Forum: Wirtschaft
"Neue Ostpolitik": Deutsche Wirtschaft wünscht Wiederaufnahme von EU-Russland-Gipfeln
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Erst hat der BDI eine Neujustierung der deutschen China-Politik gefordert, nun legt der Ostausschuss ein Russlandpapier vor. Die Wunschliste der deutschen Wirtschaft ist lang. Kritik kommt nur verklausuliert vor.

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gingermath 11.01.2019, 09:22
1. Eine Annäherung an Russland ist nur zu begrüßen

Die Beziehungen zu Russland aus marktwirtschaftlichen Gründen sollte jeser zustimmen, da mittlerweile bekannt ist, dass es dort eine Nachfrage nach verlässlichen Zulieferern gibt und somit Absatzmärkte, die man für die eigene Wirtschaft erschließen könnte.
Eine positive Folge davon könnte sein, dass der dortige Markt stabiler wird, somit stärker und als Markt attraktiver wird.
Wenn die Absatzmärkte im Ausland geatärkt werden, könnte dies dazu führen, dass Aggressionen gegenüber anderen Ländern abnimmt, da es stärkere Abhängigkeiten der eigenen Wirtschaft mit der globalen Wirtschaft zunimmt, dies ist ein Grund etwaigen Handelshemmnissen durch keine Expansionspolitik zu schützen, die wiederum einen friedlicheren Umgang mit anderen Ländern als Folge hätte.
In diesem Fall könnte damit die Gefahr für Osteuropa wegen einer russischen Expansion gemildert werden, und somit wäre Europa ein weiteres Stück sicherer.

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Partyzant 11.01.2019, 09:22
2. Die Bosse

Werte haben in der Wirtschaft nie eine Rolle gespielt und so wundert diese Vorgehensweise nicht. -- sollte sie aber, denn Russland ist ein Agressor in Europa und darüber hinweg...Cyberangriffe, wahlbeinflussung und Soldaten und russische Waffen in der Ukraine, in Moldawien...in Georgien aber auch in Syrien mit ihren Bomben auf Krankenhäuser , Schulen und Infrastruktur.

Es sollten moralische Werte gelten, auch in der deutschen Wirtschaft und nicht nur bei Russland sondern auch bei Saudi Arabien und China.

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Nonvaio01 11.01.2019, 09:27
3. richtig so

Geld stinkt nicht, und mit dem wegfall bzw dem zu erwarteten einbruch wegen Brexit, sollte man sich umsehen.

Deutschland macht soviele geschaefte mit fragwuerdigen regierungen und Staaten, da sollte man sich bei Russland nicht so anstellen.

Die Politik des ignorierens und der ausgrenzung zeigt eh keine wirkung, noch nie hat ein Staat seine haltung geaendert weil man sanktionen verhaengt hat, im gegenteil man hat diese Staaten weiter in die falsche richtung geschoben.

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mrknaller 11.01.2019, 09:30
4. Blinde Narren!

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Gespräche und wirtschaftlichen Austausch, aber in dem Fall sind derartige Bemühungen doch völlig fehl am Platz. Die Wirtschaft scheint zu vergessen, was die Grundlagen von erfolgreichem und nachhaltigen wirtschaften ist, Stabilität, Frieden, Freiheit und Menschenrechte. Auf all das pfeift Russland und zwar bis heute. Wir brauchen nicht mehr Wirtschaftskontakte mit Russland sondern weniger! Die deutsche Wirtschaft sollte sich lieber um die Ukraine bemühen. Dort gibt es ebenfalls genügend Bodenschätze, bei denen man dem Land helfen muss sie zu erschließen. Wer seine moralischen Grundsätze für kurzfristige Gewinne über Bord wirft, wird eines Tages an dem Geld ersticken! Wer dem Teufel die Hand reicht, darf sich nicht wundern, wenn er sich irgendwann die Finger verbrennt. Mit einseitigem ausscheren würden wir uns in Europa und dem Rest des Westens isolieren und unseren östlichen Freunden vor den Kopf stoßen. Dann würden wir noch viel mehr verlieren, als wir bei der Annäherung mit einer zweitklassigen Wirtschaftsnation gewinnen würden. Die Devisen nach Russland müssen komplett eingestellt werden, solange sie mit Umweg über Moskau als Kugeln in ukrainische Herzen feuern.

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r.mehring 11.01.2019, 09:33
5. Eines erstmal vorneweg

Nein, ich erhalte keine Zuwendungen aus Moskau. Ja, ich habe Abitur. Es ist doch völlig vernünftig was die deutsche Wirtschaft hier erbittet. Die künstlich erzeugte "kalte Krieg" bringt auf Dauer nichts. Ein Blick über den Atlantik zeigt doch was man in den USA zur Zeit von der EU und besonders von Deutschland hält. Uns stehen noch mindestens 2 Jahre Trump bevor und wenn es richtig mies läuft noch 6 Jahre, und wenn ganz schlimm kommt noch mehr. Also sollte man sich so langsam nach zusätzlichen Partnern umsehen die sich über die Wirtschaftsbeziehungen freuen würden.

