem ersten Euro. Würde bei mir eh nicht auffallen. Früher gabs 5 DM Kontoführungsgebühren, heute eben 30 Cent Negativzins. Ein Girokonto ist auch in erster Linie eine Serviceleistung. Jemand bewahrt halt unser Geld auf. Zum Sparen ist das nicht gedacht. Denn Geld arbeitet nicht, Menschen arbeiten. Und so ist es mit Zinsen. Da gibt es jemand, der arbeitet eben für meine Zinsen, also ohne Gegenwert Völlig absurd. Ich begrüße die Maßnahmen der Skatbank und wünsche, dass dem alle folgen.

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gisela.schwan 03.11.2014, 13:26
4. Sparen ist dumm

Schuldenmachen dagegen gut. Das ist das Mantra aller europäischen Institutionen der letzte Jahre - und da wundert sich noch jemand, dass sogar die Deutschen es irgendwann kapieren? EZB und alle anderen Politiken werden prinzipiell nur zu Gunsten von Schuldnern formuliert und stets zu Ungunsten von Sparern.

Wer schlau ist entfernt sein Guthaben so weit wie möglich vom Zugriff des sog. deutschen Staats und der EU. Die vom Ifo-Institut (Hans-Werner Sinn) erwartete massive Kapitalflucht aus dem sozialistischen EU-Raum hat gerade erst begonnen. Am Ende werden Kapitalbeschränkungen und ganz am Ende sowieso eine Währungsreform stehen bei der dann wieder die Deutschen die Geschröpften sind. Wer das noch immer nicht sieht, der muss eben mit den Konsequenzen leben.

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sme20 03.11.2014, 13:26
5. Negativzins...

gibt es nicht innerhalb der Kapitalismuslehre. Erwartet ein potentieller Kapitalgeber bereits zum Anlagezeitpunkt Kapitalentwertung statt Kapitalzuwachs mttels Verzinsung, dann wird das Kapital gar nicht "investiert", sprich dem Markt überlassen. In einem solchen Marktumfeld wäre also "Horten" ertragsreicher als "Sparen". Das wissen auch die Banken. Worum geht es also bei dieser Scheindiskussion seit einer Woche? Ein Bedrohungsszenario für die Sparer mit Ihren Festgeldanlagen medial zu inszenieren, mit dem Ziel, diese Geldpostionen in den spekulativen Aktien- bzw. in den Lebensversicherungsmarkt zu lenken.

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Don_Draper 03.11.2014, 13:29
6. Was für einQuatsch.

Es gibt eine ganz einfache Formel für Geldanlagen, je höher die Rendite, je höher das Risiko.
Wenn es also auf Festgeld und Sparkonten Minuszinsen gibt und ich weiterhin ein geringes Risiko eingehen will, in Deutschland gibt es nämlich den Einlagensicherungsfond, weshalb Sparkonten sehr sicher sind, was tue ich dann?
Ich hebe mein Geld in Bar ab und lege es ins Schließfach oder unter die Matratze.
Was aber soll die Aussage, "dann wird jedem klar, dass man sein Geld nichts auf dem Sparkonto rumliegen läßt"?
Das klingt so, als wenn man aus Bequemlichkeit sein Geld nicht anders anlegt.
Was man möchte ist, dass alle ihr Sparguthaben in möglich risikoreiche Anlagen stecken.

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alpenkraut 03.11.2014, 13:31
7.

Zitat von Leserkwelle
...Konsequenz: Auflösung aller eigenen Konten, Abziehen der Einlagen, Begleichung von Rechnungen nur mit Cash....
Dann wird Cash halt nicht mehr akzeptiert. Natürlich nicht von heute auf morgen. Eher schleichend durch die Hintertür. Man will ja niemanden auf die Palme bringen. Und für die Dienste ist es auch sinnvoll.

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vertrauensschwund 03.11.2014, 13:33
8. Haut euer Geld bitte schnell noch auf den Kopf!

