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Neues Energiewende-Konzept: Ein Pizzakarton Strom
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Eine Hamburger Firma will am Strom, den sie liefert, nichts mehr verdienen. Und sie will die milliardenschwere Förderung von Ökostrom überflüssig machen. Wenn das Konzept aufgeht, könnte es die Energiewende grundlegend verändern.

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gehdoch 08.11.2018, 10:41
1. Ich in dabei...

Es ist neu, es ist überschaubar/bezahlbar und es ist eine grundlegende Änderung des etablierten Systems, was fast schon einer (friedlichen) Revolution gleichkommt.
Wenn es kommt, bin ich dabei!

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hardy_knorrig 08.11.2018, 10:41
2. YelloStrom "günstig"?

Verzeihung, aber Yellostrom ist schon lange nur noch in ihren Werbespots "unschlagbar günstig". Der als "Öko" deklarierte Tarif dieser Firma, war schon vor einigen Jahren, was Preis pro Kilowattstunde und Grundgebühr angeht, in vielen Verbrauchsszenarien teurer, als z.B. der Hardcoreökostrom von Greenpeace Energy.
Das ist halt nur etwas schwieriger herauszufinden, da Yello afair keinen leicht zugänglichen Preisrechner bereit stellt. Die vermeintliche Preiswerthaftigkeit dieses Anbieters, kommt hauptsächlich durch Bonuszahlungen zu Vertragsbeginn oder durch geschenkte Unterhaltungselektronik zustande.
Ökostrom aus Hamburg ist längst auch preislich konkurrenzfähig, ob nun aus der Hongkongstraße oder aus der Große Reichenstraße.
Da könnt ihr übrigens gerne mal "rüber" gehen und öfter drüber berichten.

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misterknowitall2 08.11.2018, 10:44
3. Spannend

Interessante Idee. Bleibt nur zu hoffen, dass das auch alles wirtschaftlich machbar ist. Insgesamt hört sich das aber nach einem guten und machbaren Konzept an und man ist nicht mehr angewiesen auf eine Regierung, die die Energiewende ja eigentlich gar nicht will.

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Grünspahn 08.11.2018, 10:47
4.

Es ist gut, dass der Artikel schon auf einige Kritikpunkte des Systems hinweist. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann zahle ich erst einmal 39 EUR für 2 Jahre, also 19,95 pa und dann nocheinmal 35,64 EUR pa als jährliche Grundkosten. Dazu kommt dann noch der verbrauchte Strom zu Börsenpreisen. Diese schwanken mitunter stark, je nachdem, was an Strom verfügbar ist und was gerade verbraucht wird. Dh, die Kosten sind für den Verbraucher relativ schwer zu kalkulieren und ohne intelligenten Stromzähler wird das nichts. Ich bin gespannt, wie sich das Konzept am Markt durchsetzt und was die Erfahrungen in 2 oder 3 Jahren bzgl. der Stromkosten sind.

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Neapolitaner 08.11.2018, 10:48
5. Das Problem ist die Vorhaltung

je "günstiger" der Solarstrom wird und desto mehr davon in Anspruch genommen wird, je teurer wird die Vorhaltung - denn die Anlagen, welche letztlich 24h / Tag die Stromversorgung sicherstellen sollen, werden weiterhin benötigt und ein Großteil dieser Anlagen muss sogar "im Leerlauf" betrieben werden, wenn es eben besonders viel Wind- oder Solarstrom gibt. Es ist daher eine Milchmädchenrechnung, dass der Strom wieder billiger wird. Im Gegenteil, je mehr "ökologisch ausgebaut" wird, um so teurer wird er werden.

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mwroer 08.11.2018, 10:49
6.

Der Staat hat immer noch genug Möglichkeiten um zu bremsen - es ist ja in Deutschland nicht so als ob einfach Flächensolaranlagen bauen dürfte wo man gerade will. Nein - auch nicht auf dem eigenen Grundstück. Dafür sorgen Planfeststellungsverfahren, Baugenehmigungen und letztlich der Zugang zu den Netzen der großen Konzerne um den Strom den die Solaranlagen erzeugen auch 200 Kilometer weiter benutzen zu können.

Viel Glück in jedem Fall.

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werner-xyz 08.11.2018, 10:50
7. ob es klappt?

Als alter Pessimist bin ich da skeptisch, denn irgendwie hören sich solche Konzepte zu gut an, um zu funktionieren.
Aber probieren kann man es ja mal. Als Ergänzung zu meiner Solaranlage werde ich mir das sicher mal genauer anschauen. Da sich Speicher noch nicht lohnen, ist das für den Reststrom nicht uninteressant.

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bebreun 08.11.2018, 10:57
8. Beteiligung bei Bürgerenergien

Um sich mit kleinen Beiträgen an Stromerzeugern zu beteiligen bieten sich schon lange Mitgliedschaften bei Bürgerenergien an. Die kosten einen Einmalbetrag beim Einstieg und werfen i.d.R. dann jedes Jahr etwas ab. Seinen reinen Grünstrom kann man aus einem Dachverband seinen Strom beziehen. Wenn der wesentliche Kistenbrocken der EEG wegfällt, dann bleiben auch da nur die reinen Gestehungs- und Netzkosten übrig.

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Pless1 08.11.2018, 10:58
9. Ökostrom in Kleinstmengen per Blockchain verteilen?

Das klingt erst einmal ziemlich unsinnig. Bei einem "Pizzakarton" ist zu befürchten, dass die Blockchain mehr Energie benötigt, als an Solarstrom produziert wird. Hier wäre eine vertiefte Recherche sinnvoll.

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