Forum: Wirtschaft
Notdienste: Apotheker sollen Pauschale erhalten

Die Regierung will die Landapotheken besser stellen. Für Notdienste soll es künftig einen pauschalen Zuschuss geben. Davon sollen Apotheker profitieren, die viele Nachtschichten leisten, aber nur wenige Kunden haben.

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horst_meiermann 20.03.2013, 17:55
1. Ist denn schon Weihnachten?

FDP-Logik: Eine höhere Rente für Mütter? Das können wir uns nicht leisten! Mehr Geld für arme Apotheker? Das muss drin sein! Schließlich ist der Tausch von Geld und Rezept gegen Tabletten eine überragende Leistung, und die muss sich wieder lohnen.

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rhein-waal 20.03.2013, 18:24
2. Lobbyismus !

Genial - die Apotheker erhalten 112 Millionen Euro mehr insbesondere zum Wohle der Land-Apotheker für den Notdienst - und wir Land-Ärzte müssen (!) für den Notdienst pro Monat € 135.- an unsere Kassenärztliche Vereinigung zahlen. Das verstehe, wer will !

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pharmi 20.03.2013, 18:26
3. Wer arbeitet denn in D. noch für lau??

@ horst_Meiermann
Sie arbeiten wahrscheinlich ehrenamtlich für Ihren Arbeitgeber?? Die Notdienstpauschale ist absolut notwendig. Hoffentlich werden bald auch die Gebühren für die Salbenherstellung (5,-Euro) erhöht. Ein Handwerksmeister hebt für 5,- Euro nicht mal den Kuli auf. Aber ein Akademiker in der Apotheke darf 30 min. dafür arbeiten. Sprüche wie arme Apotheker kann man sich im übrigen sparen. Die Apotheken (und vor allem deren sehr gut ausgebildeten Angestellten) erhalten tatsächlich weit weniger als der Durchschnittsinternetleser meint.

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topaz75 20.03.2013, 18:49
4.

Zitat von pharmi
@ horst_Meiermann Sie arbeiten wahrscheinlich ehrenamtlich für Ihren Arbeitgeber?? Die Notdienstpauschale ist absolut notwendig. Hoffentlich werden bald auch die Gebühren für die Salbenherstellung (5,-Euro) erhöht. Ein Handwerksmeister hebt für 5,- Euro nicht mal den Kuli auf. Aber ein Akademiker in der Apotheke darf 30 min. dafür arbeiten. Sprüche wie arme Apotheker kann man sich im übrigen sparen. Die Apotheken (und vor allem deren sehr gut ausgebildeten Angestellten) erhalten tatsächlich weit weniger als der Durchschnittsinternetleser meint.
Der entscheidende Unterschied ist, dass der Handwerksmeister diese Preise und Entlohnung am freien Markt durchsetzen muss. Der Apotheker bekommt per Gesundheits-Planwirtschaft etwas zugeschanzt, was irgenwo am gruenen (oder gelbemn?) Tisch als angemessen ausgekungelt wurde. So wird das nie was.

Es gibt eine Ueberversorgung mit Apotheken, und wenn man nicht endlich den freien Markt auch dafuer einfuehrt, wird man sich noch laenger dafuer totzahlen.

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ElOmda 20.03.2013, 19:10
5. Viele Not- und Nachtdienste

Vom 20. März bis 31.12. 2013 schieben in meiner Heimatstadt die 3 Apotheken jeweils 32 x 1 Tag Notdienst.
Also alle 9 Tage.
Dazu muss man wissen, dass viele Apotheken nicht nur einen Apotheker haben sondern häufig 2 und mehr in einer Apotheke beschäftigt sind.
Das reduziert die "Belastung".
Diese Notdienste spielen sich nur in 9 davon an Sa und So ab.
Wobei teilweise Samstags normalerweise ebenfalls geöffnet ist.

Die Apotheker können während des Notdienstes schlafen, fernsehen , freunde empfangen, lesen, surfen und die Zeit für den Papierkrieg nutzen oder den Hometrainer nutzen.
Angenehm warm ist es auch und essen und trinken ganz normal stellt auch kein Problem dar.
Manche wohnen noch dazu in ihrer Apotheke.