Wozu sparen? Der Ehrliche ist der Dumme. Wann kauft die EZB mal unsere Ramschkredite oder gibt dem Verbrauchern Geld zu Null-Prozent Zinsen? Der Sparer fianziert die Sanierung der Banken und ihrer Eigentümer. Wozu vorsorgen? 70 Prozent der Normalverdiener werden in wenigen Jahren eine Rente unter Hartz IV Niveau erhalten - der Staat wird sich weiterhin das Geld für seine Verschwendungswut dort holen, wo die Wehrlosen sind: bei den Sparer, den Vorsorgern - den ehrlichen Dummen. Nach dem Bibelspruch:"Wer noch hat, dem wird genommen!" Das Mästen und Anfüttern der Banken durch die EZB und das Auspressen der Sparer und Vorsorger wird später als historischer Fehler in die Geschichte eingehen.

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Boandlgramer 03.11.2014, 13:42
9.

Das tut nur denen Weh, die Geld haben.. das sind sowieso immer weniger...

Grundsätzlich bleibt die Erkenntnis, dass die Marktwirtschaft ausdrücklich Preise zur Regulierung von Angebot und Nachfrage vorsieht. Und das Parken von Geld kostet jetzt Geld, statt das es Geld einbringt. Dieser Zustand ist der Preis dafür, dass Ökonomen mit dem Verstand einer schwäbischen Hausfrau (denen ich damit nicht zu nahe treten will) das Wort führen.

Es bleibt die Schuldfrage: War's der Euro oder war er's nicht? Wenn er's nicht war und es sich genug finden, um den Euro platzen zu lassen - dann sage ich voraus, dass sich der unerfreuliche Gesamtzustand schon noch mal verschlimmern lässt.

Das Kernproblem ist die Umverteilung über die Steuerpolitik von unten nach oben; solange dieser Mechanismus (In der Krise werden die Reichen noch reicher!) nicht vollständig und in seiner Wirkung massiv umgekehrt wird, kann man soviel oder wenig Euro, Dollar, Gold, Mais haben wie man will - es geht für fast alle immer bergab. Denn die Eigentümer des vielen Geldes erzwingen mit Macht die Deckung ihres Spielgeldes - und diese Deckung muss die Realwirtschaft, also am Ende unsere Arbeit, herstellen.

Wenn's aber immer mehr Geld gibt, werden wir der Deckung dieser Reichtümer - am Ende erfolglos - immer nur hinterherhecheln. Deswegen:

1. Vermögensteuer - 5%. Geld das rumliegt, muss bestraft werden. Wenn die Situation bereinigt ist, dann kann man wieder über etwas international Übliches zwischen 2 und 3 % nachdenken.

2. Einkommensteuer, das es raucht. Vorbild: Der new Deal mit bis zu 90% Einkommensteuer - muss auch nicht für ewig sein, aber 10 Jahre kann man das mal durchziehen.

3. Hartz 4 auf 600 Euro rauf; Steuerfreibeträge von 15.000 Euro pro Familienmitglied; Gewerkschaftszwang - jeder Arbeitnehmer ist qua Anstellung Mitglied einer Arbeitnehmervertretung, die als Tarifpartner die Tarifverträge aushandelt.

Mit dem Geld der oberen 1% kaufen wir uns damit 10 Jahre lang die Entwicklung, die Deutschland braucht.

Und bevor jemand meckert: Wir machen machen das, was die Krakeeler immer den Griechen empfohlen haben - wir machen jede Auslandsüberweisung über 1.000 Euro genehmigungspflichtig - und wer keinen direkten Import nachweisen kann, bekommt keine Genehmigung.

Das gilt natürlich für Firmen, die damit nicht mehr absurde Beträge für fingierte Lizenzkosten in die Offshore-Finanzzentren transferieren können, damit sie hier keine Steuern mehr zahlen...

Man kann schon eine Menge machen, man muss es eben auch wollen. Solange aber jeder nur Angst hat, dass es auch mal an sein Häuschen gehen könnte, wird nicht nur nichts passieren; sondern am Ende wird's auch um sein kleines Häuschen gehen. Aber dann ist es zu spät.

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