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muellerthomas 11.01.2019, 09:36
6.

Das ist der völlig falsche Ansatz. Damit würde man den Putinregime nur zeigen, dass der aggressive Krieg gegen die westlichen Demokratien keine Folgen hat.

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andraschek 11.01.2019, 09:38
7. Ein schwieriges Feld!

Zitat: Von der Annexion der Krim und Moskaus Versuchen der Wahlbeeinflussung in den USA ist nicht die Rede, stattdessen "von unterschiedlichen Bewertungen zu Russlands Vorgehen auf der Krim" Zitat Ende.
Nicht nur zum Thema Krim gibt es unterschiedliche Meinungen, es ist nur besonders ärgerlich wenn man so wie hier in dem Artikel seine persöhnliche Meinung als allgemeingültige Warheit, bzw. als Nachricht verkauft.
Ohne das ich jetzt auf die Verfehlungen anderer (mit uns verbündeten Staaten) verweisen möchte sollten wir uns doch zunächst einmal folgendes überlegen: Wen wollen wir für was wann sanktionieren? Manche Staaten dürfen tun und lassen was sie wollen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen, andererseits wollen wir der Befölkerung anderer Staaten bzw. anderer Gebiete vorschreiben wen sie nicht wählen dürfen. Ich finde wir sollten hier klare Regeln aufstellen.

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Tom77 11.01.2019, 09:40
8. Moral

Der Wirtschaft war Moral und Anstand schon immer egal, solange man die Kassen fühlen konnte. Deswegen machen die Unternehmen auch nach wie vor Geschäfte mit Saudi Arabien oder mit der Türkei und Co. und scheren sich nicht darum, dass dort autokratische Herrscher ihre Bürger unterdrücken. Dasselbe gilt für Deutschland in der Migrationsdebatte. Hier sieht die Wirtschaft nur, dass sie Beschäftigte benötigt, um noch mehr und noch schneller zu wachsen. Was aber mit der gesellschaftlichen Einheit passiert und ob das irgendwie zu Unruhe und Unmut führt, ist am Ende dann auch egal. Die Wirtschaft hat schon immer so getickt. Schon vor tausenden Jahren waren Geschäfte und Geld wichtiger als Anstand und Moral. Wenn man ständig auf die Wirtschaft hören würde, hätten wir heute die schlimmsten aller Arbeitsbedingungen und einen vollkommen unregulierten Markt und große Unternehmen hätten das Sagen. So wie es einst in Amerika war zu Zeiten von Rockefeller, Morgan, Carnegie, Ford, Vanderbilt und Co. Da haben sich ein paar Tycoons die Taschen gefüllt, während die Arbeiter unter schlimmsten Bedingungen für Hungerlöhne gearbeitet haben. Und zudem wurde die Politik von diesen Tycoonen kontrolliert und gesteuert. Und zwar so weit, dass sogar ein Marionetten-Präsident eingesetzt wurde. Das passiert, wenn man immer nur auf die Unternehmen hört.

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werner-brösel 11.01.2019, 09:40
9. Nichts gelernt

Gerade noch hatte man das Gefühl, das beim BDI im Falle Chinas die wirtschaftliche Gefahr erkannt worden wäre, die dort von einem expansive, menschenrechtsverachtendem Regime ausgeht. Aber nur weil Russland seine menschen- und völkerrechtsverachtende Politik (noch) nicht in derartige wirtschaftliche Erfolge hat wandeln können, wie China das getan hat, will der BDI jetzt dort auch die gleichen Fehler begehen wie früher schon in China? Und dann feststellen, daß auch Russland allen Träumereien zum Trotz eben genauso wie China nicht zu einer liberalen, demokratischen Gesellschaft geworden ist. Woran liegt es denn, daß die Deutschen KMUs von Chinesischen Investoren aufgekauft werden und nicht von Russischen Oligarchen? Die Russische Wirtschaft hätte ein genauso großes Interesse an Technologietransfer, wie die Chinesen. Nur die derzeitigen Sanktionen hegen die aggressive Expansion der Russischen Wirtschaft ein. Es waren vorallem Russische Oligarchen, die Putin zum Einmarsch auf die Krim geraten haben. Was, wenn der BDI erst wieder in ein paar Jahren merkt, mit wem er sich dann ins Bett gelegt hat? Dann ist die Deutsche Wirtschaft endgültig gefrühstückt.

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