Frag mal die anderen menschen die Not- und Bereitschaftsdienste schieben wie deren Dienste und Bezahlung aussehen.

Tut mir leid:
Die sind für meine Begriffe überbezahlt.
Eine Möglichkeit das für die eigene Apotheke z. B.in Hessen einzusehen ist die Homepage der www.apothekerkammer.de

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blasio 20.03.2013, 19:24
6. optional

Hallo lieber Handwerksmeister. Ich mache im Monat 5 mal 24 Stunden am Stück Notdienst in meiner Apotheke, wo so gut wie niemand kommt in dieser Zeit. Gäbe es einen freien Markt, so würde ich sofort den Notdienst einstellen und selbst sollte die Notdienstpauschale kommen, würde ich lieber keinen Notdienst machen wollen. So viel zum freien Markt! Soll doch der Apotheken Notdienst abgeschafft werden, ihr würdet euch alle eine Menge Geld sparen und ich hätte wieder deutlich mehr Freizeit! Meine Stimme habt ihr! Könnt ja dann alle in Holland euere Medikamente bestellen, dia versenden ja rund um die Uhr...

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wiese123 20.03.2013, 19:26
7. Schlechte Arbeitsbedingungen für Apotheker/innen und Angestellte

Es ist schon interessant wie schnell und völlig unwissend viele Leute ein Urteil fällen. Fakt ist: Die Arbeitsbedingungen für Apotheker und PTAs haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert.

Apotheker: Traumberuf mit Dellen - SPIEGEL ONLINE

Man schaue sich nur einmal die aktuellen Tarifverträge an.
Anstiegsgehälter von 3088 bis max 3745 EUR werden für Apotheker bezahlt und PTA erhalten lediglich 1595 bis max 1973 (nach dem 14.Berufsjahr).

Tariferhöhungen gibt es kaum. Die letzte war in 2011 um 2 Prozent.

Ich habe selbst Wirtschaft studiert und kenne die Gehaltsstrukturen in der Wirtschaft. Da verdienen einfache Angestellte ohne Verantwortung und Studium schon nach einigen Berufsjahren deutlich mehr.

Auch bei den Krankenkassen mit einer einfachen Ausbildung verdienen die Mitarbeiter schon auf dem Niveau eines Apothekers, der eines der härdesten Studiengänge Deutschlands auf sich genommen hat. Das kann man ganz leicht googeln.

Also bevor hier Leute schlaue Sprüche bringen, sollten Sie sich erstmal mit den Fakten befassen und vielleicht mal selbst in einer Apotheke arbeiten.

Schönen Gruß

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horst_meiermann 20.03.2013, 20:59
8.

Wenn es den Apothekern so schlecht geht, wie im Forum beschrieben, muss man sich wundern, mit welchen finanziellen Mitteln die allgegenwärtige Lobby-Arbeit oder die FDP-Spenden bestritten werden. Beim nächsten Medikamentenkauf zahle ich einen Euro mehr, das is der Unkostenbeitrag für den Besuch der Tafeln.

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gerd33 20.03.2013, 21:17
9. Dispensierrecht ....

Zitat von blasio
... Gäbe es einen freien Markt, so würde ich sofort den Notdienst einstellen und selbst sollte die Notdienstpauschale kommen, würde ich lieber keinen Notdienst machen wollen. So viel zum freien Markt! Soll doch der Apotheken Notdienst abgeschafft werden, ihr würdet euch alle eine Menge Geld sparen und ich hätte wieder deutlich mehr Freizeit...........
Das Dispensierrecht, d.h. Verkauf von Medikamenten, muss endlich gelockert werden. Die Notdienstpraxis, die abends ein Medikament verordnet, sollte auch in der Lage sein, dieses gleich mit abzugeben, d.h. zu verkaufen. das geht z.B. in Österreich wunderbar.

Apotheken sind -außer im Bereich der (wenigen) Rezepturen und Zytostatika-Zubereitung, absolut überflüssig. Rezeptfreie Medikamente, z.B. Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen etc. kann man -wie z.B. in NL, durchaus auch über Supermärkte vertreiben.

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